SilverStar Preisverleihung 2013 (v.l.n.r.): Prof. Dr. med. Rüdiger Petzoldt, Dr. med. Dr. Univ. Rom. Andrej Zeyfang, Prof. Dr. med. Hans Georg Nehen, Dr. med. Anna Katharina Trocha, Dr. med. Martin Lederle, Edith Claußen, Dr. Michael Rosenbaum, Mark Spiller, Torsten Flöttmann; Photo: Dirk Deckbar, BerlinDDG-Herbsttagung 2013

Mehr Lebensqualität für ältere Menschen mit Diabetes – Verleihung des SilverStar Förderpreises

 

Berlin (15. November 2013) – Bereits zum dritten Mal wurde in Berlin der mit 25.000 EUR dotierte SilverStar Förderpreis der BERLIN-CHEMIE AG vergeben. Den ersten Preis und damit 15.000 EUR erhielt das Projekt „Diabetes und Demenz“ des Essener Elisabeth-Krankenhauses. Der zweite Preis, verbunden mit 5.000 EUR, ging an das „Diabetes Programm Deutschland“ aus Köln. Erstmalig wurde der SilverStar „Ehrenpreis für das Lebenswerk“ verliehen. Die aus Experten der Bereiche Diabetologie und Altersmedizin zusammengesetzte Jury ehrte damit das jahrzehntelange Engagement der Erfurterin Edith Claußen für Menschen mit Diabetes. Verbunden mit der Auszeichnung sind 5.000 EUR Preisgeld.

 

Mit dem SilverStar Förderpreis, der ein wichtiger Bestandteil der BERLIN-CHEMIE-Initiative „Unsere Zukunft wird älter. Zeit zu handeln.“ ist, werden jährlich Projekte oder Initiativen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für eine bessere Lebensqualität von älteren Menschen mit Diabetes einsetzen. 2013 reichten insgesamt 43 Initiativen, Selbsthilfegruppen, Kliniken und Praxen ihre Bewerbung für den Förderpreis der BERLIN CHEMIE AG ein.

 

 

„Diabetes und Demenz“ – Früherkennung zum Schutz vor Unterzuckerungen

 

Für Menschen mit Demenz bei Diabetes gibt es derzeit noch wenig etablierte Diagnose- und Behandlungspfade – eine Lücke, die Dr. Anna-Katharina Trocha und ihr Team aus Essen mit ihrem Projekt „Diabetes und Demenz“ schließen wollen. „Wir möchten Hochrisikopatienten für eine Demenz identifizieren und eine Therapie auf den Weg bringen“, berichtet die Diabetologin. Das Team hat dazu einfache Verfahren und Maßnahmen zusammengestellt, die im Klinikalltag gut anzuwenden und praktikabel sind:

 

Kommen ältere Patienten wegen einer Hypoglykämie stationär in die Diabetologie, werden sie gescreent. Die Betroffenen werden dabei zunächst auf Auffälligkeiten wie Unruhe, Ängstlichkeit, Verständnisprobleme, Tag-/Nachtumkehr, Weglauftendenzen in der Dunkelheit oder Desorientiertheit überprüft. Anschließend werden ein einfaches Testschema und ein Uhrentest durchgeführt. Ergeben sich dabei Auffälligkeiten, die auf eine Demenz hindeuten, wird als erster Schritt die Diabetestherapie vereinfacht.

 

Für eine weiterführende Diagnostik und eine gezielte Therapie der Demenz steht das zum Elisabeth-Krankenhaus gehörende Geriatrie-Zentrum Haus Berge zur Verfügung. Geplant ist, in der dortigen Tagesklinik eine diabetologische Visite einzurichten, um die veränderte Diabetesbehandlung während der dreiwöchigen Demenztherapie regelmäßig

 

beobachten und bei Bedarf noch individueller auf die Bedürfnisse des Patienten anpassen zu können. „In der Diabetestherapie ist der Aspekt der Demenz bisher noch sehr wenig untersucht“, sagt Jurymitglied Dr. Dr. Andrej Zeyfang in seiner Laudatio. „Für uns hat das Projekt deshalb eine hohe wissenschaftliche Relevanz. Möglichst frühzeitig eine beginnende Demenz zu erkennen und zu behandeln, hat großen Einfluss auf die Therapiemodalitäten und kommt direkt der Lebensqualität der Betroffenen zugute.“

 

 

„Diabetes Programm Deutschland” – Laufen für mehr Lebensqualität

 

Ins Leben gerufen wurde das „Diabetes Programm Deutschland” von Dr. Michael Rosenbaum, der vor einigen Jahren selbst überraschend an Diabetes erkrankte. Ziel des Laufprogramms für Menschen mit Diabetes ist es, Betroffene nachhaltig für sportliche Aktivität zu begeistern, sie sensibel für eine aktive Regulation des Zuckerhaushaltes zu machen und letztendlich ihre Lebensqualität zu verbessern. „Wir bringen Menschen, die sich jahrzehntelang nicht bewegt haben, wieder zum Sport“, sagt Rosenbaum.

