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Feinnadelaspirationszytologie

Neue Perspektiven zur Diagnose von Schilddrüsentumoren

 

München (6. November 2013) – Die Feinnadelaspirationszytologie (FNAZ) dient der gezielten Entnahme von Gewebe bei Tumorverdacht. Diese Methode hat – bei entsprechender Vorauswahl der Knoten – die höchste Sensitivität und Spezifität, um die häufig gutartigen von wenigen bösartigen Schilddrüsenknoten zu unterscheiden. Bei dem Verfahren sind jedoch etwa 20 Prozent der Befunde nicht eindeutig bestimmbar. Dies führt zu einer hohen Anzahl diagnostischer Operationen. Das Team um den Leipziger Professor Ralf Paschke untersucht spezifische genetische Veränderungen in Schilddrüsenkarzinomen, die etwa zwei Drittel aller Karzinome ausmachen, mit dem Ziel diagnostische Schilddrüsenoperationen reduzieren zu können.

 

Bisher wurde in allen Studien zusätzlich gewonnenes Material des FNAZ-Verfahrens verwendet, um die Ergebnissituation zu verbessern. Unter der Leitung von Professor Ralf Paschke konnten Forscher kürzlich die Vorteile des Mutationsnachweises in luftgetrockneten Routine FNAZ-Ausstrichen zeigen. Die Verwendung des zusätzlich gewonnenen Materials führt durch Fixierung und Färbung zu einer herabgesetzten Qualität von DNA und RNA und somit zu einer niedrigeren Sensitivität des Tests für die genetischen Merkmale von Schilddrüsenkarzinomen.

Eine niedrigere Fehlerrate und eine höhere Sensitivität könnten durch die Verwendung von Routine-Dünnschichtzytologiematerial für den Mutationsnachweis erreicht werden, da eine bessere Qualität von DNA und RNA zu erwarten ist. Darüber hinaus sollen zusätzliche miRNA Marker analysiert werden, um damit die gutartigen Schilddrüsenknoten und die 40 Prozent mutationsnegativen bösartigen FNAZ-Proben zu identifizieren. Der Nachweis der Mutationen könnte in 30 – 50 Prozent der unklaren FNAZ-Befunde zu einer Karzinom-Diagnose, zu einer weiteren Klärung anderer Zytologie-Kategorien und damit zu einer signifikanten Reduzierung der diagnostischen Schilddrüsenoperationen führen.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 100.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

 

 

 


 

Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung, 06.11.2013. (tB)

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