sturzStürze als frühes Anzeichen für Alzheimererkrankung?

 

Paris, Frankreich (17. Juli 2011) – Stürze und Gleichgewichtsprobleme können ein Frühindikator für eine Alzheimer-Erkrankung sein. Dies berichten Forscher von der Washington University School of Medicine in St. Louis auf dem Kongress der internationalen Alzheimer-Vereinigung in Paris.

 

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Studienteilnehmer mit Gehirnveränderungen, die auf eine Alzheimererkrankung hindeuten, leichter stürzten als diejenigen Studienteilnehmer, die diese Veränderungen nicht aufwiesen. Bislang ist man davon ausgegangen, dass Stürze bei einer Alzheimererkrankung erst im Spätstadium auftreten.

 

„Begegnet man diesen Menschen auf der Straße, so erscheinen sie gesund und offenbar ohne kognitive Probleme“, sagt Hauptautorin Susan Stark (PhD), Assistant Professor für Verhaltenstherapie und Neurologie. „Aber sie haben Veränderungen in ihrem Gehirn, die der Alzheimer-Erkrankung recht ähnlich sehen, und sie haben eine zweifach erhöhte Sturzrate in ihrer Altersgruppe.“

 

Prof. Stark und ihre Kollegen rekrutierten 119 Probanden. Alle Teilnehmer waren älter als 65 Jahre und wiesen eine normale Kognition auf.

 

Gehirns-Scans zeigten, dass 18 Teilnehmer hohe Levels an Amyloid-Plaques – ein Kennzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung – hatten. Die anderen 101 Teilnehmer hatten normale Amyloid-Level.

 

Die Studienteilnehmer erhielten ein Tagebuch mit der Bitte, alle Stürze zu notieren, gefolgt von einem Fragebogen und einem Telefonanruf. Mit dieser Nacherhebung gewann man Daten für spätere Analysen hinsichtlich der Ursachen, die zum Sturz führten.

 

Einer von drei Menschen (>65 Jahre oder älter) stürzt gewöhnlich einmal im Jahr. Aber bei den 18 Studienteilnehmern mit hohen Amyloid-Werten im Gehirn stürzten zwei Drittel innerhalb von 8 Monaten. Hohe Amyloid-Werte sind der beste Prädiktor für ein erhöhtes Sturzrisiko.

 

„Stürze bedeuten eine gravierende gesundheitliche Einschränkung bei älteren Erwachsenen“, sagt Prof. Stark. „Unsere Studie soll zeigen, dass eine präklinische Alzheimererkrankung die Ursache ist.“

 


 

Quelle: Washington University in St. Louis, 17.07.2011 (ÜtB).

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