Der Monitor des PulmoVista 500 zeigt anhand von Bildern, Kurven und Parametern wie sich die Ventilation regional verteilt. Photo: Drägerwerk AG & Co. KgaANeue Einblicke in die Lunge

EIT-Gerät von Dräger revolutioniert das Beatmungs-Monitoring

 

Hamburg (16. Mai 2011) – PulmoVista 500 ist das erste, für den klinischen Alltag entwickelte, EIT-Gerät (Elektrische Impedanztomografie), mit dem der Intensivmediziner direkt am Patientenbett sieht, wie sich die Beatmung in der Lunge regional verteilt. Mit bis zu 50 Bildern pro Sekunde kann der Arzt die Auswirkungen der Intensivbeatmung in Echtzeit mitverfolgen. Die Uniklinik Leipzig setzt das neue PulmoVista 500 als weltweit erstes Krankenhaus ein.

 

Der Druck eines Beatmungsgeräts kann vielfach höher sein als bei normaler Atmung und birgt damit das Risiko, Lungenbereiche zu überdehnen. Ist der Druck am Ende eines Atemzugs dagegen zu niedrig eingestellt, können Lungenareale in sich zusammenfallen. Beides kann den Heilungsprozess eines Intensivpatienten behindern. Die Computertomografie (CT) gab dem Arzt bisher Klarheit über den Lungenzustand, jedoch nur als Momentaufnahme. Das PulmoVista 500 liefert nun ergänzend dynamische Bilder – vergleichbar mit einer Filmsequenz. Der Arzt kann kontinuierlich mitverfolgen, wie sich das vom Beatmungsgerät erzeugte Atemgasvolumen in der Lunge verteilt. „Mit Hilfe von EIT können wir jetzt sehen, wie sich die Lungenbelüftung verändert und sie damit funktionell beurteilen. Das ist in dieser Form bisher nicht möglich gewesen“, so Prof. Dr. Hermann Wrigge, stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie an der Uniklinik Leipzig, die als erste Klinik weltweit das EIT-Gerät von Dräger einsetzt. Zur Messung wird dem Patienten ein flexibler Gürtel mit 16 integrierten Elektroden um den Brustkorb gelegt. Während der Messung speisen die Elektroden einen geringen Wechselstrom in den Körper ein. Die daraus resultierenden Spannungen ändern sich je nach Luftgehalt in der Lunge. Aus diesen Werten errechnet das EIT-Gerät dann tomografische Bilder der Lungenfunktion.

 

 

Ein wichtiger Schritt in der lungenschonenden Beatmung

 

Da das PulmoVista 500 die Aufnahmen der regionalen Ventilationsverteilung ständig aktualisiert, kann das Gerät die Therapiesteuerung unterstützen. Verändert der Arzt beispielsweise den PEEP (positiver endexspiratorischer Druck) des Beatmungsgeräts, zeigt der Monitor des EIT-Geräts unmittelbar die Auswirkungen auf die Verteilung der Ventilation und des endexspira-torischen Lungenvolumens. Der PEEP, der den Atemwegsdruck am Ende des Atemzugs beschreibt, darf nicht zu niedrig eingestellt werden, um ein Zusammenfallen der Lungenbläschen zu verhindern. Dagegen könnte ein zu hoher PEEP noch gesunde Bereiche der Lunge überdehnen und schädigen. Studienergebnisse zeigen, dass die EIT kontinuierlich Informationen zur Rekrutierfähigkeit der Lunge und zur optimalen PEEP-Einstellung liefern kann. (1, 2) Dies kann Anwendern helfen, eine möglichst homogene Verteilung der Belüftung in der Lunge zu erreichen. Den Nutzen von EIT für die maschinelle Beatmung unterstreicht auch Prof. Dr. med. Christian Putensen, Leiter der Operativen Intensivmedizin am Uniklinikum Bonn, der seit 2003 in der klinischen EIT-Anwendung forscht: „Offenbar kann sich der Gasaustausch bei Patienten mit respiratorischen Komplikationen verbessern, wenn die Beatmungsparameter unterstützt durch EIT eingestellt werden.“

 

 

Klinische Abläufe im Blick

 

Die Entwickler des PulmoVista 500 achteten darauf, dass das EIT-Gerät im betriebsamen klinischen Alltag möglichst einfach zu bedienen sein sollte. Dank des Elektrodengürtels, der sich leicht anlegen lässt, ist das Gerät in nur wenigen Minuten einsatzbereit. Messergebnisse und bereits aufgenommene EIT-Daten sind direkt am Bett abrufbar. Da das nicht-invasive EIT-Verfahren ohne Strahlung arbeitet, unterstützt PulmoVista 500 darüber hinaus ein nebenwirkungsfreies Beatmungs-Monitoring.

 

Hersteller des PulmoVista 500 ist die Dräger Medical GmbH.

 

 

Dräger. Technik für das Leben®

 

Dräger ist ein international führendes Unternehmen der Medizin- und Sicherheitstechnik. Dräger-Produkte schützen, unterstützen und retten Leben. 1889 gegründet, erzielte Dräger 2010 weltweit einen Umsatz von rund 2,18 Mrd. Euro. Das Lübecker Unternehmen ist in mehr als 190 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit rund 11.000 Mitarbeiter. 

Weitere Informationen unter www.draeger.com  

 

 

Anmerkungen

 

  • (1) Erlandson K. et al., Positive end-expiratory pressure optimization using electric impedance tomography in morbidly obese patients during laparoscopic gastric bypass surgery. Acta Anaesthesiol Scand 2006; 50: 833–839

 

  • (2) Lowhagen K, Lundin S, Stenquist O: Regional intradital gas distribution in acute lung injury and acute respiratory distress syndrome – assessed by electrical impedance tomography. Minerva Anestesiol 2010; 76:1024-35

 

 

Abbildungen

 

PulmoVista 500 freigestellt.jpg

 

Abb. 1: Das neue PulmoVista 500. Photo: Drägerwerk AG & Co. KgaA

 

 

Abb. 2: Bis zu 50 Aufnahmen pro Sekunde liefern ein dynamisches Bild der Ventilation direkt am Patientenbett. Photo: Drägerwerk AG & Co. KgaA

 

Abb. 2: Bis zu 50 Aufnahmen pro Sekunde liefern ein dynamisches Bild der Ventilation direkt am Patientenbett. Photo: Drägerwerk AG & Co. KgaA

 

 

Abb. 3: Der Monitor zeigt anhand von Bildern, Kurven und Parametern wie sich die Ventilation regional verteilt. Photo: Drägerwerk AG & Co. KgaA

 

Abb. 3: Der Monitor zeigt anhand von Bildern, Kurven und Parametern wie sich die Ventilation regional verteilt. Photo: Drägerwerk AG & Co. KgaA

 

 

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Quelle: Pressegespräch der Firma Dräger zum Thema „Vorstellung des neuen EIT-Geräts PulmoVista 500“ am 16.05.2011 in Hamburg (tB).

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