Einzelzimmer im REMEO® Center Dortmund. Photo: Linde HealthCareFachsymposium Linde Remeo

Beatmungspatienten benötigen professionelle Strukturen für erfolgreiches Weaning

 

Dortmund (17. November 2012) – Beim gemeinsamen Fachsymposium der Linde Remeo Deutschland GmbH und dem Knappschaftskrankenhaus Dortmund zum Thema Weaning und außerklinische Versorgung von beatmeten Patienten am 17.11.2012 wurde die bundesweite Situation von Beatmungspatienten diskutiert. Die Referenten forderten dabei einstimmig den Ausbau spezieller Beatmungszentren, damit beatmete Patienten adäquat und professionell versorgt werden können.

 

"Patienten, deren Atempumpe aus welchem medizinischen Grund auch immer nicht mehr funktioniert, benötigen eine Atemunterstützung, die im schlimmsten Fall invasiv und dauerhaft vorhanden sein muss. In vielen Fällen ist eine Entwöhnung vom Beatmungsgerät aber möglich“, erklärte Dr. Clemens Kelbel, Chefarzt der Pneumologie im Knappschaftskrankenhaus Dortmund. „Im Klinikum Westfalen haben wir für Patienten mit respiratorischen Erkrankungen ein umfassendes Konzept je nach individuellem Bedarf. Patienten mit akuter respiratorischer Insuffizienz werden erst einmal auf der Intensivstation behandelt. Sind die Patienten dann stabil, versuchen wir sie in unserer Weaningstation vom Respirator zu entwöhnen. Für chronische respiratorische Leiden mit nicht-invasiver oder invasiver Beatmung steht anschließend unsere Station für außerklinische Beatmung zur Verfügung. Patienten, die einen langfristigen Verlauf mit invasiver Beatmung vorweisen, können im neu eröffneten REMEO® Center der Linde Remeo Deutschland GmbH im Neubau der Klinik aufgenommen und betreut werden.“ Kelbel beschrieb zudem das ideale Vorgehen bei der Beatmungsentwöhnung, wobei eine gute Organisation und abgestimmte Zuständigkeiten in der Klinik eine große Rolle spielen. „Das Konzept unserer Klinik, welches alle Belange der modernen Beatmungsmedizin auf so engem Raum umfasst, ist in Deutschland einmalig“, fasste Kelbel abschließend zusammen.

 

Dr. Thomas Barchfeld, Oberarzt für Intensivmedizin und Weaning am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft beschrieb in seinem Vortrag die Entwicklung des Weanings in Deutschland: „Wir haben sicherlich schon eine Menge erreicht – bei der Bildung von Weaning-Zentren angefangen, bis hin zur Erstellung von Leitlinien und Handlungsempfehlungen. Um den Patienten eine hohe Qualität und damit ein erfolgreiches Weaning anbieten zu können, gilt es auch in Zukunft die Herausforderungen wie steigenden finanziellen Druck und veränderte Rahmenbedingungen in Kliniken anzunehmen und intelligente Lösungen im Sinne des Patienten zu finden.“

 

Anschließend zeigte Prof. Dr. Wolfram Windisch, Chefarzt der Pneumologie im Klinikum der Stadt Köln-Merheim auf, dass die von Durchführungsempfehlungen und Leitlinien geforderten Anforderungen häufig noch nicht erfüllt werden können.

 

„Die Versorgung und Entwöhnung beatmeter Patienten soll in Beatmungszentren durchgeführt werden, welche aber erst einmal in den Leitlinien genauer definiert und dann auch akkreditiert werden müssen. Es müssen je nach den regionalen Gegebenheiten Lösungen für eine professionelle außerklinische Beatmungspflege gefunden werden.“

 

Zudem stellte Windisch heraus: „Wichtig zu erwähnen ist, dass die Klinik die Verantwortung für die Organisation der außerklinischen Beatmungspflege trägt und daher einen geeigneten Platz für den jeweiligen Patienten suchen muss. Zudem müssen – vor allem die invasiv beatmeten Patienten – nach der Entlassung aus der Klinik immer wieder bei Kontrolluntersuchungen von einem spezialisierten Arzt untersucht werden, wobei auch ein eventuelles Weaningpotenzial festgestellt werden kann“.

 

„In Berlin arbeiten wir bereits seit vielen Jahren mit professionellen außerklinischen Beatmungspflegeeinrichtungen wie dem REMEO® Center in Mahlow zusammen, so dass die Überleitung von der Klinik in die außerklinische Pflege sicher und gut organisiert ablaufen kann“, berichtete Dr. med. Simone Rosseau, Oberärztin der Intensivstation an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie und ärztliche Leiterin des Weaningzentrums/DGP und des Zentrums für Außerklinische Beatmung an der Charité. „Leider gibt es aber auch Pflegedienste, die kein speziell ausgebildetes Personal vorhalten. Meistens beziehen diese Pflegedienste Ihre Klienten direkt von Akut-Intensivstationen, die häufig die Möglichkeiten und Grenzen außerklinischer Beatmungspflege gar nicht übersehen. Hierdurch sind instabile Versorgungssituationen vorprogrammiert. Die Überleitung beatmeter Patienten von der Klinik in den außerklinischen Bereich sollte daher möglichst durch spezialisierte Weaning- (DGP) oder Beatmungszentren (DIGAB) erfolgen. Wünschenswert wäre auch die Erfassung aller Patienten mit außerklinischer Beatmung in einem deutschlandweiten Register, um Patienten, die nicht primär aus solchen Zentren kommen, zumindest sekundär einer spezialärztlichen Betreuung zuzuführen. Hierdurch könnte die Lebensqualität der Betroffenen verbessert und langfristig vielleicht doch noch eine Beatmungsentwöhnung erzielt werden. Aus diesem Grund sollten verantwortungsvolle Beatmungspflegedienste eng mit Weaning- bzw. Beatmungszentren zusammenarbeiten.“

