Diabetes Typ 1: Spritzen für den kleinen Paul –

Ein neuer Verein hilft

 

Eine regelmäßige Blutzuckermessung ist unerlässlich. Photo: UK UlmUlm (22. August 2008) – Die Rechtsanwältin Dr. Anja Bratke hat zusammen mit anderen betroffenen Eltern den Verein "Diabetes Kinder Ulm und Umgebung e.V." gegründet, denn ihr viereinhalbjähriger Sohn Paul hat Diabetes Typ 1. Bei dieser genetisch bedingten Stoffwechselerkrankung zerstört das körpereigene Immunsystem im Rahmen einer Entzündungsreaktion die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse – zeitlebens ist er auf die künstliche Zufuhr von Insulin angewiesen.

Als Pauls Krankheit im Alter von 18 Monaten von Professor Dr. Martin Wabitsch, er ist Leiter der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Ulm, und seinem Team erkannt wurde, erlebte Dr. Bratke hier viel praktische Hilfe in Form von Beratungen und Schulungen. Doch außerhalb des Klinikums – im Alltag – fehlten der besorgten Mutter entsprechende Angebote. Sie war allein mit all den schwierigen Fragen rund um die Gesundheit ihres Sohnes. Deshalb hat sich der Verein insbesondere den Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen Eltern zum Ziel gesetzt. Regelmäßig kommen die Mitglieder zusammen, organisieren Schulungen und geben gegenseitige moralische Unterstützung. Paul ist während dieser Treffen plötzlich ein ganz normales Kind, denn seine Spielkameraden brauchen ja auch regelmäßig eine Spritze …

Diabetes vom Typ 1 wird häufig unterschätzt. Professor Wabitsch: "Man merkt den Kindern die Krankheit in aller Regel nicht an, sie sehen gesund aus", so der Mediziner, dessen Sektion am Universitätsklinikum Ulm ein anerkanntes Schulungszentrum der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ist und auch überregionale Bedeutung hat. Die Krankheit hat aber ihre Tücken: Charakteristisch für den (schlecht oder nicht eingestellten) Typ-1-Diabetes kann u. a. eine ausgeprägte Gewichtsabnahme, verbunden mit Austrocknung, ständigem Durstgefühl, häufigem Wasserlassen, Erbrechen oder Bauchschmerzen sein. Besonders zu beachten sind außerdem mögliche schwere Folgeschäden an den Augen, Nieren, Gefäßen oder Nerven. In der Öffentlichkeit sind diese gesundheitlichen Beschwerden und Risiken jedoch kaum bekannt. Das weiß Professor Wabitsch, und deshalb ist er besonders froh, nun Mitstreiter außerhalb des Klinikums gefunden zu haben, die für Ulm und das Umland eine Lücke in der Aufklärungsarbeit und der praktischen Hilfe jenseits des Krankenbettes schließen.

Gerne gibt Dr. Anja Bratke nähere Informationen zum Verein "Diabetes Kinder Ulm und Umgebung e.V.". Die Rufnummer lautet (0 73 04) 92 93 13. Unter "anja.m.martin@web.de" ist Dr. Bratke per E-Mail zu erreichen.

 


Quelle: Presseinformation der Universitätsklinikum Ulm (22.08.2008).

 

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