Docetaxel

Systemische Therapie des HRPC

 

Berlin (23. März 2006) – Im Rahmen eines Expertenworkshops haben internistisch-onkologische und urologisch-onkologische Experten interdisziplinäre Empfehlungen für den Einsatz von Taxotere® (Docetaxel) in der Therapie des hormonrefraktären metastasierten Prostatakarzinoms (HRPC) formuliert. Im Mittelpunkt der Leitlinien-Diskussion standen Fragen der Indikationsstellung, der Therapiedurchführung und der Behandlungsdauer.

Ein hormonrefraktäres Prostatakarzinom liegt, nach der in den Therapie-Empfehlungen zu Grunde gelegten Definition, vor, wenn der Serum-Testosteronspiegel Kastrationsniveau erreicht und alle Maßnahmen der sekundären hormonellen Manipulation ausgeschöpft wurden. Sind diese Voraussetzungen gegeben, so ist die Chemotherapie mit Docetaxel nach einhelliger Expertenmeinung indiziert.

 

 

Die Chemotherapie kann ambulant durchgeführt werden; sowohl internistische Onkologen als auch Urologen mit entsprechender fachlicher Befähigung führen die systemische Behandlung des Prostatakarzinoms derzeit mit guten Resultaten durch. „Die Therapie kann prinzipiell von beiden Fachrichtungen durchgeführt werden, optimalerweise in Zusammenarbeit in interdisziplinären Netzwerken“, so führte Prof. Dr. Kurt Miller, Berlin,  aus. Konsens herrscht auch in Bezug auf die Dosierung. Aufgrund der soliden Studienlage ist die Überlegenheit der Gabe von 75 mg/m2 Docetaxel/Prednison alle drei Wochen gegenüber allen anderen Therapieregimen erwiesen. Die Infusion erfolgt, unter Beachtung der Begleitmedikation, über einen Zeitraum von 60 Minuten. Als Kriterien für ein Ansprechen auf die Therapie werden neben einer Verbesserung des Allgemeinzustandes auch die Zunahme des Körpergewichtes und die Reduktion des Schmerzmittelverbrauches definiert. Wichtig ist, die Chemotherapie nicht ohne einen ausreichenden klinischen Effekt weiterzuführen. Bei einem schnellen Anstieg des PSA-Wertes (PSA-Verdopplungszeit (PSAdt) unter 3 Monaten), der nach allgemeiner Auffassung stets auch mit einer Verschlechterung des klinischen Zustandes des Patienten korreliert, sollte die Behandlung nicht weiter fortgeführt werden.

 

 

Aktuelle Studienlage

 

Bis vor wenigen Jahren galt das Prostatakarzinom als chemotherapieresistent. Verschiedene Phase III Studien haben jedoch belegt, daß der Einsatz von Docetaxel beim HRPC zu einer deutlichen Steigerung der Überlebensrate bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität führt: „Erstmals konnte für eine Chemotherapie in der Behandlung des hormonrefraktären Prostatakarzinoms auch ein lebensverlängernder Effekt nachgewiesen werden“, so Dr. Klaus Becker, Hamburg. Die europäische Zulassungsstudie TAX 327 sowie die US-amerikanische SWOG 9916-Studie haben unabhängig von einander gezeigt, daß Patienten mit HRPC statistisch signifikant länger leben, wenn sie mit Docetaxel statt mit Mitoxantron behandelt werden. Die Therapie mit Docetaxel/Prednison (75 mg/m2, alle 3 Wochen) ist daher neuer Therapiestandard beim HRPC und „eine sehr effektive Therapie mit beherrschbaren Nebenwirkungen bei entsprechender Erfahrung“, wie Dr. Götz Geiges, Berlin, bestätigte.

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Sanofi-Aventis zum Thema “Die systemische Terapie des HRPC: Aktuelle Empfehlungen zur Behandlung mit Taxotere®” am 23.03.2006 in Berlin (Ogilvy Healthworld) (tB).

 

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