 

Diese noch häufig auftretende Versorgungslücke zwischen der Klinik und der anschließenden pflegerischen Versorgung können die REMEO® Center schließen. Die bisher sechs REMEO® Center in Deutschland bieten eine vollstationäre Versorgung für langzeitbeatmete Patienten und verbinden dabei Sicherheit und Zuverlässigkeit mit mehr Komfort und Lebensqualität, als dies in einer Klinik möglich wäre. Ein Team aus Fachärzten und hoch qualifiziertem, auf Beatmung spezialisiertem Pflegefachpersonal, kümmert sich in einer angenehmen Umgebung rund um die Uhr um die Sicherheit und Bedürfnisse der Patienten. Außerdem erfahren Angehörige in speziellen Schulungen wie sie beispielsweise das Beatmungsgerät richtig bedienen oder sich in Notsituationen verhalten sollen.

 

Beatmete Patienten bekommen auf diese Weise die nötige Zeit, in ein mobiles und selbständigeres Leben zurückzufinden und erfahren so deutlich mehr Lebensqualität. Seit August 2012 ist diese professionelle Betreuung auch für Beatmungspatienten aus Nordrhein-Westfalen im REMEO® Center Dortmund möglich. Weitere Standorte sind in Planung.

 

Informationen zu REMEO® und den Centern finden Sie unter www.remeo.de oder per Mail an remeo@linde-remeo.de. Das REMEO® Center Dortmund befindet sich auf dem Gelände des Knappschaftskrankenhauses Dortmund, Am Knappschaftskrankenhaus 1 (ehemals Wieckesweg 27), 44309 Dortmund, Telefon 0231.565556-0. Kontakt zur Centermanagerin Frau Beate Kersting: Telefon mobil 0172.7328424, beate.kersting@linderemeo.de.

 

 

Abb. 1: Einzelzimmer im REMEO® Center Dortmund. Photo: Linde HealthCare 

 

Abb. 1: Einzelzimmer im REMEO® Center Dortmund. Photo: Linde HealthCare

 

 

Abb. 2: Der Neubau am Knappschaftskrankenhaus. Photo: Linde HealthCare 

 

Abb. 2: Der Neubau am Knappschaftskrankenhaus. Photo: Linde HealthCare

 

 

Über REMEO®

 

REMEO® ist spezialisiert auf die Pflege und Betreuung von Beatmungspatienten. Es bildet die Brücke von der Intensivstation zurück in die häusliche Umgebung. Patienten erhalten je nach Bedarf punktuelle ambulante Versorgung zu Hause oder eine vollstationäre Versorgung in einem REMEO® Center. In Deutschland gibt es aktuell sechs Center. Weitere sind in Planung.

 

Die Linde Remeo Deutschland GmbH ist verantwortlich für die REMEO® Center sowie die ambulante Versorgung. Die Linde Remeo Deutschland GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Linde Gas Therapeutics GmbH und Teil der Linde Group.

 

Weitere Informationen unter www.remeo.de

 

 

Über Linde Gas Therapeutics, Linde Healthcare

 

Linde Gas Therapeutics GmbH ist der führende Anbieter für die Arzneimittelversorgung mit Gasen, den dazugehörigen Medizinprodukten und für die aktive Betreuung beatmungspflichtiger Patienten in Deutschland. In allen Bereichen stehen Sicherheit, Qualität und Innovation der Therapien und Dienstleistungen im Vordergrund. Die Geschäftseinheit in Deutschland umfasst rund 500 Mitarbeiter für den Arzneimittel- und Medizinprodukteverkauf sowie die Patientenversorgung zu Hause oder in eigenen Beatmungspflegeeinrichtungen.

Linde Gas Therapeutics GmbH ist eine Konzerngesellschaft der Linde Group.

 

Weitere Informationen unter www.linde-healthcare.de

 

 

Über The Linde Group

 

The Linde Group ist ein weltweit führendes Gase- und Engineeringunternehmen, das mit rund 48.500 Mitarbeitern in mehr als 100 Ländern vertreten ist und im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von 13,787 Mrd. Euro erzielt hat. Die Strategie der Linde Group ist auf ertragsorientiertes und nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Der gezielte Ausbau des internationalen Geschäfts mit zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen steht dabei im Mittelpunkt. Linde handelt verantwortlich gegenüber Aktionären, Geschäftspartnern, Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt – weltweit, in jedem Geschäftsbereich, jeder Region und an jedem Standort. Linde entwickelt Technologien und Produkte, die Kundennutzen mit einem Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung verbinden.

 

Weitere Informationen über The Linde Group finden Sie online unter www.linde.com

 

 


 

Quelle: Linde Gas Therapeutics, 17.11.2012 (hB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…
Suliqua®: In komplexem Umfeld – einfach besser eingestellt
Suliqua®: Überlegene HbA1c-Senkung  im Vergleich zu Mischinsulinanalogon
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…
Mehr Lebensqualität für onkologische Patient:innen durch bessere Versorgung: Supportivtherapie, Präzisionsonkologie,…
WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…