MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Erleichterung der Gerinnungs-Anamnese

Anamnesefragebögen für Kinder jetzt auch auf Türkisch, Russisch und Serbokroatisch

 

Hattersheim (21. April 2010) – Viele Ärzte kennen das Problem, dass Sprachbarrieren die Diagnose und damit eine adäquate Behandlung erschweren. Besonders im perioperativen Umfeld können Verständigungsschwierigkeiten zwischen Arzt und Patient zu ernsten Komplikationen führen. Das „Netzwerk vWS“ hat nun seinen deutschsprachigen Anamnesefragebogen zur Erfassung des Blutungsrisikos bei Kindern auch in Russisch, Türkisch und Serbokroatisch aufgelegt. Die Bögen sind für den Kinderarzt sehr hilfreich, da sie zuverlässige Hinweise liefern, ob eine Gerinnungsstörung vorliegt oder nicht und ob mit Blutungen bei Tonsillektomien, Adenotomien und anderen Operationen gerechnet werden muss. Die Anamnesefragebögen enthalten sowohl eine Eigen- als auch eine Familienanamnese und können als pdf-Datei im Ärztebereich der Website www.netzwerk-von-willebrand.de heruntergeladen werden.

 

 

Zielgerichtete Anamnese sensitiver als Standard-Gerinnungslabor

 

Gerinnungs-Experten raten dazu, eine standardisierte Anamnese bei Kindern routinemäßig zur Erhebung einer Blutungsneigung einzusetzen. Hintergrund hierfür ist, dass das Standard-Gerinnungs-Screening – vor allem die aPTT – bei leichten Gerinnungsstörungen keinen sicheren Hinweis auf Bestehen oder Ausschluss einer Hämostasestörung liefert. Das ist insbesondere beim von-Willebrand-Syndrom der Fall. Doch auch Kinder mit leichtem von-Willebrand-Syndrom können in Belastungssituationen wie Operationen lebensbedrohlich bluten. „In nur 30 % der Fälle mit dieser Erkrankung ist die aPTT überhaupt verlängert, so dass eine normale aPTT ein von-Willebrand-Syndrom leider überhaupt nicht ausschließt“, so Dr. med. Christoph Bidlingmaier, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Hämostaseologe am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München. „Natürlich gibt es auch Patienten, die über die aPTT auffallen, aber in der Regel reicht die Bestimmung der aPTT als Screening nicht aus“, betont Bidlingmaier. Er empfiehlt eine Gerinnungs-Anamnese grundsätzlich bei Kindern über zwei bis drei Jahren, da die Eigenanamnese in diesem Alter oft schon hilfreich ist. Die Familienanamnese sollte aber immer ergänzend abgefragt werden.

 

„Gelingt es, bei Kindern in einem Alter von drei, vier, fünf oder mehr Jahren die Eltern zur Familiensituation zu befragen und die Anamnese durchzuführen, ist die Sensitivität der erhobenen Anamnese besser als die eines reinen Laborscreenings auf Basis von aPTT und Quick. Mit der Anamnese verpasst man in der Regel sehr viel weniger Patienten als mit dem Laborscreening“, erläutert Bidlingmaier. Der Gerinnungs-Fragebogen des „Netzwerk vWS“ berücksichtigt diese Empfehlung und enthält Eigen- und Familienanamnese sowie ergänzende Zusatzfragen, die speziell an die Mütter gerichtet sind. Eine optimale Beantwortung aller Fragen vorausgesetzt, eignet sich die Anamnese hervorragend als „Frühwarn-Erkennungssystem“ von Gerinnungsstörungen und zur Prognose medikamenteninduzierter Blutungsrisiken.

 

 

Das „Netzwerk vWS“ fördert die Früherkennung des von-Willebrand-Syndroms

 

Das „Netzwerk vWS – eine Initiative zur Früherkennung des von-Willebrand-Syndroms“ wurde im Frühjahr 2008 von CSL Behring gemeinsam mit wichtigen Fachgesellschaften, Verbänden und Patientenorganisationen ins Leben gerufen. Eines der Hauptziele der Initiative ist es, niedergelassene Ärzte für Blutgerinnungsstörungen zu sensibilisieren und insbesondere über das von-Willebrand-Syndrom aufzuklären. Weitere Informationen hält die Website www.netzwerk-von-willebrand.de bereit. Interessierte Ärzte finden die neuen fremdsprachigen Anamnesefragebögen – nach LogIn mit ihrem DocCheck-Passwort – unter dem Menüpunkt „Servicematerialien zur Unterstützung der Anamnese“.

 

 


Quelle: Pressemitteilung der Firma CSL Behring, 21.04.2010 (tB).

MEDICAL NEWS

After old age, intellectual disability is greatest risk factor for…
New Corona test developed
Smoking cessation drug may treat Parkinson’s in women
Meeting highlights from the Committee for Medicinal Products for Human…
Using face masks in the community: first update – Effectiveness…

SCHMERZ PAINCARE

Projekt PAIN2020: Wir nehmen Schmerzen frühzeitig ernst. Jetzt für alle…
Wechselwirkung zwischen psychischen Störungen und Schmerzerkrankungen besser verstehen
Lisa Olstein: Weh – Über den Schmerz und das Leben
Wie ein Schmerz den anderen unterdrückt
Opioidtherapien im palliativen Praxisalltag: Retardierte Analgetika zeigen Vorteile

DIABETES

Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabetes: Neue Entdeckung könnte die Behandlung künftig verändern
Für Menschen mit Typ-2-Diabetes: Fixkombination aus Basalinsulin und GLP-1-Analogon

ERNÄHRUNG

Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland

ONKOLOGIE

Krebsüberleben hängt von der Adresse ab
Vitamin D-Supplementierung: möglicher Gewinn an Lebensjahren bei gleichzeitiger Kostenersparnis
Konferenzbericht: Aktuelle Daten aus der Hämatologie vom ASH 2020
Anzeige: Aktuelle Daten zur Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms
Aktuelle Daten zu Apalutamid und Abirateron in der Therapie des…

MULTIPLE SKLEROSE

Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei aktiver…

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…