ABILITY-1: Wirksamkeitsdaten der Phase-III-Studie zum ersten Mal beim ACR vorgestellt

 

Durch Einsatz von Humira® erreichen mehr als doppelt so viele Patienten mit aktiver nicht-röntgenologischer axialer SpA gegenüber Plazebo den primären Endpunkt

 

Chicago, Ill., USA (28. November 2011) – Im Rahmen der 75. Jahrestagung des American College of Rheumatology (ACR) in Chicago wurden die Ergebnisse der Phase-III-Studie ABILITY-1 zu Humira® (Adalimumab) bei Patienten mit aktiver nicht-röntgenologischer axialer Spondyloarthritis (SpA) vorgestellt. Eine axiale SpA hat gravierende Folgen und äußert sich primär durch entzündliche Schmerzen im unteren Rückenbereich. Sie kann einhergehen mit dem Vorliegen des HLA-B27-Gens, einer Arthritis sowie Entzündungen in Auge und/oder Gastrointestinaltrakt. In Woche 12 erreichten gegenüber Plazebo mehr als doppelt so viele Patienten unter Behandlung mit Humira® den primären Endpunkt ASAS 40. Dieser ist als 40-prozentige Verbesserung nach den Klassifikationskriterien der Assessment of SpondyloArthritis international Society definiert.1

Neue Klassifikationskriterien für axiale und periphere SpA
 

Unter Spondyloarthritis (SpA) versteht man eine Gruppe von Erkrankungen, die eine Reihe von klinischen, radiologischen und genetischen Eigenschaften gemein haben. Hierzu gehören nach ASAS2 u. a. Ankylosierende Spondylitis (AS), Psoriasis-Arthritis (PsA), reaktive Arthritis, Arthritis mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie undifferenzierte SpA. Eine SpA kann anhand der am stärksten betroffenen Körperregionen charakterisiert werden – entweder axial oder peripher.

 

Die ASAS hat neue Klassifikationskriterien für axiale und periphere SpA eingeführt und validiert, die zusätzlich zu den klassischen Röntgenaufnahmen die Magnetresonanztomografie (MRT) einsetzen, um eine Sakroiliitis (Entzündung des Iliosakralgelenks, das die Lendenwirbelsäule mit dem Becken verbindet) bildlich darstellen zu können. Patienten mit nicht-röntgenologischer axialer SpA weisen ähnliche Anzeichen und Symptome auf wie etablierte AS-Patienten, ihre Röntgenaufnahmen zeigen aber keine strukturellen Schäden in Form einer Sakroiliitis. Die Kriterien der ASAS zielen darauf ab, eine Klassifikation von Patienten mit nicht-röntgenologischer axialer SpA zu ermöglichen, die andernfalls eventuell nicht diagnostiziert würden.

 

 

Stringente Ansprechraten für primären Endpunkt

 

ABILITY-1 ist die erste umfassende Pivotal‑Studie, die die ASAS-Kriterien anwendet, um Patienten mit nicht-röntgenologischer axialer SpA zu klassifizieren, und zudem die Anwendung einer Anti-Tumor-Nekrose-Faktor (Anti‑TNF)‑Medikation zur Behandlung einer nicht-röntgenologischen axialen SpA untersucht. Anstelle der ASAS 20‑Ansprechraten verwendete ABILITY-1 zudem die weitaus stringenteren ASAS 40-Ansprechraten für den primären Endpunkt.

 

„Der Bedarf für effektive Behandlungsformen einer aktiven nicht-röntgenologischen axialen SpA ist enorm und in der Regel sind junge Patienten betroffen“, sagt Professor Joachim Sieper, Leiter der Abteilung für Rheumatologie des Charité Universitätsklinikums in Berlin. „Adalimumab hat sich bereits als wirksam bei der Behandlung zweier anderer Formen der Spondyloarthritis erwiesen: der Spondylitis ankylosans und der Psoriasis-Arthritis. Die Ergebnisse der Studie, die als erste die neuen ASAS-Kriterien anwendet, lassen das Potenzial für die Behandlung einer weiteren Form innerhalb dieser Erkrankungsgruppe erkennen.“

 

In der Studie erreichte unter Behandlung mit Humira® eine deutlich höhere Zahl an Patienten den primären Endpunkt sowie andere klinische und bildgebende Ergebnisse als Patienten unter Plazebo (36,3 % gegenüber 14,9 %, p < 0,001). Die Auswertung zur Sicherheit von Humira® gegenüber Placebo ergab während der doppelblinden Phase für alle 192 randomisierten Patienten vergleichbare Ergebnisse: unerwünschte Ereignisse (UE) (57,9 % gegenüber 58,8 %), schwerwiegende UE (3,2 % gegenüber 1,0 %) sowie infektiöse UE (29,5 % gegenüber 28,9 %).

