Avastin plus Interferon first line gefolgt von TKI:

3 Jahre Überleben beim Nierenzellkarzinom

 

Dresden (17. September 2009) – Die abschließende Analyse der Phase-III-Studie AVOREN zum Einsatz des Angiogenese-Hemmers Avastin® (Bevacizumab) beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom (mRCC) zeigt: Wird in der First-line Bevacizumab plus Interferon-alpha2a (IFN) gegeben, gefolgt von einem Tyrosinkinaseinhibitor (TKI), lässt sich erstmals beim mRCC ein medianes Gesamtüberleben von mehr als 3 Jahren erzielen.

In einer explorativen Analyse des Gesamtüberlebens (OS) in der AVOREN-Studie in Abhängigkeit von den eingesetzten Folgetherapien, erreichten Bevacizumab/IFN-Patienten, die mit einem TKI weiterbehandelt wurden, ein medianes OS von 38,6 Monaten (HR=0,80) (1). In der Studie erhielten 60 % aller Patienten eine Folgetherapie, überwiegend mit TKIs. Ein vergleichbares Ergebnis erzielten auch Patienten in der amerikanischen Zulassungsstudie CALGB 90206, die nach einer First-line-Therapie mit Bevacizumab/IFN noch eine Second-line-Therapie erhalten hatten. Ihr OS betrug 31,4 Monate – versus 26,8 Monate, wenn die Patienten first line nur mit IFN behandelt wurden (2).

 

„Der in beiden Phase-III-Studien gezeigte Unterschied von etwa 5 Monaten im Gesamtüberleben überträgt die verbesserte Wirksamkeit in der First-line hinsichtlich des PFS auf das Gesamtüberleben und bestätigt die bereits bekannten Phase-IIDaten zur Therapiesequenz Bevacizumab/IFN first line, TKI second line“, so Dr. Dirk Arnold/Halle, auf dem 61. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Dresden. „Diese Sequenz ist gut untersucht, zeigt in der Subgruppenanalyse der so sequentiell behandelten Patienten die längsten berichteten Gesamtüberlebensdaten und ist zudem zulassungskonform. Ein Verzicht auf den First-line-Einsatz von Bevacizumab/IFN würde aufgrund der derzeitigen Zulassungssituation dagegen den Verzicht auf eine wertvolle Therapieoption bedeuten, d. h. nur mit Bevacizumab/IFN first line bleiben alle Optionen in den weiteren Therapielinien erhalten.“

 

 

Verträglichkeit entscheidend für die Therapiewahl

 

Für den Einsatz in der First-line sprechen auch die klinischen Erfahrungen zur Verträglichkeit der Kombinationstherapie. Bevacizumab plus IFN zeigt ein gut handhabbares Nebenwirkungsprofil, welches sich klar von dem der TKIs unterscheidet. Die Inzidenz an Nebenwirkungen aller Schweregrade mit Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten, wie Fatigue, Diarrhö, Stomatitis und Hand-Fuß-Syndrom, ist offenbar unter Bevacizumab/IFN deutlich geringer als beim Einsatz von Sunitinib (3, 4).

 

„Bei vergleichbarer Wirksamkeit der Therapieoptionen spielt die Verträglichkeit auch in der First-line eine entscheidende Rolle bei der Therapiewahl“, betonte Prof. Jürgen Gschwend/München, im Rahmen des DGU. „Dosisreduktionen und Therapieunterbrechungen aufgrund von Toxizitäten stellen ein wesentliches Problem dar, denn die Zeit bis zur Progression und das Gesamtüberleben sind an die Dosiskontinuität gebunden. Die Möglichkeit einer individuellen Dosisanpassung, die sich aus der Kombination von Bevacizumab mit IFN ergibt, gewinnt dadurch an Bedeutung. Durch die Möglichkeit der Reduktion der IFNDosis lassen sich die in erster Linie zytokinbedingten Nebenwirkungen deutlich reduzieren, ohne dass dadurch die Wirksamkeit der Kombinationstherapie insgesamt vermindert wird“, so Gschwend. In der AVOREN-Studie erzielten Bevacizumab/IFN-Patienten, die aufgrund von Nebenwirkungen eine reduzierte IFN-Dosis erhalten hatten, ein vergleichbares PFS (12,4 Monate) (5) und OS (26,0 Monate) (6), wie Patienten ohne Dosisreduktion.

