Optimale Versorgung für mehr Wirtschaftlichkeit in der Behandlung der Alzheimer-Demenz

Leitliniengerechte Therapie kann Kosten senken

 

Wiesbaden (28. September 2011) – Eine Behandlung mit Antidementiva ist die Basis für eine erfolgreiche und wirtschaftliche Versorgung von Alzheimer-Patienten, die auch Angehörige entlasten kann. Dies war das Fazit eines Pressegespräches der Firma Lundbeck im Rahmen des 84. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) vom 28.09.-01.10.2011 in Wiesbaden. „Eine leitliniengerechte Behandlung mit Memantin kann die Nachfolgekosten einer Therapie senken“, so Professor Reinhard Rychlik, Institut für Empirische Gesundheitsökonomie, Burscheid. Im Vergleich zu nicht-medikamentös bzw. nur mit Psychopharmaka behandelten Patienten waren die Gesamtkosten unter Memantin (Ebixa®) deutlich niedriger.1 „Davon profitieren auch wir als pflegende Angehörige“, betont Ute Halman, Alzheimer Initiative Rheinland-Pfalz e.V. Patienten kommen über eine längere Zeit besser zurecht. Die Pflege wird erleichtert und finanzielle Belastungen für die Angehörigen reduziert.

 

Die Versorgung von Alzheimer-Patienten ist und bleibt eine zunehmende gesellschaftliche Herausforderung. Viele Patienten werden unzureichend therapiert, erläuterte Professor Rychlik auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. „Rund 74 Prozent der Demenz-Patienten sind unterversorgt2“, so der Mediziner und Gesundheitsökonom. Sie erhalten keine antidementive Arzneimitteltherapie, obwohl diese einer leitliniengerechten Behandlung entspricht. Die Folge: „Ein schnelleres Fortschreiten der Erkrankung, eine frühzeitige Einweisung in die Klinik oder eine Pflegeeinrichtung, verstärkte Belastung für die pflegenden Angehörigen – und zunehmende Nachfolgekosten für Pflege und Klinik.1


 

Die Versorgungsanalyse der Barmer Ersatzkasse untersuchte die Versorgungssituation von 35.684 Patienten mit Alzheimer-Demenz anhand von anonymisierten Patientendaten. Verglichen wurden drei Behandlungsgruppen: Patienten mit einer Memantin-Therapie, Patienten ohne eine Arzneimitteltherapie und Patienten, die eine Behandlung mit Psychopharmaka oder Sedativa/Hypnotika (PHS) erhielten. Untersucht wurde, wie sich die Gesamtkosten aus den Bereichen Pflege, Arzneimittel, Klinik, Hilfs-  und Heilmittelverbrauch verteilten. Die Ergebnisse zeigen, dass in der Memantin-Gruppe die niedrigsten durchschnittlichen direkten Kosten entstehen, vor allem durch die niedrigeren Pflege- und Klinikkosten im Vergleich zu den anderen Gruppen. Die Gesamtkosten im Vergleich1:

 

Mit Memantin: 6.962 €

Ohne Arzneimittel: 7.839 €

PHS: 10.725 €

 

Die Analyse belegt, dass Memantin die pflegenden Angehörigen nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell entlasten kann. Die Notwendigkeit einer optimalen Therapie bestätigt auch Ute Halman aus dem täglichen Umgang mit Patienten und deren Pflegern. „Eine Therapie mit Antidementiva trägt dazu bei, dass Patienten im Alltag besser zurecht kommen und pflegende Angehörige entlastet werden. Betroffene können Tätigkeiten wie „Aufstehen“, „Anziehen“ und „Essen“ besser bewältigen. Sie nehmen aktiver am Alltag teil.“

 

 

Der Nutzen von Memantin ist national und international anerkannt

 

Memantin ist zur Therapie der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz zugelassen und von nationalen und internationalen Leitlinien empfohlen.3,4 Das Antidementivum erhält die kognitive Leistung und verringert Lern- und Gedächtnisdefizite.

