Neues Untersuchungsmodell zur lokalen Wundtherapie

Dexpanthenol aktiviert wichtige Gene 

 

  • Modernste Forschungsmethode bringt neues Licht in die fördernde Wirkung der Dexpanthenolsalbe (Bepanthen® Wund- und Heilsalbe)

 

Vaals, Niederlande (5. April 2011) – Was schon seit langem bekannt ist, die Behandlung einer oberflächlichen Wunde mit Dexpanthenol-haltiger Salbe (Bepanthen® Wund-und Heilsalbe) wirkt positiv auf Fibroblasten und Keratinozyten: die faser- und hornbildenden Zellen vermehren sich und wandern in das geschädigte Gewebeareal ein. Außerdem ist jetzt auch bekannt, dass die lang bewährte Substanz verschiedene Gene für Signal-moleküle (Zytokine) reguliert, die für den Heilungsprozess der verletzten Haut wichtig sind. Anlässlich eines Symposiums während der 15. Tagung der Gesellschaft für Dermopharmazie in Vaals/Niederlande diskutierten führende Experten Anfang April diese neuen Forschungsergebnisse und bestätigten den Stellenwert von Dexpanthenol in der topischen Wundtherapie.

 

Moderne Genanalysen stärken die Empfehlung in der Apotheke

 

Auch wenn sich ein Produkt wie Bepanthen® Wund- und Heilsalbe über Jahrzehnte bewährt hat, ist es zeitgemäße Forschung, den Wirkmechanismen bis auf Ebene der Zellen, Moleküle und Gene auf den Grund zu gehen, lobte Prof. Dr. Merk, Universitätshautklinik Aachen, wissenschaftlicher Leiter der 15. GD-Tagung in Vaals und international akzeptierter Experte. Die Anwendung modernster Untersuchungsmethoden half so nicht nur, wissenschaftliche Fragen der Wundheilung beantworten zu können, sondern bestätigte auch die bekannte Wirksamkeit des Klassikers. Moderne Genanalysen geben somit in der Apotheke zusätzliche Sicherheit für die Empfehlung von lang bewährten Produkten wie der Bepanthen® Wund- und Heilsalbe zur Verbesserung der Wundheilung im Alltag.

 

 

Dexpanthenol hilft die schützende Hautbarriere schnell zu reparieren

 

Dexpanthenol stimuliert laut Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Ehrhardt Proksch von der Universitätshautklinik in Kiel die Wiederherstellung der Hautbarriere auf Ebene der Zellen. In einer Studie konnte er zeigen(1), dass Dexpanthenol die Zellteilung und Differenzierung von Bindegewebszellen (Fibroblasten) und hornbildende Zellen der Epidermis (Keratinozyten) fördert. Die lokale Anwendung von Dexpanthenol nach einer oberflächlichen Verletzung der Haut half so, die Barriere beschleunigt zu reparieren. Sie führte dabei zu einer signifikanten Verbesserung des Wassergehaltes der Hornzellschicht (Stratum corneum) und verringerte den erhöhten Wasserverlust über die Oberhaut. Diese Vorgänge werden im Rahmen eines Entzündungsprozesses durch verschiedene Wachstumsfaktoren und Zellbotenstoffe (Zytokine) reguliert. Der Wirkstoff in einer Wasser-in-Öl-Emulsion aufgetragen simuliert einen semi-okklusiven Verband, was für eine „geordnete“ Wundheilung förderlich sei, bemerkte der Klinikleiter.

 

 

Den Zellen auf die Gene geschaut

 

Um der Wirkung von Dexpanthenol auf Fibroblasten auf die Spur zu kommen, wendete Prof. Dr. Jens Malte Baron, Universitätshautklinik Aachen, eine Genanalyse mit einem sogenannten Microarray-Test (Affymetrix Gene Chip®) an. Diese moderne Technik kann die Aktivität von gleich 100 verschiedenen Genen überprüfen. Dazu gewann er Fibroblasten aus der Haut von drei Probanden und kultivierte diese im Labor (in vitro). Die Zugabe von Dexpanthenol veränderte die Genaktivität der Zellen deutlich(2). Diese produzierten jetzt vermehrt Botenstoffe von verschiedenen Zellen, die für die Wundheilung wichtig sind.

 

Dass Dexpanthenol die Genaktivität bei der Wundheilung beeinflusst, ließ sich aber nicht nur unter Kulturbedingungen zeigen, sondern auch erstmalig an der Haut von Menschen (in vivo)(3). Dazu wurden bei neun gesunden Probanden künstlich je zwei standardisierte gleiche Wunden erzeugt. Diese wurden anschließend alle zwölf Stunden zufällig und für Behandler und Probanden nicht erkennbar entweder mit fünfprozentiger Dexpanthenol-haltiger Salbe oder der reinen Salbengrundlage (Placebo) behandelt. Nach unterschiedlich langen Zeiträumen entnahmen sie anschließend wieder Gewebeproben und extrahierten die Ribonukleinsäure (RNS). Sie trägt die Information der Gene, die wie eine Gebauchsanweisung den Bau der  Eiweiße bestimmt. Danach untersuchte das Team mithilfe des Microarray-Tests die veränderte Gen-Aktivität in der Gesamthaut.

