ASCO 2015

Neues zur Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms

 

Bonn (16. Juni 2015) – Ein Schwerpunkt des weltweit größten Krebskongresses, der 51. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO), war auch in diesem Jahr die Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms. Im Fokus standen dabei insbesondere neue Studiendaten zum neoadjuvanten Einsatz von Perjeta® (Pertuzumab): Die vorgestellten Daten weisen darauf hin, dass Pertuzumab in Kombination mit Herceptin® (Trastuzumab) und Docetaxel die Prognose von Frauen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom langfristig verbessern könnte.1 Präsentiert wurden zudem Daten zu Herceptin® SC (Trastuzumab) subkutan beim frühen Mammakarzinom und zum First-Line-Einsatz des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats Kadcyla® (Trastuzumab Emtansin).2,3 Die aktuellen Daten vom ASCO stellte PD Dr. Marc Thill, Frankfurt am Main, im Rahmen einer Pressekonferenz der Roche Pharma AG in Bonn vor.

 

 

NeoSphere: Langfristiger Nutzen von Pertuzumab in der Neoadjuvanz

 

In der randomisierten Phase-II-Studie NeoSphere wurde die Wirksamkeit und Sicherheit der neoadjuvanten Behandlung mit Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel bei Frauen mit HER2-positivem Mammakarzinom untersucht. Erste Daten der Studie hatten bereits gezeigt, dass die zusätzliche Behandlung mit Pertuzumab die Rate pathologischer Komplettremissionen (pCR; definiert als kein invasiver Tumor in Brust und Lymphknoten in der Achselhöhle) gegenüber der alleinigen Behandlung mit Trastuzumab und Docetaxel nahezu verdoppelte (39,3 % vs. 21,5 %; p = 0,0063).4 Auf dem ASCO wurden nun die Dreijahresdaten zum progressionsfreien (PFS) und krankheitsfreien Über-leben (DFS) präsentiert. Die Resultate weisen darauf hin, dass sich der signifikante pCR-Vorteil unter dem Pertuzumab-Regime auch in eine langfristige Verbesserung der Therapieergebnisse überträgt: Gegenüber der alleinigen neoadjuvanten Behandlung mit Trastuzumab und Docetaxel reduzierte die zusätzliche Gabe von Pertuzumab das PFS-Risiko der Patientinnen um 31 % (HR: 0,69) und das DFS-Risiko um 40 % (HR: 0,60). Die Resultate zeigen zudem, dass Patientinnen mit einer pCR in allen Studiengruppen eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, nach drei Jahren am Leben und krankheitsfrei zu sein (PFS: HR: 0,54; DFS: HR: 0,68). Das Verträglichkeitsprofil entsprach dem aus früheren Studien mit Pertuzumab; es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet.1 „Die aktuellen Daten der NeoSphere-Studie sind ein wichtiges Signal für Frauen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom“, so Dr. med. Thill. „Die Ergebnisse zeigen uns, dass der neoadjuvante Einsatz von Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel die Prognose unserer Patientinnen langfristig verbessern kann.“


Langzeitdaten bestätigen vergleichbare Wirksamkeit von Trastuzumab SC und i.v.

 

Präsentiert wurden zudem neue Daten zu Herceptin SC in der (neo)adjuvanten Behand-lung von Frauen mit HER2-positivem Mammakarzinom. Die subkutane Formulierung des bewährten Antikörpers, die Patientinnen und dem medizinischen Fachpersonal den Vorteil einer einfachen und schnellen Applikation in weniger als 5 Minuten bietet, wurde im August 2013 auf Basis der randomisierten Phase-III-Studie HannaH zugelassen. Die Studie hatte eine vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit von Trastuzumab SC und i.v. belegt.5 Die auf dem ASCO präsentierte Auswertung untermauert dies: Bei Patientinnen die durch die neoadjuvante Therapie eine totale pathologische Komplettremission (tpCR) in Brust und Lymphknoten erreichten, betrug die Rate des ereignisfreien Überlebens (EFS) nach einem medianen Follow-up von 40 Monaten 88 % im SC-Arm und 87 % im i.v.-Arm ge-genüber 69 % bzw. 67 % bei Patientinnen die keine tpCR erreichten. Die Daten zeigen also, dass das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung durch Erreichen einer tpCR unter beiden Formulierungen gleichermaßen reduziert wurde (SC: HR: 0,38 bzw. i.v.: HR: 0,32).5

 

 

MARIANNE-Studie: Trastuzumab Emtansin in der First-Line-Therapie

 

Auf der ASCO-Jahrestagung wurden zudem erstmals Daten der randomisierten, multi-zentrischen Phase-III-Studie MARIANNE vorgestellt. Im Rahmen der dreiarmigen Studie erhielten 1.095 Frauen mit fortgeschrittenem HER2-positivem Mammakarzinom als First-Line-Therapie entweder Trastuzumab Emtansin alleine, in Kombination mit Pertuzumab oder Trastuzumab mit einer Taxan-basierten Chemotherapie. Der primäre Endpunkt der Nicht-Unterlegenheit im PFS wurde erreicht: Alle drei gegen HER2 gerichteten Therapie-schemata zeigten ein vergleichbares progressionsfreies Überleben (Herceptin + Taxan: 13,7 Monate; Kadcyla: 14,1 Monate; p = 0,31; Kadcyla + Perjeta 15,2 Monate; p = 0,87). Die Überlegenheit gegenüber der Herceptin-Taxan-Kombination konnte nicht gezeigt werden, allerdings war die Therapie in den Kadcyla-haltigen Armen verträglicher und die Lebens-qualität konnte im Vergleich zur Herceptin-Taxan-Therapie länger erhalten bleiben.3

 

 

Literaturverweise 

  1. Gianni L et al., J Clin Oncol 2015; 33 (suppl): Abstract # 505
  2. Jackisch C et al., J Clin Oncol 2015; 33 (suppl): Abstract # 585
  3. Ellis PA et al., J Clin Oncol 2015; 33 (suppl): Abstract # 507
  4. Gianni L et al., Lancet Oncol 2012; 13: 25-32
  5. Ismael G et al., Lancet Oncol 2012; 13(9): 869-78

  

Über Roche

 

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist eines der führenden Unternehmen im forschungsorientierten Gesundheitswesen. Es vereint die Stärken der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics und entwickelt als weltweit größtes Biotech-Unternehmen differenzierte Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Neurowissenschaften. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind Ziel der Personalisierten Medizin, eines zentralen strategischen Ansatzes von Roche. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 hat Roche über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren wichtige Beiträge zur Gesundheit in der Welt geleistet. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen 28 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Chemotherapeutika.

 

Die Roche-Gruppe beschäftigte 2014 weltweit über 88 500 Mitarbeitende, investierte 8,9 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com

 

 

Roche Pharma AG, Deutschland

 

Die Roche Pharma AG in Grenzach-Wyhlen beschäftigt über 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von hier aus werden alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland koordiniert. Darüber hinaus werden auch Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte durchgeführt. Von Grenzach-Wyhlen aus erfolgen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung für den gesamten europäischen Raum. Außerdem ist die Roche Pharma AG für das Marketing und den Vertrieb verschreibungspflichtiger Arzneimittel auf dem gesamten deutschen Markt zuständig.

 

Weitere Informationen zur Roche Pharma AG finden Sie unter www.roche.de

 


Quelle: Roche Pharma, 16.06.2015 (tB).

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