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Welt-Psoriasis-Tag 2007

Was kann der Psoriasispatient heute erwarten?

Von Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz

Hamburg (29. Oktober 2007) – Die intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Schuppenflechte (Psoriasis) und die Erkenntnisse aus der Versorgungsforschung haben unmittelbare Auswirkungen auf die Nutzung der Möglichkeiten, die heute für die Therapie der Psoriasis zur Verfügung stehen.

Die nun allgemein anerkannte Einordnung der Psoriasis als entzündliche Erkrankung des Immunsystems hat zur Entwicklung von Medikamenten geführt, die zielgerichtet wichtige Elemente des Krankheitsgeschehens beeinflussen können. Für Menschen vor allem mit mittelschweren und schweren Formen der Psoriasis, bei ausgedehntem Befall sichtbarer Körperareale und der Nägel sowie bei Psoriasis-Arthritis haben vor allen die neuen Medikamente aus der Gruppe der Biologika große Fortschritte hinsichtlich Effektivität und Verträglichkeit erbracht, die den betroffenen Patienten unmittelbar zu Gute kommen. Aber auch neue lokal anwendbare Medikamente, für die mittlerweile auch Daten zur sicheren und effektiven Langzeitanwendung vorliegen, können für die Therapie der Psoriasis genutzt werden.

Neue Daten zeigen auch eine Häufung anderer Erkrankungen bei Patienten mit Psoriasis, die als Komorbiditäten bezeichnet werden. Zu ihnen gehören insbesondere Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen sowie die Psoriasis-Arthritis. Das Auftreten von Komorbiditäten hat direkte Konsequenzen für die Therapie.

Einer Behandlung „aus Erfahrung“ wird heute die Evidenz-basierte Medizin gegenübergestellt. Für die Psoriasis steht eine aktuelle Leitlinie auf dem höchsten Niveau der Evidenz-basierten Medizin zur Verfügung, die eine objektive Bewertung aller Medikamente und Behandlungsverfahren enthält. Bewertungen der wichtigsten Aspekte der jeweiligen Therapien und Behandlungspfade können zu einer verbesserten Effektivität verbunden mit höherer Sicherheit beitragen.

Die in den letzten Jahren verstärkte Einbeziehung der Bewertung der Lebensqualität und der Krankheitslast durch Psoriasis hat zu neuen Empfehlungen hinsichtlich der Behandlungsstrategien geführt. Der von Psoriasis betroffene Mensch kann heute eine umfassende Betreuung erwarten, bei der die Einbeziehung von persönlichen Umständen wie Stress, Komorbiditäten und anderen die Krankheit beeinflussenden Faktoren, die Erfassung der Lebensqualität und natürlich die Beurteilung der Psoriasis selbst in Hinblick auf Schweregrad und Krankheitsaktivität in eine geeignete Therapiestrategie einfließen. Gerade bei den schweren Formen gilt heute eine längerfristige Kontrolle der Psoriasis auch im Hinblick auf einschränkende Komorbiditäten als gebotenes Therapiekonzept.

Bei der Umsetzung dieser neuen Erkenntnisse in eine individuell angepasste Behandlungsstrategie kann der von Psoriasis betroffene Patient nicht nur eine deutlich effektivere, sondern auch eine verträglichere und sichere Therapie erwarten, die er aktiv mitgestalten kann.


Autor

Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz
Psoriasis-Zentrum
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Schittenhelmstr. 7
24105 Kiel

eMail: umrowietz@dermatology.uni-kiel.de

 

 


Quelle: Pressekonferenz anlässlich des Welt-Psoriasis-Tages 2007 am 29.10.2007 in Hamburg (tB).

 

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