 

„Bei Humira® handelt es sich um eines der am umfassendsten untersuchten Biologika auf dem Markt und Abbott treibt die Neuerungen weiter voran, indem es immer neue Einsatzmöglichkeiten untersucht“, so Dr. John Leonard, Senior Vice President, Pharmaceuticals Research and Development bei Abbott. „Unser wissenschaftlicher Erfahrungsschatz in Bezug auf Humira® bildet einen exzellenten Ausgangspunkt um unzureichend abgedeckten klinischen Bedürfnissen zu begegnen und die Behandlungsoptionen für Patienten weiter auszubauen. Hierzu zählt auch die nicht-röntgenologische axiale SpA.“

 

Über ABILITY‑-1

 

Bei ABILITY-1 handelt es sich um eine fortlaufende internationale Phase-III-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Humira® bei der Behandlung von Patienten mit axialer SpA ohne röntgenologische Sakroiliitis.

 

Die Patienten wurden anhand verschiedener Methoden zur Messung der Krankheitsaktivität beurteilt, darunter der Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index (BASDAI). Infrage kommende Patienten erfüllten die ASAS-Kriterien zur Klassifizierung der axialen SpA, aber nicht die modifizierten New-York-Kriterien zur Diagnose einer AS, und wiesen einen BASDAI‑Wert von ≥ 4 cm, einen Wert auf der visuellen Analogskala (VAS) für Rückenschmerzen von ≥ 40 mm und unzureichendes Ansprechen/Intoleranz/Kontraindikation für nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) auf. Die Patienten (n=192) wurden zunächst über einen Zeitraum von 12 Wochen im Verhältnis 1:1 zu Humira® (40 mg alle zwei Wochen) und Plazebo randomisiert. Anschließend folgte eine offene Verlängerungsstudie über 92 Wochen, während der alle Patienten Humira® erhielten.

 

Zu Studienbeginn gab es kaum Unterschiede in Demografie und Eigenschaften der Erkrankung zwischen der Humira®- und der Plazebogruppe. Primärer Endpunkt war ein Ansprechen nach ASAS 40 in Woche 12. Weitere Endpunkte zur Wirksamkeit waren: ASAS 20, ASAS 5/6, ASAS für partielle Remission, BASDAI 50, inaktives Krankheitsstadium nach dem Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score (ASDAS), mittlere Veränderung des C‑reaktiven Proteins (CRP), mittlere Veränderung der Werte nach dem Spondyloarthritis Research Consortium of Canada (SPARCC) für Iliosakralgelenk und Wirbelsäule.

 

Humira® ist bisher für die Rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Ankylosierende Spondylitis, Morbus Crohn, Plaque-Psoriasis und polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis zugelassen.

 

 

Über Abbott

 

Abbott ist ein breit aufgestelltes, weltweit tätiges Gesundheitsunternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arzneimitteln und medizinischen Produkten einschließlich Ernährung, Medizintechnik und Diagnostika konzentriert. Das Unternehmen beschäftigt nahezu 90.000 Mitarbeiter und vertreibt seine Produkte in mehr als 130 Ländern. In Deutschland ist Abbott mit rund 4.700 Mitarbeitern an seinem Hauptsitz in Wiesbaden sowie den Standorten in Ludwigshafen, Wetzlar, Ettlingen, Hannover und Neustadt am Rübenberge vertreten.

 

 

Quellen 

(1) Sieper et al. Poster 2486A, ACR, 2011.  

(2) http://slides.asas-group.org/app/slides/search?q=, Konzept der Spondyloarthritiden (SpA).

 


 

Quelle: Abbott Deutschland, 28.11.2011 (tB).

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