 

Etwa 60 % der über 200 Diabetikerinnen und Diabetikern, die 2013 an dem Programm teilnahmen, waren älter als 60 Jahre. Vor allem sie werden durch den psychosozialen Aspekt des Programmes stark motiviert. Nach einem gründlichen Gesundheitscheck trainieren die Teilnehmer des in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln entwickelten Programmes über ein halbes Jahr in betreuten Kleingruppen. Daneben gibt es eine Vielzahl an Schulungen zur Ernährung, zum Lebensstil und zum Training. Absoluter Höhepunkt ist die Teilnahme an einer Disziplin (5, 10, 21 oder 42 km) bei einem großen regionalen Laufevent. 2013 waren das der RheinEnergie Marathon Köln, der Müggelsee-Halbmarathon in Berlin und der Magdeburg-Marathon.

 

Auch danach bleiben die meisten Teilnehmer dem Sport treu. Vor allem Menschen mit Typ-2-Diabetes können dadurch eine deutliche Verbesserung ihrer Gesundheitswerte erreichen. „Viele können nach einigen Monaten ihre Medikamente reduzieren oder sogar absetzen, weil sie sich regelmäßig bewegen. Das gehört zu den schönsten Erfolgen, die wir mit dem Programm erzielen können“, freut sich Rosenbaum. „Uns überzeugte die große Breitenwirkung des Projektes sowie die hohe Professionalität, mit der es bundesweit auf die Füße gestellt wurde und weiterhin wird“, fasst Jurymitglied Dr. Martin Lederle die Juryentscheidung zusammen. „Das Programm zeigt vorbildlich, wie sich Betroffene trotz eines ‚Handicaps‘ neue Ziele stecken und diese mit professioneller Unterstützung auch erreichen können.“

 

 

Ehrung für das Lebenswerk – Edith Claußen

 

Seit über 40 Jahren setzt sich Edith Claußen aus Erfurt mit großem persönlichem Engagement für die Belange von Diabetikerinnen, Diabetikern und ihren Angehörigen ein. Bereits zu Zeiten der DDR führte sie Beratungen und Diabetes-Schulungen durch und kümmerte sich insbesondere auch um die Versorgung von älteren Menschen mit Diabetes. Nach der Wende gründete sie den Landesverband Thüringen des DDB, rief die Diabetiker-Akademie ins Leben und initiierte das Projekt „Diabetes-Lotsen“. Durch ihre Mithilfe wurden zahlreiche Diabetesveranstaltungen und Sommerferien-Programme für Kinder auf die Füße gestellt.

 

Mit unermüdlichem Einsatz ist Edith Claußen in verschiedenen Gremien tätig, um im gesundheitspolitischen Bereich Verbesserungen für Betroffene zu erreichen. Die persönliche Beratung in der Landesgeschäftsstelle des DDB und die Besuche in den Selbsthilfegruppen zählen zu ihrem täglichen Programm. „Ich habe selbst keinen Diabetes“, berichtet die Thüringerin. „Aber durch mein Engagement über nun 40 Jahre habe ich manchmal das Gefühl, dass ich auch betroffen bin, weil ich alles mitempfinde.“ Edith Claußen wird für ihr unermüdliches Engagement mit dem SilverStar „Ehrenpreis für das Lebenswerk“ geehrt. „Wir sehen sie als großes Vorbild für die Ausübung eines Ehrenamtes und möchten mit der Auszeichnung ihren jahrzehntelangen großen Einsatz für Menschen mit Diabetes würdigen“, verdeutlicht der Juryvorsitzende Professor Rüdiger Petzoldt.

 

 

SilverStar Preisverleihung 2013 (v.l.n.r.): Prof. Dr. med. Rüdiger Petzoldt, Dr. med. Dr. Univ. Rom. Andrej Zeyfang, Prof. Dr. med. Hans Georg Nehen, Dr. med. Anna Katharina Trocha, Dr. med. Martin Lederle, Edith Claußen, Dr. Michael Rosenbaum, Mark Spiller, Torsten Flöttmann; Photo: Dirk Deckbar, Berlin

SilverStar Preisverleihung 2013 (v.l.n.r.): Prof. Dr. med. Rüdiger Petzoldt, Dr. med. Dr. Univ. Rom. Andrej Zeyfang, Prof. Dr. med. Hans Georg Nehen, Dr. med. Anna Katharina Trocha, Dr. med. Martin Lederle, Edith Claußen, Dr. Michael Rosenbaum, Mark Spiller, Torsten Flöttmann; Photo: Dirk Deckbar, Berlin

 

 

Weitere Informationen

 

  • Alle Informationen zum SilverStar Förderpreis sowie die Bewerbungsunterlagen für 2014 sind auf www.silverstar-preis.de  zu finden.

 

 

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Der SilverStar Förderpreis ist ein wichtiger Bestandteil der BERLIN-CHEMIE-Initiative „Unsere Zukunft wird älter. Zeit zu handeln.“ Ziel der Initiative ist es, unter Einbeziehung aller Beteiligten im Gesundheitswesen, eine Plattform zu schaffen, die im gemeinsamen Dialog langfristige Konzepte für ein Älterwerden unter Erhalt größtmöglicher Selbständigkeit diskutiert und entwickelt. Mit diesem Engagement möchte die BERLIN-CHEMIE AG einen aktiven Beitrag leisten, um für die verschiedenen und sich verändernden Bedürfnisse älter werdender Menschen zu sensibilisieren.

 


 Quelle: Preisverleihung der BERLIN-CHEMIE AG im Rahmen der 7. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) am 15. November 2013 in Berlin (tB).

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