Europäischer Kardiologenkongress (ESC) in Amsterdam

Berliner Studie: Herzinfarkt-Sterblichkeit bei älteren Patienten in zehn Jahren halbiert

Amsterdam, Niederlande/Berlin (31. August 2013) – Die Therapie des Herzinfarkts hat sich im letzten Jahrzehnt dank invasiver Behandlungsmethoden massiv verbessert. Der Anteil von Patienten, die eine Katheterintervention  erhalten, wurde deutlich gesteigert, die Verweildauer im Krankenhaus und die Krankenhaussterblichkeit konnten halbiert werden. Das gilt auch für alte Patienten, zeigt eine neue Studie aus Berlin, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam von Dr. Jens-Uwe Röhnisch (Vivantes Klinikum Hellersdorf) präsentiert wurde.

 

Für die aktuelle Analyse wurden aus dem Berliner Herzinfarktregister die Daten von 1.891 Patienten, die 80 Jahre oder älter waren und innerhalb von 24 Stunden nach dem Infarkt stationär aufgenommen worden waren, aus den Jahren 1999-2001 und 2009-2011 ausgewertet. „Während das durchschnittliche Alter mit 85 Jahren über den 10-Jahresvergleichszeitraum unverändert blieb, hat sich die Zahl von Patienten ohne ST-Streckenhebung (NSTEMI) aufgrund der Neudefinition des Infarkts auf Basis von Biomarkern vervierfacht. Die Zahl der Patienten mit ST-Streckenhebung (STEMI) blieb über die zehn Jahre konstant", berichtete Dr. Röhnisch.

Der Anteil an älteren STEMI Patienten, die von einem Notarzt erstversorgt wurden, konnte in den zehn Jahren von 45 auf fast 60 Prozent gesteigert werden. „Trotz dieser Steigerung blieb die Zeit zwischen Symptombeginn und stationärer Behandlung im Verlauf der zehn Jahre mit 2,5 Stunden für STEMI und drei Stunden für NSTEMI unverändert lang und lag jeweils etwa eine halbe Stunde über der Zeit von unter-80jährigen Patienten“, so der Experte. „Es ist davon auszugehen, dass es älteren Patienten schwerer fällt, einen Notruf zu initiieren, etwa weil sie häufiger alleinstehend sind.“

Eine wichtige Veränderung konstatiert die Studie beim Einsatz von Katheterinterventionen zur Eröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes: Während 1999-2001 nur 13 Prozent der STEMI-Patienten eine Katheterintervention erhielten, waren es zehn Jahre später bereits 80 Prozent.

Im Untersuchungszeitraum konnte die Krankenhaussterblichkeit der älteren Infarktpatienten von 27 auf 15 Prozent fast halbiert werden. Dr. Röhnisch: „Dies ist vor allem auf einen Rückgang der Sterblichkeit bei den Patienten mit NSTEMI zurückzuführen, bei den STEMI-Patienten fiel die Reduktion von 28 auf 23 Prozent geringer aus.“

 

 

  • Quelle: ESC Abstract P4049 – Changes in hospital care of octogenerians with acute coronary syndrome: Data of the Berlin Myocardial Infarction Registry

 

 

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 8200 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft  für Kardiologie zum Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Amsterdam, 31.08.2013 (tB).

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