Quelle: Zentrum für Qualität in der PflegeThemenreport „Gewaltprävention in der Pflege“

„Gewalt fängt nicht erst beim Schlagen an“

 

Berlin (12. Juni 2015) – Auf das Problem der Gewalt im Verborgenen wird am 15. Juni, dem Welttag gegen Diskriminierung und Misshandlung alter Menschen, in bundesweiten Veranstaltungen aufmerksam gemacht. Auch in der Pflege sind gewalttätige oder aggressive Handlungen keine Seltenheit, wie der heute veröffentliche ZQP-Themenreport „Gewaltprävention in der Pflege“ verdeutlicht. In einer dem Report zugrunde liegenden repräsentativen Umfrage gab ein Drittel der Befragten mit Pflegeerfahrung an, sich schon mindestens einmal unangemessen gegenüber einem Pflegebedürftigen verhalten zu haben. Der Untersuchung zufolge fehlt es vor allem an gesellschaftlichem Problembewusstsein: Danach gefragt, in welchen Bereichen dringender Verbesserungsbedarf bei der Versorgung pflegebedürftiger Menschen besteht, nannten nur 18 Prozent der Bundesbürger den Schutz vor Gewalt und Aggression. Gegenüber der besonders gefährdeten Gruppe der Demenzkranken hielten es sogar nur zehn Prozent der Befragten für notwendig, Gewalt aktiv vorzubeugen.


„Gewalt fängt nicht erst beim Schlagen an. Misshandlung alter und pflegebedürftiger Menschen kann viele Gesichter haben“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Dazu gehörten neben körperlicher Gewalt oder verbal aggressivem Verhalten ebenso die Missachtung der Intimsphäre, finanzielle Ausbeutungen, Einschränkungen der Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit aber vor allem auch Vernachlässigungen. „Um dem komplexen Phänomen gerecht zu werden, bedarf es zuallererst einer umfassenden und differenzierten Aufklärung. Viele Krisenfälle könnten vermieden werden, wenn die Beteiligten das notwendige Wissen hätten“, so Suhr.

 

Vor diesem Hintergrund ist der neue Themenreport auch ein Praxishandbuch, das maßgeblich zur Vermeidung von Gewalt in der Pflege beitragen kann. Denn die Schrift bietet neben aktuellen Forschungsergebnissen auch praxisnahe Handlungsempfehlungen zum Umgang mit problematischen Pflegesituationen sowie Hinweise zu konkreten Unterstützungs- und Entlastungsangeboten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf freiheitsentziehenden Maßnahmen. Mit der Freiheitsbeschränkung eines pflegebedürftigen Menschen erfolgt ein massiver Eingriff in seine persönlichen Rechte, der in den allermeisten Fällen vermeidbar wäre. Im ZQP-Report werden häufige Ursachen, aber auch alternative Lösungen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen aufgezeigt.

 

Zudem berichten Experten aus Wissenschaft und Praxis über typische Erscheinungsformen problematischen Verhaltens und zeigen Wege auf, wie sich Gewaltpotenziale im Pflegealltag reduzieren lassen. Die Schrift richtet sich an alle Beteiligten in der Pflege  ̶  professionelle Fachkräfte, pflegende Angehörige aber auch pflegebedürftige Menschen. Gefördert wurde der Themenreport durch das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ).

 

Die Stiftung leistet durch ihre Forschungsarbeit vielfältige Beiträge zur Gewaltprävention in der Pflege. Neben der Publikation von Fachinformationen führt sie gezielt Aufklärungs- und Schulungsveranstaltungen durch. Für Rat- und Hilfesuchende hat das ZQP darüber hinaus ein umfassendes Internetportal zur Gewaltprävention in der Pflege entwickelt, das spezielle Informationen für den akuten Notfall bereithält (www.pflege-gewalt.de).  

 

 

  • Mehr zum neuen ZQP-Themenreport  auf http://pflege-gewalt.de/broschuere.html

 

 


Quelle: Zentrum für Qualität in der Pflege, 12.06.2015 (tB).

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