 

 

Genanalyse zeigt pharmakologische Wirkung von Dexpanthenol

 

Zu jedem Analysezeitpunkt beeinflusste Dexpanthenol die Aktivität vieler Gene im Vergleich zu Placebo signifikant. Baron wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die vermehrten Stoffwechsel-Prozesse der geschädigten Haut einen lokalen Panthotensäuremangel erzeugen. Die Wirkung der regelmäßigen Anwendung der wirkstoffhaltigen Salbe ließ sich über mehrere Tage hinweg zeigen und war nach drei Tagen am größten: 95 der untersuchten Gene zeigten zu diesem Zeitpunkt eine gesteigerte Aktivität unter Anwendung einer Dexpanthenol-haltigen Salbe im Vergleich zur wirkstofffreien Salbengrundlage. Darunter waren viele der für die Regulation von Entzündungsprozessen wichtigen Chemokine, die beispielsweise Fibroblasten anlocken sowie Interleukine, die die Entzündungsprozesse im Rahmen der Wundheilung regulieren. Aber die Ergebnisse der Gen-Chip-Analyse waren nicht der einzige Hinweis, dass Dexpanthenol die Wundheilung über die Gene beeinflussen kann. Verschiedene Zellbotenstoffe ließen sich auch mit anderen molekularbiologischen und immunologischen Techniken nachweisen.

 

 

Über Bepanthen® Wund- und Heilsalbe

 

Bepanthen® Wund- und Heilsalbe enthält fünf Prozent Dexpanthenol in einer Wasser-in-Öl-Emulsion. Bepanthen® Wund- und Heilsalbe kann Migration und Proliferation von Fibroblasten anregen, den Feuchtigkeitsgehalt der Haut verbessern und damit gleichzeitig die Wundheilung fördern. Bepanthen® Wund- und Heilsalbe ist frei von Konservierungsmitteln, Farb- und Duftstoffen und somit auch für die empfindliche Haut geeignet. Wird die Bepanthen® Wund- und Heilsalbe in der frühen Phase der Wundheilung aufgetragen, ist der fördernde Einfluss von Dexpanthenol am größten.

 

 

Über Bayer Vital

 

Die Bayer Vital GmbH vertreibt in Deutschland die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengeführten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Diabetes Care und Pharma. Bayer Vital konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will das Unternehmen einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern. Mehr über Bayer Vital steht im Internet: www.bayervital.de  

 

 

Abbildung

 

Microarray. Photo: Bayer HealthCare

 

Abb.: Microarray:

1: Aufbereitetes Material von Hautzellen mit RNS-Stückchen, die an den Enden mit einem fluoreszierenden Farbstoff markiert sind.

2:  DNS-Chip mit mehreren hunderttausend Genfragmenten, die sich an definierter Stelle auf dem Chip befinden – an sie bindet die komplementäre Fluoreszenz-markierte RNS.

3: Erkennt die Fluoreszenz-markierte RNS ihr Gegenstück eines Genfragmentes auf dem Chip, wird sie dort gebunden. Der entsprechende Bindungsort ist dann sichtbar.

4: Die farbig markierten Bindungsstellen auf dem Chip liefern ein Muster, das Aufschluss darüber gibt, welche Gene in dem eingesetzten Material (z.B. Hautzellen) aktiv waren.

 

Anmerkungen 

  1. Proksch E, Nissen HP. Dexpanthenol enhances skin barrier repair and reduces inflammation after sodium lauryl sulphate-induced irritation. J Dermatolog Treat. 2002 Dec;13(4):173-8.
  2. Wiederholt T et al. Calcium pantothenate modulates gene expression in proliferating human dermal fibroblasts. Exp Dermatol 2008; 18: 969–978
  3. Heise R et al. Einfluss von Dexpanthenol auf die Genexpression in humanen Hautzellen während der Wundheilung in vivo. Freier Vortrag FV 06-08, 46. DDG-Tagung, Dresden 31.3.2011

 

Download

 

 

 


 Quelle: Symposium und Pressegespräch der Firma Bayer HealthCare zum Thema „Barrierereparatur und Wundheilung – eine bewährte Substanz aus neuer Perspektive“ am 05.04.2011 in Vaals, Niederlande (Ogilvy Healthworld) (tB).

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