MS-Schwestern:

Wichtige Hilfe in schwierigen Zeiten

 

Darmstadt (4. Juli 2008) – Immunmodulierende Medikamente wie beispielsweise Interferone sind umso effektiver, je frühzeitiger die Behandlung beginnt – im Optimalfall zeitgleich mit der Diagnosestellung. Wichtig ist zudem, dass die Therapie kontinuierlich fortgesetzt wird, auch über die möglicherweise schwierige erste Zeit hinweg, wenn Nebenwirkungen auftreten und die regelmäßige Selbstinjektion noch keine Routine ist.

 

Erst langfristig zeigen sich Therapieeffekte

Die Diagnose MS stellt viele Pläne und vermeintliche Selbstverständlich­keiten in Frage. Gerade in der schwierigen ersten Zeit, in der viele Patienten verunsichert oder verängstigt sind, sollte aber bereits die Be­handlung beginnen und dann konsequent durchgeführt werden. Ohne professionelle Betreuung bricht jedoch jeder vierte MS-Patient die Thera­pie mit immunmodulatorischen Substanzen wie z.B. Rebif® (Interferon beta-1a s.c.) frühzeitig ab. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: So kön­nen beispielsweise schubfreie Phasen am Sinn der Therapie zweifeln lassen, oder aber – im umgekehrten Fall – kann ein neuer Schub das Vertrauen in ihre Wirksamkeit erschüttern. Das Dilemma der Basisthera­pie ist, dass ihr Erfolg – nämlich das Ausbleiben neuer Schübe – unsicht­bar und für den Patienten nicht unmittelbar spürbar ist. Die tatsächliche Wirksamkeit der Behandlung kann frühestens nach sechs Monaten bis einem Jahr ununterbrochener Anwendung beurteilt werden.


 

Werden die Patienten in dieser Zeit durch professionelle MS-Schwestern begleitet, können Frustrationen oder Unsicherheiten wesentlich besser aufgefangen werden: Die Zwischenergebnisse der MS-Therapie-Betreuungs-studie zeigen, dass die professionelle Therapiebegleitung die Abbruchrate in den ersten drei Monaten von 26,6 auf 6,9 Prozent verrin­gert. Auch die klinische Forschungsgruppe für Multiple Sklerose und Neuroimmunologie der Neurologischen Universitätsklinik Würzburg empfiehlt in ihren aktuellen Therapie-empfehlungen: „Nach Möglichkeit sollte eine/ein durch ein standardisiertes und anerkanntes Schulungsprogramm ausgebildete „MS-Schwester/MS-Krankenpfleger“ in die langfristige Betreuung einbezogen werden.“[1]

 

Ruhe und Zeit für die MS-Betreuung

Das Biotechnologie-Unternehmen Merck Serono unterstützt MS-Patienten mit dem strukturierten und persönlichen RebiSTARTM-Schwesternservice. Speziell geschulte MS-Pflegekräfte begleiten Patienten gerade in der kri­tischen Anfangszeit und helfen bei den ersten Schritten in der Therapie. Die MS-Betreuerinnen informieren detailliert über die Behandlung und klären über mögliche, meist vorübergehende Nebenwirkungen auf. Darü­ber hinaus geben sie praktische Tipps zum Alltagsleben, Rat und Hilfe in bürokratischen Angelegenheiten oder nehmen sich einfach nur Zeit für ein offenes Gespräch – auch mit Angehörigen.

 

Die engmaschige persönliche Betreuung mit insgesamt sieben Kontakten zwischen dem Patienten und der MS-Schwester in den ersten fünfzehn Behandlungswochen sorgt für eine gute Information und Schulung der Patienten und motiviert sie, die Therapie fortzuführen. Bei Hausbesuchen wird gemeinsam mit den Patienten u. a. geübt, wie Fertigspritze und In­jektionshilfe angewendet werden. Im persönlichen Gespräch informiert die MS-Schwester über die zu erwartenden Therapieeffekte. Aber auch, wenn im weiteren Verlauf der Erkrankung Probleme auftreten, stehen die MS-Betreuerinnen zur Verfügung.

 

RebiSTAR beinhaltet zusätzlich zur persönlichen Betreuung u. a. eine 24h-MS-Infoline (per Telefon oder E-Mail), und es wird umfassendes Informationsma-terial sowie die Teilnahme an der RebiSTAR-Patienten­akademie mit Veranstaltungen und Vorträgen angeboten.

 

Der Patient als MS-Spezialist

Ziel von RebiSTAR ist es u.a., MS-Patienten darüber aufzuklären, dass nur eine regelmäßige Behandlung weiteren Schüben vorbeugen kann. Kompetent vermittelte Informationen zur MS motivieren die Betroffenen, sich mit ihrer Erkrankung auseinander zu setzen und ihr Leben aktiv zu gestalten. Die MS-Schwestern werden auch geschult, darauf zu achten, ob ein Patient depressiv ist, um gegebenenfalls rechtzeitig auf psycholo­gische Unterstützung hinwirken zu können.

 

Qualifikation MS-Schwester

Die Ausbildung zur MS-Schwester erfolgt in einer intensiven Fortbildungs­reihe – dem Merck Serono-Kolleg. Hier lernen die angehenden MS-Schwestern, wie sie patientengerecht kommunizieren können, und sie vertiefen ihr Fachwissen über MS sowie mögliche rechtliche Aspekte. Darüber hinaus wird vermittelt, wie wichtig es ist, MS frühestmöglich zu diagnostizieren, zu behandeln und die Patienten zu motivieren, „bei der Stange zu bleiben“. Die 40-stündige Weiterbildung besteht aus sechs Modulen und ist vom Bildungswerk für Gesundheitsberufe und dem Be­rufsverband der Arzthelferinnen e.V. als einzige Anpassungsfortbildung in der MS aner­kannt.

 

 

Quelle: Fachpresseeinladung der Firma Merck Serono „Fortbildungsveranstaltung für MS-Betreuerinnen – Ansprache, Vertrauen und Betreuung: Die zentrale Rolle einer MS-Schwester“ am 4./5. Juli in Darmstadt (the messengers) (tB).



[1] Klinische Forschungsgruppe für Multiple Sklerose und Neuroimmunologie. Neurologische Universitätsklinik, Würzburg: Immunmodulatorische Stufentherapie der Multiplen Sklerose. Aktuelle Therapieempfehlungen (September 2006). In: Der Nervenarzt 12. Online publiziert am 30.11.2006. Springer Medizinverlag.

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