Photo: Judith Fox

Fotoausstellung mit Werken von Judith Fox

I still do: Lieben und Leben mit Alzheimer

 

 

Berlin (17. September 2010) – Die Ausstellung der Fotografin Judith Fox „I still do: Loving and Living with Alzheimer’s“ wird am 27. September 2010 in Berlin eröffnet. Gezeigt werden Fotografien, die die Künstlerin im Laufe vieler Jahre von ihrem an Alzheimer erkrankten Ehemann Dr. Edward Ackell aufgenommen hat.

Entstanden sind eindrucksvolle Momentaufnahmen eines fortschreitenden Prozesses. Bilder voller Nähe, Zärtlichkeit und manchmal auch voller Erstaunen. Zusammen mit dem von ihr verfassten Buch wurde daraus ein beeindruckendes Porträt eines Alzheimer-Kranken – aus der Sicht einer Ehefrau und Pflegepartnerin. Judith Fox gibt der Krankheit ein Gesicht und möchte so das Gefühl der Isolation bei den pflegenden Angehörigen lindern und der Stigmatisierung der Krankheit entgegenwirken.

 

Mehr als 36 Millionen Menschen weltweit leiden an Alzheimer und anderen Demenz-Erkrankungen. Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Betroffen allein in Deutschland von derzeit etwa einer Million auf über zwei Millionen in den nächsten 50 Jahren erhöhen. „Das ist eine sehr hohe Zahl, hinter der sich eine Vielzahl einzelner Schicksale verbirgt,“ sagt Dr. Barbara Keck, Geschäftsführerin von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisation BAGSO. „Wenn Sie selbst oder ein geliebter Mensch von der Krankheit betroffen sind, ändert sich Ihr Leben völlig.“

 

Judith Fox geht es vor allem darum, mit den bewegenden Bildern aus ihrem ganz privaten Umfeld, Einblicke zu geben, was die Diagnose Alzheimer für den Einzelnen und seine Angehörigen bedeuten kann. „Es gibt viele falsche Ansichten zu der Krankheit – manchmal auch bei den Betroffenen selbst“, sagt sie. So habe auch ihr Ehemann einige Jahre lang nicht gewollt, dass die Menschen von seiner Alzheimer-Erkrankung erfuhren. Er wollte mit Respekt behandelt werden, hatte Angst, die Leute dächten, er sei verrückt. Für Fox wäre aber gerade ein offenerer, transparenterer Umgang mit Alzheimer wichtig.

 

Bei ihrem Ehemann, Dr. Edward Ackell, wurde nach dreijähriger Ehe eine Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert. Während der nächsten zehn Jahre erlebte Judith Fox die Veränderungen ihres Mannes mit: „Dies sind einige der Dinge, die mein Ehemann früher getan hat: ein Flugzeug steuern, Menschen operieren, weltweite Beratungen vornehmen, eine Universität und medizinische Zentren leiten, vier Holes-in-One schlagen und im selben Basketballteam wie Bob Cousy spielen, einem ehemaligen Profi-Basketballer“, schildert sie.

 

Und: „Dies sind einige der Dinge, die mein Ehemann nicht mehr tun kann: Den Weg zu einem unbekannten Badezimmer und wieder zurück finden, die Kaffeemaschine bedienen, ein Golfturnier spielen oder sich an das erinnern, was ich ihm vor zwei Minuten erzählt habe.“

 

Die bewegenden Einblicke, die Judith Fox erstellt hat, sind in Berlin vom 28.September bis 05. November 2010 zu sehen.

 

 

 

Photo: Judith Fox  

 

Abb.: Manchmal vergisst Ed, dass wir verheiratet sind.

Damit komme ich zurecht.

Er vergisst nie, dass er mich liebt und dass ich ihn liebe.

Das ist mir lieber, als wenn er sich erinnern würde, dass wir verheiratet sind,

und vergessen hätte, dass wir einander lieben.

 

 

Informationen zur Ausstellung

 

Eröffnung: 27. September 2010 um 19.30 Uhr

Dauer: 28. September bis 5. November 2010

Ort: Theodor Tucher

Speisekabinett & Leselounge

Pariser Platz 6a

10117 Berlin

 

 

Ausstellung wird unterstützt von Pfizer Deutschland in Zusammenarbeit mit der

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisation BAGSO.

 

 

Download

 

 

 


Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisation BAGSO, 17.09.2010 (tB).

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