 

 Im August 2011 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Nutzen von Memantin anerkannt und beschlossen, dass Memantin wie bisher verordnet werden kann. Im Auftrag des G-BA hatte das Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG) Responderanalysen zu Memantin durchgeführt und bereits im März 2011 den Nutzen von Memantin bestätigt.5 Im patientenrelevanten Therapieziel „kognitive Leistungsfähigkeit“ erkannte das IQWiG den Nutzen durch Memantin als belegt an. Im Bereich der „alltagspraktischen Fähigkeiten“ bestätigte das Kölner Institut Hinweise auf einen Nutzen, und im „klinischen Gesamteindruck“ wurden signifikant positive Effekte durch eine Behandlung mit Memantin nachgewiesen.

 

Dem IQWiG folgend kommt der G-BA in seiner neuen Bewertung zur gleichen Einschätzung wie nationale und internationale Fachgesellschaften, die den Nutzen von Memantin seit langem anerkennen und es ausdrücklich zur Behandlung im zugelassenen Indikationsspektrum der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz empfehlen (S3-Leitlinie „Demenzen“6, Leitlinien des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE)7, Guidelines der EFNS4).

 

 

Über Lundbeck und Memantin

 

Lundbeck ist ein international tätiges Pharmaunternehmen, das 1915 in Dänemark gegründet wurde und heute ca. 5.900 Mitarbeiter in über 57 Ländern beschäftigt. Der deutsche Firmensitz ist in Hamburg. Das „Unternehmen ZNS“ hat sich auf die Entwicklung und den Vertrieb innovativer Medikamente zur Behandlung von psychischen und neurologischen Erkrankungen spezialisiert, unter anderem Ebixa® (Memantin) zur Therapie moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz. Seit Mai 2008 hat die europäische Arzneimittelbehörde EMEA die Zulassung für die einmal tägliche Dosierung von Memantin (Ebixa® 20 mg Filmtabletten)8 zur Behandlung der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz erteilt.

 

 

Anmerkungen 

  1. Kiencke, P et al. (2010): Direct costs of Alzheimer’s disease in Germany. Eur J Health Econ. DOI 10.1007/s10198-010-0267-x.
  2. Rychlik R (2007): Gutachten über die Unterversorgung mit Arzneimitteln in Deutschland. Institut für Empirische Gesundheitsökonomie. http://www.ifeg.de/cms/upload/pdf/Rychlik_Gutachten_z._Unterversorgung_mit_AM_Addendum_Juli_2007.pdf.
  3. S3-Leitlinie „Demenzen“ (2009) in: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.): S3 Praxisleitlinien in Psychiatrie und Psychotherapie. Diagnose- und Behandlungsleitlinie Demenz (Springer).
  4. European Federation of Neurological Societies (EFNS): Hort, J. et al: EFNS guidelines for the diagnosis and management of Alzheimer’s disease (European Journal of Neurology 2010, 17: 1236-1248).
  5. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. IQWiG-Berichte – Jahr: 2011 Nr. 84, Responderanalysen zu Memantin bei Alzheimer-Demenz.
  6. S3-Leitlinie „Demenzen“ (2009) in: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.): S3 Praxisleitlinien in Psychiatrie und Psychotherapie. Diagnose- und Behandlungsleitlinie Demenz (Springer).
  7. Fachinformation Ebixa® (2010).

 

Abbildung

 

 

 

 

Abb.: Alzheimer-Therapie: Anteil der Gesamtkosten nach Position

Die Ergebnisse einer Versorgungsanalyse zeigten: Die durchschnittlichen direkten Kosten sind am niedrigsten in der Memantin-Gruppe, u.a. bedingt durch die geringsten Kosten für Pflege und Klinik. Die direkten Kosten setzen sich zusammen aus Kosten für Pflege, Klinik, Behandlung, Heil- und Hilfsmittel sowie sonstige und gruppenspezifische Arzneimittel.1

1 Kiencke, P et al. (2010): Direct costs of Alzheimer’s disease in Germany.

Eur J Health Econ. DOI 10.1007/s10198-010-0267-x.

 

 

Downloads

 

  

 

 

 

 

 

 

 


Quelle: Pressegespräch der Firma Lundbeck zum Thema „Optimale Versorgung und Wirtschaftlichkeit in der Alzheimer-Therapie: Ein Widerspruch?“ am 28.09.2011 in Wiesbaden,  im Rahmen des 84. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) vom 28.09.-01.10.2011 in Wiesbaden (Hering Schuppener Healthcare) (tB).

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