Zeichnung zeigt Zittern

Spiralometrie: Einfacher Parkinson-Test für zu Hause

 

Abb.: Untersuchungsbogen mit Patientenzeichnung.Bochum (27. April 2010) – Das Zittern der Hände ist eines der Hauptsymptome der Parkinson-Krankheit; auch die Wirksamkeit von Medikamenten schlägt sich direkt in dieser Symptomatik nieder. Mediziner der Ruhr-Universität machen sich das zunutze: Anhand von Spiralzeichnungen, die per Computer standardisiert ausgewertet werden, können sie den Verlauf der Krankheit und die Medikamentenwirkung genau beobachten. Nachdem sie in den letzten Jahren Zehntausende Spiralzeichnungen ausgewertet haben, die in Arztpraxen angefertigt und nach Bochum gefaxt worden sind, testen sie jetzt den ersten Parkinson-Test für zu Hause. Interessierte Patienten können die Unterlagen beim Parkinson-Informations-Telefon unter der Nummer 01805/191909 anfordern.

Wie sich die Tagesform auswirkt

„Der Test für zu Hause erlaubt es uns zum ersten Mal, die Symptomatik bei Parkinson-Patienten über eine längere Zeit und unter Alltagsbedingungen zu verfolgen“, erklärt PD Dr. Peter Kraus (Neurologie, RUB-Klinikum St. Josef Hospital). Der Test ist einfach, aber aussagekräftig: Die Patienten zeichnen an insgesamt vier Tagen innerhalb einer Woche stündlich je eine Spirale mit der rechten und mit der linken Hand auf einen Vordruck. Das dauert jeweils nur wenige Sekunden. An der Zeichnung lässt sich genau ablesen, wie stark das Zittern der Hände zum jeweiligen Zeitpunkt war. Zusätzlich notieren die Patienten einige Informationen zu ihrem allgemeinen Befinden. „Uns interessiert dabei, wie sich diese Selbsteinschätzung zu der objektiven Bewertung anhand der Zeichnung verhält, wie sich die Symptomatik im Tagesverlauf entwickelt und wie sich die Tagesform auswirkt“, erklärt Dr. Kraus. Sind alle Zeichnungen angefertigt, werden sie gesammelt nach Bochum gesandt und dort anonym ausgewertet.

Auf dem Weg zum Standard-Test

Die Studie, in die 120 Patienten eingeschlossen werden sollen, dient zunächst vor allem der Bewertung des telemedizinischen Verfahrens – sollte es sich bewähren, könnte es demnächst als Standardverfahren bei der Parkinsondiagnostik eingesetzt werden. „Wenn ein Patient mit einem neuen Medikament nach Hause geht, können wir so prüfen, wie es wirkt“, erklärt Dr. Kraus. „Die Wirkung braucht ja eine Weile um sich zu entfalten.“

Teilnahme und Ergebnisse

Teilnehmen können alle Patienten, bei denen die Parkinson-Krankheit diagnostiziert worden ist. Die Testunterlagen können telefonisch über das Parkinson-Informations-Telefon (PIT) (01805/191909, 14 Cent pro Minute im Telekom-Festnetz) angefordert werden und werden dann als Ringbuch zusammen mit einem Stift zugesandt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Probanden können ihre eigenen Ergebnisse später beim Parkinson-Info-Telefon erfragen. Das PIT ist ein Spezialservice für Parkinson-Patienten der Johanniter; in der Studie übernimmt er Kontakt, Versand und Beratung. (http://www.johanniter.de/die-johanniter/johanniter-unfall-hilfe/juh-vor-ort/lv-nordrhein-westfalen/aktuelles/nachrichten/archiv-2008/parkinson-infotelefon-pit-ganz-gross/)
 

 

 

Abb.: Untersuchungsbogen mit Patientenzeichnung. 

 

Abb.: Untersuchungsbogen mit Patientenzeichnung.

 

 


Quelle: Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum vom 27.04.2010 (tB).

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