Diabetes Mediendialog 2015: Prävention und Personalisiertes Diabetes Management im Fokus. Prävention und Personalisiertes Diabetes Management waren die Themen des diesjährigen Diabetes Mediendialogs auf Schloss Hohenkammer bei München. Experten aus Medizin, Wirtschaft, Politik und Versorgung diskutierten über Ansätze zur Primärprävention, den Unterschied zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention, sowie die Notwendigkeit einer nationalen Diabetes-Strategie. Auch Sekundär- und Tertiärprävention wurden beleuchtet: Eine moderne und strukturierte Versorgung aller Patienten sei hier der erfolgversprechendste Ansatz, waren sich die Experten einig. Personalisiertes Diabetes Management könne dazu beitragen. Photo: Roche DiagnosticsDiabetes Mediendialog 2015

Prävention und Personalisiertes Diabetes Management im Fokus

 

Hohenkammer (13. März 2015) – Prävention und Personalisiertes Diabetes Management waren die Themen des diesjährigen Diabetes Mediendialogs auf Schloss Hohenkammer bei München. Experten aus Medizin, Wirtschaft, Politik und Versorgung diskutierten über Ansätze zur Primärprävention, den Unterschied zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention, sowie die Notwendigkeit einer nationalen Diabetes-Strategie. Auch Sekundär- und Tertiärprävention wurden beleuchtet: Eine moderne und strukturierte Versorgung aller Patienten sei hier der erfolgversprechendste Ansatz, waren sich die Experten einig. Personalisiertes Diabetes Management könne dazu beitragen.


Diabetes wird zunehmend als gesamtgesellschaftliches Problem wahrgenommen: Schätzungsweise 9,3 Millionen Menschen sind in Deutschland von Diabetes betroffen.(1) „Entscheidend im Rahmen der Primärprävention ist es“, so Dr. Erhard Siegel, Heidelberg, „neben der individuellen Veränderungen des Lebensstils, die diabetogene Umwelt zu reduzieren, um eine gesündere Lebensführung zu ermöglichen.“ Hierfür müsse, so Dietrich Monstadt, Mitglied des Deutschen Bundestages und Gesundheitsausschusses, eine sektorübergreifende Vernetzung stattfinden: Ernährung und Sport seien wichtig aber auch Parameter wie Stadtentwicklung, Verkehrsplanung oder Forschungsförderung seien hierbei wichtige Säulen. Sowohl für Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko als auch für bereits Erkrankte seien maßgeschneiderte Konzepte notwendig. Hier setze die Idee eines modernen Personalisierten Diabetes Managements an, so Dr. Siegel: „Durch die individuelle Einstellung des Patienten sollen die Therapieergebnisse verbessert werden. Das trägt dazu bei, Folgeerkrankungen zu vermeiden.“ Zentral für diese Art der Sekundärprävention ist der mündige Patient, der von der strukturierten Schulung über die richtige Interpretation der Ergebnisse der Blutzuckerselbstmessung bis zur personalisierten Therapie fachkundig begleitet wird.

 

 

Diabetes vorbeugen mit Personalisiertem Gesundheitsmanagement

 

„Egal auf welcher Ebene wir arbeiten, ob im Bereich der Primär-, Sekundär- oder Tertiärprävention, die Arbeitsprozesse und deren Anforderungen sind im Wesentlichen gleich“, so Dr. Wolfgang Hauth, Diabetesschwerpunktpraxis Alzey. Er stellte das aktuelle Pilotprogramm „Accu-Chek® View“ zum Personalisierten Gesundheitsmanagement bei Prädiabetespatienten vor. Das Programm wendet erstmals die Prinzipien des Personalisierten Diabetes Management auf die Primärprävention an.

 

Hierfür erhalten Menschen mit einem Diabetesrisiko ein umfassendes Paket inklusive Schulung und digitalen Services wie App, Aktivitätsarmband und Onlinezugang. Die


Accu-Chek® View App erfasst verschiedene medizinische Parameter – Blutzucker, gelaufene Schritte, Blutdruck, Gewicht, Bauchumfang sowie die Medikation. Über das Onlineportal hat auch der Arzt immer Zugriff auf diese Daten. So ist ein schneller Überblick über die aktuelle Gesundheitslage und eine verbesserte Kommunikation zwischen allen Beteiligten möglich.