 

 

Leitlinien empfehlen Bevacizumab/IFN first line

 

Die guten Daten der Phase-III-Studien haben bereits Eingang in die aktuellen europäischen und amerikanischen Leitlinien gefunden. Sowohl die EAU (European Association of Urology) als auch das NCCN (National Comprehensive Cancer Network) empfehlen Bevacizumab/IFN mit dem höchsten Evidenzgrad und gleichberechtigt neben Sunitinib für die First-line-Therapie (7, 8).

 

 

AVOREN und CALGB 90206

 

Die beiden Phase-III-Studien AVOREN und CALGB 90206 belegen den Nutzen der Kombination Bevacizumab plus IFN in der First-line-Therapie des mRCC. An der randomisierten Doppelblindstudie AVOREN nahmen 649 Patienten teil, die entweder Bevacizumab plus IFN oder IFN plus Plazebo erhielten. Ein unabhängiges Review Komitee (6) konnte die in der AVOREN-Studie gezeigte Verdoppelung des progressionsfreien Überlebens (PFS) und die annähernde Verdreifachung der Ansprechrate (ORR) durch die Kombination mit Bevacizumab bestätigen (medianes PFS 10,4 vs. 5,5 Monate; HR=0,57; p<0,0001; ORR 31 % vs. 12 %; p<0,0001). Die finale Auswertung des Gesamtüberlebens ergab ein medianes OS im Bevacizumab/IFN-Arm von 23,3 Monaten versus 21,3 Monaten im IFN/Plazebo-Arm (HR=0,86; p=0,13). Eine statistische Signifikanz wurde hier nicht erwartet, da rund 60 % der Patienten nach der Tumorprogression Folgetherapien erhielten. Zudem war es den Patienten im Plazebo/IFN-Arm erlaubt, bei eintretender Progression in den Bevacizumab/IFN-Arm zu wechseln.

 

Die amerikanische Phase-III-Studie CALGB 90206 zur First-line-Therapie des mRCC mit Bevacizumab/IFN versus IFN allein bestätigte die guten Ergebnisse der AVOREN-Studie. Auch hier konnte das PFS durch die Kombination mit Bevacizumab signifikant von 4,9 auf 8,4 Monate gesteigert werden (HR=0,71; p<0,0001). Die ORR lag bei 25,5 % versus 13,1 % (p<0,0001).

 

 

Quellen

 

1. Escudier BJ et al., Lancet 2007; 370: 2103-11

2. Rini BI et al., ASCO 2009; Abstract LBA5019

3. Hoffmann-La Roche Ltd, data on file

4. Negrier S et al., ESMO 2008; Poster 588PD

5. Melichar B et al., Annals of Oncology 2008; 8: 1470-1476

6. Escudier BJ et al., ASCO 2009; Abstract 5020

7. EAU Guidelines on Renal Cell Carcinoma; March/2009

8. NCCN Practice Guidelines in Oncology; Version 1.2009

 

 

 

Download

 

Referat Dr. Dirk Arnold zum Thema "Sequenztherapie beim mRCC – Rationale für Avastin plus IFN first line, TKI second line".

Abstract: Abstract Dr. med. Dirk Arnold.pdf Abstract Dr. med. Dirk Arnold.pdf (2.05 MB)

Folien:    Statement Dr. Arnold.pdf Statement Dr. Arnold.pdf (2.49 MB)

 

Referat Prof. Dr. Jürgen Gschwend zum Thema "Aktuelle therapie des mRCC – Einordnung von Avastin plus IFN in den klinischen Alltag".

Abstract: Statement Prof. Dr. med. Juergen Gschwend.pdf Statement Prof. Dr. med. Juergen Gschwend.pdf (927.70 KB)

Folien:    Praesentation Prof. Dr. med. Juergen Gschwend.pdf Praesentation Prof. Dr. med. Juergen Gschwend.pdf (1.49 MB)

 


 

Quelle: Pressegespräch der Firma Roche Pharma zum Thema „Stellenwert von Avastin ® plus Interferon beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom“ am 17.09.2009 in Dresden  (medical relations).

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