Aktuelle Daten zu Rituximab vom EULAR 2011

Biomarker-Strategie geht auf: Wirksamkeit auch nach Versagen des 1. TNF-alpha-Hemmers

 

Frankfurt am Main (8. Juni 2011) – Aktuelle Daten zu Rituximab (RTX; MabThera®) vom EULAR-Kongress in London zeigen, dass Seropositivität ein eindeutiger Prädiktor für eine besseres Ansprechen der B-Zell-Therapie bei Rheumatoider Arthritis (RA) ist. Neue Ergebnisse bestätigen die überlegene Wirksamkeit von Rituximab auch nach Versagen des 1. TNF-Inhibitors.

 

Die CERERRA-Studie verglich Daten von 2.265 RA-Patienten aus 10 Europäischen Registern im Hinblick auf das Ansprechen eines ersten RTX-Kurses nach 3 und 6 Monaten in Abhängigkeit von Seropositivität bzw. –negativität. Die aktuelle Auswertung belegt, dass ein positiver Rheumafaktor (RF)- oder Anti-CCP-Antikörper (ACPA)-Status mit einer signifikant stärkeren DAS28-Reduktion im Vergleich zu Seronegativität verbunden ist (p = 0,001) [1]. Für doppelt seropositive Patienten ergab sich darüber hinaus für den ΔDAS28 eine deutliche Signifikanz gegenüber doppelt negativen Patienten nach 3 bzw. 6 Monaten (p < 0,0001 bzw. p = 0,007). Ein tendenziell besseres EULAR-Ansprechen konnte zugunsten der ACPA-Positivität beobachtet werden: Eine univariate Analyse führte bei ACPA-positiven Patienten (p = 0,002) und doppelt positiven Patienten (p = 0,03) zu einem guten Ansprechen nach EULAR-Kriterien. „Das Vorliegen von Anti-CCP-Antikörpern oder der Kombination aus ACPA und Rheumafaktor scheint demnach noch aussagekräftiger in Bezug auf ein mögliches Therapieansprechen zu sein, als ein positiver Rheumafaktor allein“, resümierte Professor Thomas Dörner, Berlin, auf einer Pressekonferenz der Roche Pharma AG.

 

Die Daten der FIRST-Studie nach Versagen einer 1. TNF-Therapie geben einen ersten Ausblick auf weitere potenzielle Biomarker. „Das Vorliegen des Rheumafaktor-Isotyps RF IgA konnte als möglicher weiterer Biomarker identifiziert werden, der für ein Ansprechen von Rituximab nach TNF-Versagen zu Woche 16 spricht“, erläuterte Dörner die vorliegenden Ergebnisse. Die multivariate Analyse der Substudie hatte für Patienten mit positivem RF IgA im Vergleich zu Nichtvorliegen ein höheres EULAR-Ansprechen gezeigt (p = 0,0154) [2].

 

 

Gutes Sicherheitsprofil in der Langzeitanwendung

 

Das gute Langzeit-Sicherheitsprofil der B-Zell-Therapie wurde in einer aktuellen Analyse gepoolter Sicherheitsdaten von 3.194 Patienten mit 11.962 Patientenjahren und bis zu 17 Kursen erneut bestätigt [3]. Rituximab wurde auch über einen langen Zeitraum – aktuell liegen Daten von bis zu 9,5 Jahren vor – und mehrere Kurse gut vertragen. Das Sicherheitsprofil entsprach dem der gepoolten Placebo-Gruppe.

 

 

Besseres Ansprechen durch Switch von TNF auf RTX

 

Eine aktuelle rumänische Studie von Ancuta et al. mit 200 RA-Patienten, die bereits mit einem 1. TNF-a-Hemmer vortherapiert waren, hat die Wirksamkeit von Rituximab gegenüber der Gabe eines 2. TNF-a-Hemmers geprüft [4]. Während 98 Patienten mit einem 2. TNF-Inhibitor und erst im Anschluss mit Rituximab behandelt wurden, erhielten 102 Patienten die B-Zell-Therapie direkt nach erstem TNF-Versagen. Beide Gruppen erhielten fünf aufeinander folgende RTX-Kurse, gleichzeitig wurde nach jedem Intervall die Ver-besserung nach DAS28 ermittelt. Bei Patienten, die Rituximab sofort nach TNF-IR erhielten, konnte die Krankheitsaktivität deutlich stärker reduziert werden: Der mittlere DAS28 lag nach fünf Kursen Rituximab bei 2,64, was einem ΔDAS28 von –4,33 entspricht, gegenüber einem ΔDAS28 von –3,98 bei denjenigen, die zunächst eine Therapie mit einem weiteren TNF-a-Hemmer erhielten. „Nach Auswertung dieser Ergebnisse ist die baldige Therapie mit Rituximab nach Versagen des 1. TNF-Hemmers eine sehr effektive Option im Hinblick auf die Krankheits-reduktion und dabei der Gabe eines 2. TNF-Hemmers relevant überlegen“, kommentierte Dr. Jörg Wendler, Erlangen, die rumänischen Daten.

 

 

Quellen 

  1. Chatzidionysiou K et al., EULAR 2011, Abstract FRI0371
  2. Tony H-P et al., EULAR 2011, Abstract THU0342
  3. Van Vollenhoven RF et al., EULAR 2011, Abstract SAT0267
  4. Ancuta I et al., EULAR 2011, Poster FRI0360

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Roche Pharma zum Thema „Roche in der Rheumatologie – MabThera® setzt neue Standards in der Personalisierten Medizin“ am 08.06.2011 in Frankfurt am Main (medical relations) (tB).

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