Ambulant erworbene Pneumonie und Exazerbation der COPD

Prognostisch entscheidend ist eine rasche, effiziente Antibiotikatherapie

 

Leverkusen/Lübeck (10. April 2008) ‑ Vor allem Risikopatienten mit ambulant erworbener Pneumonie und ebenso Patienten mit akuter Exazerbation einer chronischen Bronchitis brauchen ein rasch und hochwirksames Antibiotikum, um der hohen Sterblichkeit der Atemwegsinfektionen entgegen zu wirken. In Klinik und Praxis bewährt hat sich bei diesen Indikationen Moxifloxacin, so hieß es beim 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. in Lübeck.

Rund 21.000 Menschen versterben jährlich in Deutschland an einer akuten Exazerbation einer chronischen Bronchitis, etwa 19.000 Todesfälle gehen auf das Konto der ambulant erworbenen Pneumonie. Anhand dieser Zahlen machte Dr. Harald Mitfessel aus Remscheid sehr eindrucksvoll die hohe Bedeutung bakteriell bedingter Atemwegsinfektionen deutlich. Von entscheidender prognostischer Relevanz ist dabei die Frage, wie rasch der Patient eine effiziente Antibiotikatherapie erhält, so das Fazit bei einem Satellitensymposium von Bayer Vital in Lübeck.

 

Deutliche Reduktion der Sterblichkeit dank Antibiotika

Dass die antibiotische Behandlung die Prognose von Patienten mit Pneumonie nachhaltig bessert, wurde laut Professor Dr. Tobias Welte, Hannover, bereits in den 30iger Jahren in Studien belegt: „Es wurde gezeigt, dass ohne Antibiotika rund jeder dritte Patient an der Infektion verstirbt, während mit Antibiotikum die Letalität bei etwa zehn Prozent liegt", betonte der Mediziner.

Er plädierte für eine risiko‑orientierte Behandlung der ambulant erworbenen Pneumonie: Bei Patienten mit nur geringem Mortalitätsrisiko kann demnach ein Antibiotikum mit vergleichsweise schmalem Wirkspektrum verordnet werden, während jedoch Patienten mit hohem Risiko, also ältere, multimorbide Menschen und auch Patienten mit hoher Atemfrequenz ein breit wirksames hocheffektives Antibiotikum brauchen und das bereits von Beginn der Behandlung an. "Bei Patienten in Alten‑ und Pflegeheimen konnten wir in eigenen Untersuchungen nachweisen, dass die Sterblichkeit bei einer hochwirksamen Antibiotika‑Therapie um etwa die Hälfte reduziert wird", so Welte.

 

Kombinationstherapie oder Monotherapie mit Atemwegs‑Chinolon

Indiziert ist in solchen Fällen nach seinen Angaben entweder ein Betalaktam­antibiotikum in Kombination mit einem Makrolid oder eine Monotherapie mit einem Fluorchinolon wie Moxifloxacin (Avalox®).

Dass das Chinolon eine effektive Behandlungsoption bei der Pneumonie darstellt, haben nach Mitfessel zahlreiche Studien wie TARGET, MOXIRAPID oder CAPRIE belegt, in denen Moxifloxacin mit Standardtherapien verglichen wurde. Eine CAPNETZ‑Analyse ergab insbesonders für ältere Patienten, bei denen man von einem breiteren Erregerspektrum der Pneumonie ausgehen muss, eine geringere Sterblichkeit bei einer Moxifloxacin‑Behandlung im Vergleich zu Betalaktamantibiotika.

 

Länger exazerbationsfrei durch Moxifloxacin

Auch bei der COPD kommt dem Chinolon hohe therapeutische Bedeutung zu, zumal die Behandlung Studien zufolge das exazerbationsfreie Intervall deutlich verlängert. Das dokumentieren nach Mitfessel die Daten der MOSAIC‑Studie (Multicentre randOmised Study vs standard Antibiotic regimen In outpatients with acute exacerbation of Chronic bronchitis), in der 730 Patienten mit akuter Exazerbation einer chronischen Bronchitis (AECB) entweder fünf Tage lang 400 mg Moxifloxacin einmal täglich erhielten oder sieben Tage lang eine Standardtherapie aus 500 mg Amoxicillin dreimal täglich, 500 mg Clarithromycin zweimal täglich oder 250 mg Cefuroxim‑Axetil zweimal täglich. „Moxifloxacin bewirkte in der Studie eine signifikant bessere klinische Heilungsrate und führte häufiger zur Keimeradikation", erklärte der Mediziner.

Besonders bemerkenswert war nach seinen Worten zudem die Verlängerung der Zeit bis zur nächsten AECB von durchschnittlich 118 Tagen unter der Standardtherapie auf im Mittel 133 Tage unter Moxifloxacin. „Hochgerechnet auf ein Jahr bedeutet dies 37 exazerbationsfreie Tage mehr", so Mitfessel.

 

Nicht an, sondern mit Antibiotika sparen

Das Hinausschieben der Exazerbation ist für die langfristige Prognose der Patienten bedeutsam, es hat aber durchaus auch pharmakoökonomische Vorteile. Darauf wies in Lübeck Professor Dr. Dennis Nowak aus München hin. Wenn akute Exazerbationen verhindert werden, so müssen die Patienten nach seinen Worten seltener stationär aufgenommen werden, was nicht zuletzt vor dem Hintergrund der hohen Krankheitsprävalenz einem relevanten wirtschaft­lichen Vorteil gleich kommt.

Das Ziel, das exazerbationsfreie Intervall zu verlängern, lässt sich nach Nowak nur durch eine adäquate Behandlung der COPD realisieren, die dazu beiträgt, das Krankheitsbild zu stabilisieren und die Progression zu hemmen. Der Münchener Mediziner wies darauf hin, dass dies eine effiziente Basistherapie der COPD voraussetzt und im Falle von Exazerbationen eine hocheffektive Antibiotikatherapie, wie sie z.B. mit Moxifloxacin gewährleistet wird.


Quelle: Satellitensymposium der Firma Bayer HealthCare zum Thema „Prognoseorientierte und wirtschaftliche Antibiotikatherapie" beim 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. am 10. April 2008 in Lübeck.

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