Herausforderung Demographie annehmen

 

Diakonie Neuendettelsau geht mit Projekt „Pedro“ neue Wege demographieorientierter Personalarbeit

 

Neuendettelsau (27. März 2012) – Spricht man heute Personalverantwortliche aus sozialen Einrichtungen auf die  demographische Entwicklung an, landet man häufig sehr schnell bei den sogenannten „älteren Mitarbeitenden“ sowie bei dem Thema „Gesundheit“. So wichtig diese Themen sind, so sehr greift jedoch eine Fokussierung allein darauf zu kurz. Dabei sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Pflegebedürftigen auf mehr als 3,3 Millionen wachsen. Zugleich nimmt der Mangel an ausgebildeten Pflegekräften zu. Dem Statistischen Bundesamt zufolge werden im Jahr 2025 rund 125.000 Beschäftigte in Pflegeberufen fehlen. Daher wird deutlich, dass Sozialunternehmen schon heute sämtliche Hebel in Bewegung setzen müssen, um einerseits neue Mitarbeitende zu finden (Rekrutierungsstrategie), andererseits aber auch um Rahmenbedingungen zu schaffen, damit vorhandene Mitarbeitende möglichst lange leistungsfähig, motiviert und qualifiziert in den Einrichtungen arbeiten können.

 

Vor diesem Hintergrund hat die Diakonie Neuendettelsau begonnen, in ihrem Projekt „Pedro – Personalentwicklung demographisch orientiert“ vier ihrer Einrichtungen der Alten- und Behindertenarbeit genauer unter die „demographische Lupe“ zu nehmen. Dabei waren Beschäftigte aller Altersgruppen aufgerufen, in zahlreichen Workshops anhand des selbstentwickelten „Unternehmensradars“ ihre aktuelle Arbeitssituation hinsichtlich Anforderungen, Kompetenz, Organisation, Führung usw. zu bewerten und Anregungen für die Weiterentwicklung beizusteuern. Mithilfe einer Altersstrukturanalyse wurde zudem der Blick in die nächsten zehn Jahre simuliert. So konnte möglicher zukünftiger Handlungsbedarf (z.B. in punkto Qualifizierung oder Zusammenarbeit der Generationen) ermittelt werden.

 

 

Leitungskräfte als Gestalter des Demographiemanagements

 

Wer ist in einer Organisation mit ca. 6.600 Mitarbeitenden für eine demographiebewusste Personalarbeit „zuständig“? Die Antwort: Alle! Zum einen das Management, das über die Steuergruppe, sowie über das Referat Personal- und Sozialwesen  entsprechende Rahmenbedingungen schaffen kann, zum anderen auch die Mitarbeiter, die mit ihrer konstruktiven und differenzierten Bewertung vielerlei Veränderungsimpulse gegeben haben. Eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung und Ausgestaltung dieser Impulse kommt jedoch vor allem den Einrichtungs-, Stations-, (Wohn-)Bereichs- und Pflegedienstleitungen vor Ort zu. Im Rahmen des Projekts Pedro, welches über das Programm „Rückenwind – Für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert wird, werden diese daher bereits bei der strategischen Auswahl von demographieorientierten Veränderungsprojekten sowie später bei deren konkreter Umsetzung intensiv mit einbezogen. Dazu werden sie in der 5-teiligen Seminarreihe „Moderne Führung in Zeiten demographischer Veränderung“ systematisch vorbereitet und permanent begleitet und erweitern dadurch gleichzeitig ihre allgemeinen Fähigkeiten als Führungskraft, ihr demographiespezifisches Know-How sowie ihre Change – Management – Kompetenzen. Mit zusätzlicher Unterstützung durch externe Trainer und Coaches kann so die Verknüpfung von Arbeit und Lernen, Personal- und Organisationsentwicklung, Kompetenz- und Veränderungsmanagement gelingen.

 

 

Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis

 

Ganz bewusst möchte die Diakonie Neuendettelsau das Projekt Pedro auch nutzen, um einigen grundsätzlicheren Fragestellungen nachzugehen: Welche Herausforderungen bringt der demographische Wandel mit sich? Wie können Qualifikation, Gesundheit und Motivation einer zunehmend älter werdenden Mitarbeiterschaft gefördert und beibehalten werden? Welche ethischen Standards gelten, wenn es gleichzeitig darum geht, in einem zunehmend kompetitiven Umfeld als Sozialunternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben? Wie wird sich das Berufsbild „Pflege“ entwickeln und wie kann das Image des Pflegeberufs gefördert werden? Mit diesen und ähnlichen  Fragestellungen beschäftigt sich das International DiaLog College and Research Institute GmbH (IDC), unter dessen Federführung Pedro gemeinsam mit dem Referat Personal- und Sozialwesen durchgeführt wird und das als Forschungsinstitut der künftigen Wilhelm-Löhe-Hochschule Fürth ein besonderes Interesse an der Verknüpfung von Forschung, Lehre und Praxis hat. Weiterhin wesentlich am Projekt beteiligt ist Prof. Dr. Gerhard Wirner von der  Evangelischen Hochschule Nürnberg. Als Inhaber des Lehrstuhls für Sozialmanagement und Soziologie bringt er als externer Kooperationspartner seine langjährige Erfahrung in Fragen des Personalmanagements sozialer Organisationen mit ein.

 

Momentan befindet sich Pedro in der Entscheidungsphase bezüglich konkreter Veränderungsprojekte. Da die Laufzeit bis Mai 2013 andauert, ist noch mit vielen weiteren Maßnahmen zu rechnen.

 


Quelle: DIAKONIE NEUENDETTELSAU / International DiaLog College and Research Institute (IDC), 27.03.2012 (tB).

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