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Erster erfolgreicher Einsatz von Mikroinstrument und 4-D-Ultraschall bei Operation im Mutterleib

 

Mainz (25. Juli 2008) –  Mainzer Universitätsfrauenklinik setzt erstmals eine nur ein Millimeter starke Optik und 4-D Ultraschallkontrolle bei der Behandlung von angeborenen Zwerchfellbrüchen bei ungeborenen Kindern ein. Am Internationalen Zentrum für Pränatale Diagnostik und Mikroinvasive intrauterine Chirurgie der Universitätsfrauenklinik Mainz konnte vergangene Woche zum ersten Mal mit Hilfe einer nur einen Millimeter starken Optik und unter 4-D Ultraschallkontrolle ein Kind mit einem angeborenem Zwerchfellbruch im Mutterleib operiert werden. Der Leiter des Zentrums, Prof. Dr. Michael Tchirikov, und sein Team haben durch den erfolgreichen ersten Einsatz dieser Instrumente mit einem Durchmesser von nur einem Millimeter nicht nur dazu beigetragen, dass der Fötus nun nach seiner Geburt im Herbst gute Chancen hat zu überleben. Auch konnten die Mainzer Mediziner das bei einer solchen Operation übliche Risiko einer Frühgeburt, welches durch die bei der Durchführung der Operation angewendeten Instrumente bestimmt wird, erheblich reduzieren.

 

Angeborene Zwerchfellbrüche kommen etwa bei 1 bis 2 von 5.000 Geburten vor. Dabei handelt es sich um eine Lücke, durch die verschiedene Bauchorgane in den Brustkorb rutschen und damit eine sehr starke Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lunge bewirken. Da unter diesen Umständen ein adäquates Wachstum der Lunge nicht möglich ist, birgt dies insbesondere direkt nach der Geburt ein lebensbedrohliches Risiko, da sich die unterentwickelte Lunge nicht mit Luft füllen und entfalten kann. Das Kind ist somit nachgeburtlich weder in der Lage, selbstständig zu atmen noch beatmet zu werden.

Die Durchführung der noch im Mutterleib stattfindenden Operation erfolgt mit Hilfe einer Optik, die unter Lokalanästhesie und unter Ultraschallkontrolle durch die Bauchwand in die Gebärmutter eingeführt wird. Über einen Katheter in der Optik wird ein Ballon in die Luftröhre des Kindes eingebracht, der diese verschließt. Flüssigkeit, die in der fetalen Lunge gebildet wird, kann somit durch die verschlossene Luftröhre des noch ungeborenen Kindes nicht nach außen abfließen und führt dadurch dazu, dass sich die Lunge langsam dehnt und das Wachstum stimuliert wird. Das Kind kann so beatmungs- und letztendlich lebensfähig werden. Die Bauchorgane, in diesem Fall die kindliche Leber, die durch den Zwerchfellbruch in den Brustkorb gedrückt wurden, werden ebenso langsam zurückgedrängt.

Weltweit neu ist hier der Einsatz einer nur einen Millimeter (bislang etwa vier Millimeter) starken Optik und einer vierdimensionalen Ultraschallsonde, mittels derer eine noch genauere Überwachung bei der Einbringung des Ballons an die gewünschte Stelle sowie die deutlich Reduzierung der Dicke der bisher verwendeten Instrumente möglich ist.

Der Leiter des Internationalen Zentrum für Pränatale Diagnostik und Mikroinvasive intrauterine Chirurgie der Universitätsfrauenklinik Mainz, Prof. Dr. Michael Tchirikov, freut sich über eine erfolgreiche Operation: "Der Einsatz dieser mikroinvasiven Instrumente kombiniert mit 4-D-Ultraschall hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und eröffnet uns weitere Möglichkeiten in der Behandlung von Kindern im Mutterleib. Auch die Senkung des bislang recht hohen Risikos einer Fehlgeburt ist ein positiver Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist."


Quelle: Presseinformation der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 25.07.2008.

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