 

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In der wissenschaftlichen Bewertung des Projekts kooperieren das Unternehmen Roche Diagnostics und die Universität St. Gallen. „Das Ziel des Programm ist es, Menschen mit Diabetesrisiko frühzeitig zu identifizieren und ein Auftreten der Krankheit zu verhindern oder hinauszuzögern. Wir schauen uns die Vielzahl der erhobenen Daten im Detail an, um zu sehen, ob dieser Ansatz medizinisch und ökonomisch erfolgreich ist. Dabei wollen wir auch das Gesundheitsverhalten der Teilnehmer besser verstehen, um weiteres Verbesserungspotential zu identifizieren“, erläuterte Prof. Dr. Andreas Herrmann, Universität St. Gallen.

 

 

Prävention im Alltag umsetzen

 

Egal ob es darum geht, bei einem metabolischen Syndrom das Auftreten eines Diabetes zu vermeiden oder bei einem manifesten Diabetes Therapie, gesunde Ernährung und Bewegung unter einen Hut zu bekommen – Motivation und die Fähigkeit, gute Vorsätze dauerhaft erfolgreich umzusetzen, spielen bei der Prävention eine wichtige Rolle. Prof. Dr. Gabriele Oettingen, Universitäten Hamburg und New York, zeigte auf, wie persönliche Ziele mit der Strategie des mentalem Kontrastierens besser erreicht werden können. Diese Strategie (auch: WOOP – Wish, Outcome, Obstacle, Plan), die in Studien in verschiedenen Lebensbereichen, u. a. bei Gewichtsreduktion, Stressabbau oder Bewegungsverhalten erfolgreich getestet wurde, ist leicht zu erlernen und kostengünstig umzusetzen.

 

Auch neue Technologien können den Alltag von Patienten erleichtern, Fehlerquellen in der Therapie minimieren und so bei der Prävention von Folgeerkrankungen unterstützen. So zählen z.B. Unsicherheiten bei der Kohlenhydratschätzung zu den häufigeren Problemen der intensivierten Insulintherapie. PD Dr.-Eng. Stavroula Mougiakakou, Universität Bern, stellte ein aktuelles Projekt vor, das diesen fehleranfälligen Schritt automatisieren will. Mit GoCARB, einer in der Entwicklung befindlichen App, werden Nahrungsmittel mit Hilfe automatisierter Bildverarbeitung und künstlicher Intelligenz erfasst und deren Kohlenhydratgehalt automatisch abgeschätzt. Auf Grundlage der so ermittelten Kohlenhydratmenge berechnet die App einen konkreten Bolusvorschlag. In ersten Testreihen zeigte sich bereits eine Verbesserung der postprandialen Kontrolle, weitere klinische Studien sind in Vorbereitung.

 

Dass Daten und Informationen als Grundlage zur Vernetzung und Optimierung der Therapie unerlässlich sind, betonte auch Dr. Imke Schmitz-Losem, Pronova BKK, Leverkusen. Nichtsdestotrotz müsse Diabetes aber als gesamtgesellschaftliche Herausforderung und Prävention als gesundheitspolitisches Thema behandelt werden. Nur so könnten die notwendigen gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen entstehen, auf deren Grundlage die Versorgung noch effektiver werden könne.

 

 

Über Roche Diabetes Care

 

Roche Diabetes Care ist ein Pionier in der Entwicklung von Blutzuckermessgeräten und weltweit führend in den Bereichen Diabetes Management Systeme und Services. Es Menschen mit Diabetes zu ermöglichen, ein fast normales und aktives Leben zu führen – dafür setzt sich die Marke Accu-Chek® seit mehr als 35 Jahren engagiert ein. Zudem unterstützt sie Ärzte und andere medizinische Fachkräfte darin, ihre Patienten optimal zu betreuen. Accu-Chek® bietet Menschen mit Diabetes und ihren Versorgern innovative Produkte und umfassende Lösungen für ein komfortables, effizientes und effektives Diabetes Management – von der Blutzuckermessung über die Dokumentation und Interpretation der Daten bis hin zur Insulingabe. Das Accu-Chek®-Portfolio umfasst Blutzuckermessgeräte, Insulinpumpen-Systeme, Stechhilfen sowie Lösungen im Bereich Informations-Management und Schulungsprogramme für Ärzte, Diabetesberaterinnen und Menschen mit Diabetes – die zu einem verbesserten Therapieergebnis beitragen können.

 

 

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

 

 

Literatur 

  1. Lottmann K et al., 49. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft, 2014, #P89.

 

 


Quelle: Roche Diagnostics, 13.03.2015 (tB).

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