Damit Operationen nicht ins Auge gehen

Neue optische Kontrastmittel in der Augen-Mikrochirurgie

 

München (13. Mai 2011) – Mikrochirurgische Methoden sind in jüngster Zeit in erheblichem Umfang weiterentwickelt worden. Insbesondere gilt dies für chirurgische Eingriffe im Bereich des Augenhintergrunds, durch die oft das Sehvermögen in beeindruckendem Ausmaß wiederhergestellt werden kann. Andererseits stellen diese neuen Verfahren besondere Anforderungen an den Chirurgen und setzen voraus, dass feine, empfindliche und kaum sichtbare Gewebestrukturen erkannt werden können. Optische Kontrastmittel, die einen genaueren Blick ins Auge erlauben, könnten hier einen entscheidenden Fortschritt bringen. Analog zu Kontrastmitteln für Röntgenuntersuchungen verstärken optische Kontrastmittel die Kontraste zwischen unterschiedlichen Gewebestrukturen und machen feinste Unterschiede sichtbar.

 


„Bereits früher hat es Versuche in dieser Richtung gegeben, die aber bisher wenig erfolgreich waren“, sagt Professor Heinz Langhals vom Department Chemie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der gemeinsam mit Professor Anselm Kampik und Professor Christos Haritoglou von der Augenklinik des Klinikums der Universität München nun neue optische Kontrastmittel entwickelte, die die therapeutischen Möglichkeiten entscheidend verbessern könnten. In ihrer neuen Arbeit stimmten die Wissenschaftler zunächst eine farbgebende chemische Struktur – einen sogenannten Chromophor oder Farbträger – auf die optische Augenempfindlichkeit und die Beleuchtungsbedingungen bei Augenoperationen ab. Anschließend versahen sie den Chromophor mit molekularen Erkennungsstrukturen für das Zielgewebe. „Das neue Kontrastmittel erlaubt es nicht nur, die Färbung visuell mit hohem Kontrast zu erkennen, sondern das ans Zielgewebe gebundene Kontrastmittel ist über seine Fluoreszenz auch noch bei starker Verdünnung zu sehen“, erklärt Langhals.

 

Im Unterschied zu früheren Kontrastmitteln wie Indocyangrün (ICG), die zu toxischen Wirkungen führten, haben die neu entwickelten Farbstoffe keine für den Menschen problematischen Folgen. Darüber hinaus zerfallen sie nach einem chirurgischen Eingriff verhältnismäßig rasch – die Sicht bleibt also nicht lange durch sie getrübt. Eine Routineanwendung der neuen Mittel bei Menschen steht unmittelbar bevor und lässt eine Verbesserung der medizinischen Möglichkeiten in der Augenchirurgie erwarten – beispielsweise für eine erfolgreiche Therapie bei bestimmten Netzhauterkrankungen.

 

 

Publikation

 

  • „Cyanine dyes as optical contrast agents for opthalmological surgery.“ H. Langhals, A. Varja, P. Laubichler, M. Kernt, K. Eibl, C. Haritoglou, J. Med. Chem. 2011,
    DOI: 10.1021/jm2001986.

 

 


Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München, 13.05.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Krankenhäuser und Praxen müssen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen…
Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Bestmögliche Versorgungssicherheit bei der Krebstherapie mit CAR-T-Zellen
Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Neue Darreichungsform zur Antiemese bei Chemotherapie: Akynzeo® ist ab sofort…

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…