19. Mai: Welt-Hepatitis-Tag

Aufruf der World Hepatitis Alliance an Regierungen, dringend Massnahmen gegen die chronische virale Hepatitis-B- und C-Epidemie zu ergreifen

Genf (19. Mai 2008) – Der erschreckende Mangel an weltweiten Statistiken ist Anlass für die Schaffung der ersten weltweiten Informationsquelle über Hepatitis: den Hepatitis-Atlas. Die World Hepatitis Alliance, eine neugegründete Nichtregierungsorganisation, rief heute Regierungen auf der ganzen Welt dazu auf, stärkere Massnahmen zu ergreifen, um die Prävention, Diagnose und Behandlung von Menschen zu verbessern, die mit chronischer viraler Hepatitis B und C leben. Obwohl geschätzt wird, dass weltweit 500 Millionen Menschen, bzw. ungefähr jeder Zwölfte, entweder mit chronischer viraler Hepatitis B oder C infiziert sind bzw. ist (1),(2), besteht kaum ausreichendes Bewusstsein und politischer Wille, um diese Erkrankungen zu bekämpfen.

Anlässlich des ersten, wirklich internationalen Welthepatitistages hat die World Hepatitis Alliance heute "The Hepatitis Atlas: Completing the Data Map" ("Der Hepatitis-Atlas: Eine Ergänzung der Datenlage") veröffentlicht. Dabei handelt es sich um das erste weltweite öffentliche Kompendium von Statistiken und Informationen über die chronischen viralen Hepatitis-B- und C-Infektionen. Der Hepatitis-Atlas wurde herausgebracht, da erschreckender Weise kaum aktuelle weltweite Statistiken bezüglich dieser Viruserkrankungen existieren.

Charles Gore, Präsident der World Hepatitis Alliance, erklärte, der akute Mangel an Daten zeige, dass auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene Handlungsbedarf bestehe, um diese Krankheiten besser zu beobachten. "Wenn kaum Informationen über diese Krankheiten, die jährlich 1,5 Mio. Menschen das Leben kosten, verfügbar sind, wie sollen Regierungen anfangen dann anfangen, diese zu bekämpfen?", fragte Herr Gore. "Die Regierungen tappen momentan noch im Dunklen. Sie müssen ihre Anstrengungen verstärken, um sicherzustellen, dass die chronische virale Hepatitis B und C ganz oben auf der Tagesordnung der nationalen und internationalen Gesundheitsorganisationen stehen".

Die World Hepatitis Alliance fordert die Regierungen auch auf, "12 Forderungen für 2012" zu unterzeichnen, die darauf abzielen, der chronischen viralen Hepatitis B und C den Kampf anzusagen. Die "12 Forderungen" umfassen eine Reihe von Appellen an Entscheidungsträger, die negativen Auswirkungen der Krankheit anzuerkennen und Massnahmen zu ergreifen, um das Thema mit Blick auf die öffentliche Gesundheitspflege anzugehen.

"Die Herausforderung bei der viralen Hepatitis besteht darin, den Gesundheitsbehörden und Entscheidungsträgern bewusst zu machen, dass diese Erkrankung, wenn sie nicht heute bekämpft wird, in den nächsten 20 Jahren zu einer schweren Belastung werden kann, da die Patienten von heute in Zukunft an Leberkrebs erkranken werden. Es ist besser, heute aktiv zu handeln, als morgen tatenlos zusehen zu müssen", so Professor Driss Jamil, ein Spezialist für Hepatitis B und C der Medizinischen Abteilung an der Universität von Casablanca in Marokko und einer von 12 Mitgliedern des Ausschusses für öffentliche Gesundheitspflege der World Hepatitis Alliance.

Professor Greg Dore, Leiter des klinischen Forschungsprogramms zu viraler Hepatitis am Nationalen Zentrum für HIV-Epidemiologie und Klinische Forschung der University of New South Wales in Sydney (Australien) und ebenfalls Mitglied des Ausschusses für öffentliche Gesundheitspflege, ergänzte: "Um nachweislich erfolgreiche Präventions- und Behandlungsstrategien umzusetzen, ist zunächst einmal ein grösseres Bewusstsein und Verständnis in Bezug auf die negativen Auswirkungen erforderlich, die die chronische virale Hepatitis auf die öffentliche Gesundheit hat. Mehr Bewusstsein wird zu mehr Engagement und zu einer besseren Mittelausstattung weltweit führen und ausserdem die Stigmatisierung und Diskriminierung eindämmen, unter der viele Menschen mit chronischer viraler Hepatitis zu leiden haben".

Welthepatitistag

Der Welthepatitistag wird am Montag, den 19. Mai begangen und stellt eine vollkommen neue, ganz und gar patientenorientierte Initiative dar. Der Tag wurde aufgrund der Besorgnis darüber eingeführt, dass der chronischen viralen Hepatitis nicht einmal annähernd soviel Aufmerksamkeit geschenkt wird wie beispielsweise den Krankheiten HIV/AIDS, TB und Malaria und dass darum auch politisch wenig dafür getan wird, um sie zu bekämpfen. Dies steht in starkem Missverhältnis zu der Tatsache, dass die Anzahl an chronisch mit Hepatitis B und C infizierten und jährlich daran sterbenden Patienten die gleiche Grössenordnung erreicht.

World Hepatitis Alliance

Der Welthepatitistag wird von der World Hepatitis Alliance koordiniert, einer neugegründeten Nichtregierungsorganisation, die mehr als 200 Patientengruppen für Hepatitis B und C aus aller Welt vertritt. An der Spitze der World Hepatitis Alliance steht ein repräsentativer Ausschuss von Patientengruppen aus sieben Regionen der Welt: Europa, Östlicher Mittelmeerraum, Nordafrika, Nordamerika, Südamerika, Australasien und westpazifischer Raum. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte am Montag, den 19. Mai die Website http://www.worldhepatitisday.com.

Anmerkungen

(1) Weltgesundheitsorganisation. Hepatitis B Fact Sheet:
http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs204/en/index.html (letzter Zugriff 1. Mai 2008)
(2) Initiative for Vaccine Research, Viral Cancers, Hepatitis C. Weltgesundheitsorganisation, 2006.
http://www.who.int/vaccine_researc h/diseases/viral_cancers/en/index2.html (letzter Zugriff 1. Mai 2008)

 


Quelle: Presseinformation der WorldHepatitisAlliance vom 19.05.2008.

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung