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14. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS)

Behandlung und Versorgung hocherregter Patienten bei Bipolarer Störung

 

Würzburg (19. September 2014) – Psychiatrische Notfallsituationen, wie akute Erregungs- und Unruhezustände (Agitation) bei Patienten mit der Diagnose Bipolare Störung, stellen besondere Ansprüche an Behandlungs- und Versorgungsoptionen. Die schnelle Beruhigung und die Wiederherstellung der Kooperationsfähigkeit des Patienten sind dabei die vorrangigen Ziele einer Akuttherapie.(1) Grundlagen zur verbalen Deeskalation bei hocherregten Patienten sowie psychiatrisch-psychopharmakologische Behandlungsmöglichkeiten stehen im Mittelpunkt des Symposiums „Behandlung und Versorgung akuter Situationen bei Bipolarer Störung“ im Rahmen der 14. DGBS Jahrestagung in Wiesbaden. Unter dem Vorsitz von Prof. Georg Juckel werden neben dem Deeskalationsmanagement auch Möglichkeiten und Grenzen von Patientenverfügungen und -vorsorgevollmach­ten bei psychisch Kranken sowie aktuelle pharmakologische nicht-invasive Therapieoptionen diskutiert.


Schnell beruhigend, aber nicht sedierend, nicht-invasiv und leicht zu verabreichen: Mit Adasuve® (Loxapin, Trommsdorff Arzneimittel) steht erstmals ein inhalatives Antipsychotikum zur Behandlung von leicht bis mittelschwer erregten Patienten mit Bipolaren Störungen oder Schizophrenie zur Verfügung. Wie Studien(2) zeigen, tritt die Wirkung bereits 10 Minuten nach Inhalation ein. Maximale Plasmaspiegel werden im Mittel unter 2 Minuten und damit ähnlich schnell wie bei einer intravenösen Gabe erreicht.(3)

 

 

Frühe Intervention

 

Zielloses Hin- und Herlaufen, Zupfen an der Kleidung oder nicht still sitzen können: Unruhe verbunden mit innerer Anspannung sind typische Symptome von Erregungszuständen, an denen Patienten mit Bipolaren Störungen oft leiden. Ohne frühzeitige therapeutische Intervention kann dieser Zustand plötzlich eskalieren und unvorhersehbar zur Eigen- und Fremdgefährdung führen, die nicht selten Zwangsmaßnahmen zum Schutz von Patient und Umfeld erforderlich machen.

 

 

Schnelle Deeskalation

 

Bereits bei den ersten Anzeichen von Erregungs- und Unruhezuständen kann inhalatives Loxapin eingesetzt werden und so schnell und sicher zu einer Deeskalation beitragen. Der Wirkstoff Loxapin ist seit vielen Jahren in Europa und den USA bewährt und vereint typische und atypische Eigenschaften von Antipsychotika, da er sowohl ein potenter Dopamin-D2- als auch Serotonin-5HT2A-Rezeptor-Blocker ist. Durch die Entwicklung eines neuartigen Inhalationssystems steht Loxapin nun erstmals als inhalatives Antipsychotikum zur Verfügung: In einem Atemzug wird eine Einzeldosis reines Loxapin im Staccato®-System verdampft und gelangt als Aerosol tief in die Lunge, wo es sofort in die Blutbahn aufgenommen wird. Die Medikation ist unter Anweisung leicht zu verabreichen und kann so helfen, traumatisierende Therapieerfahrungen zu vermeiden, wie sie bei unfreiwilliger intramuskulärer oder intravenöser Gabe oft erlebt werden. Durch die nicht-invasive Anwendung von inhalativem Loxapin kann auch die Kooperationsbereitschaft des Patienten leichter wiederhergestellt werden, was die Fortsetzung der Standardtherapie und die Krankheitsprognose günstig beeinflusst. Dazu trägt der schnelle Wirkeintritt bei: Wie zwei zulassungsrelevante Phase-III-Studien(2,3) zeigen, reduzierte inhalatives Loxapin bereits nach 10 Minuten signifikant die Agitation gegenüber Plazebo und verbesserte außerdem anhaltend den klinischen Gesamteindruck. Dabei ging die Wirkung nicht auf eine übermäßige Sedierung zurück.

 

 

Gute Verträglichkeit

 

Insgesamt war inhalatives Loxapin gut verträglich. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählten vorübergehende Geschmacksstörungen und Schläfrigkeit. Zu extrapyramidalen Symptomen kam es bei weniger als 2 % der Patienten, Blutdruck und QTc-Intervall waren klinisch nicht signifikant verändert. Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen oder aktiven Atemwegserkrankungen (COPD, Asthma) waren von der Therapie ausgenommen. Bei den Studienteilnehmern ohne Atemwegserkrankungen kam es bei 1 von 1.095 Teilnehmern zu einem Bronchospasmus, der unter Salbutamol rasch abklang.(4)

 

 

Fazit

 

Mit inhalativem Loxapin steht somit eine schnell wirksame, gut verträgliche, nicht-invasive Therapieoption bei leicht bis mittelschwer erregten Patienten mit Bipolarer Störung zur Verfügung, die einfach anzuwenden ist.

 

 

 

 

Anmerkungen

  1. Allen MH et al. The expert consensus guideline series. Treatment of behavioral emergencies. J Psychiatr Pract 2005; 11 (Suppl 1): 5-108.
  2. Kwentus J et al. Rapid acute treatment of agitation in patients with bipolar I disorder: multicentre, randomised, placebo-controlled study of inhaled loxapine. Bipolar Disorder 2012; 14: 31-40.
  3. Spyker DA et al. Pharmakokinetics of loxapine following inhalation of thermally generated aerosol in healthy volunteers. J Clin Pharmacol 2010; 50: 169-179.
  4. FDA: Adasuve® (loxapine) inhalation powder. NDA 022549.

 


Quelle: Trommsdorff Arzneimittel, 19.09.2014 (tB).

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