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Wenn Helfer krank werden

„Burnout“ bei Ärzten und Pflegepersonal

 

Berlin (24. August 2011) – Sie wollen helfen: Ärzte, Pfleger, Sozialarbeiter und Therapeuten. Dabei laufen sie häufig Gefahr selbst zu erkranken. Stressbezogene Gesundheitsstörungen sind unter im Gesundheitswesen Tätigen weit verbreitet. Das Thema „Burnout“ ist mit zahlreichen Veranstaltungen auch Teil des diesjährigen DGPPN-Kongressprogramms.

 

Ein „Burnout“ kann grundsätzlich jeden Arbeitnehmer treffen. Aber vor allem professionelle Helfer wie Ärzte, Pflegepersonal oder Therapeuten laufen Gefahr zu erkranken. Das Risiko ist bei professionellen Helfern, die im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie tätig sind, besonders hoch. So berichten Psychiater häufiger über „Burnout“, Depression und andere psychische Erkrankungen als andere Ärzte. Auffällig ist, dass vor allem Berufsanfänger anfällig für stressbedingte Gesundheitsstörungen sind. So zeigen 76 Prozent der Assistenzärzte „Burnout“-Symptome wie emotionale Erschöpfung oder Demotivation. Diese haben oftmals idealisierte Vorstellungen von ihrem Beruf und der Einstieg ins Berufsleben ist daher häufig mit Enttäuschungen verbunden.

Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) aufmerksam. Den Grund sieht die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft im zunehmenden Kostendruck im Gesundheitswesen bei gleichzeitig steigenden Qualitätsanforderungen und Behandlungsfällen pro Helfer. Hinzukomme, dass die therapeutischen Beziehungen im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie emotional belastend sein können. Nicht haltbar sei die These, dass gerade diejenigen das Berufsfeld Psychiatrie und Psychotherapie wählen, die eine Neigung zu psychischen Erkrankungen haben. Wichtig ist es, Anzeichen für ein „Burnout“ früh zu erkennen und entgegenzusteuern. Denn zu spät erkannt, können Erschöpfungszustände in einer depressiven Erkrankung münden. Die DGPPN empfiehlt das eigene Zeitmanagement zu verbessern, Delegationsmöglichkeiten für Aufgaben zu nutzen oder auch mal „Nein“ zu sagen sowie exzessive Überstunden zu vermeiden. Hilfreich kann zudem eine kognitive Verhaltenstherapie sein. Darin hinterfragen Betroffene ihre oftmals eingefahrenen Einstellungs- und Verhaltensmuster, die zu dem emotionalen und körperlichen Erschöpfungszustand geführt haben. Sie lernen, wie sie mit Stress besser umgehen und auf ihren Körper hören können.

Das Thema „Burnout“ und „Burnout bei professionellen Helfern in der Psychiatrie und Psychotherapie“ gehört ebenfalls mit zahlreichen Veranstaltungen zum Programm des diesjährigen DGPPN-Kongresses. Dieser findet von Mittwoch, den 23. November, bis Samstag, den 26. November 2011, im Internationalen Congress Centrum (ICC) in Berlin statt. Der Kongress zählt mit mehr als 10.000 erwarteten Teilnehmern inzwischen zur größten Fachtagung auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen.

 

 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), 24.08.2011 (tB).

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