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Flibanserin

Vermindertes sexuelles Verlangen bei Frauen: Unwissenheit verhindert die Diagnose des weit verbreiteten Leidens "Hypoactive Sexual Desire Disorder" (HSDD)

 

Ingelheim (7. Mai 2008) – Nach neuen Daten, die auf der Jahrestagung des American College of Obstetricians and Gynaecologists (ACOG) in dieser Woche in New Orleans, USA, vorgestellt wurden, leiden bis zu zehn Prozent der Frauen weltweit unter "Hypoactive Sexual Desire Disorder" (HSDD) bzw. "vermindertem sexuellen Verlangen". Bislang sucht nur ein Drittel der Betroffenen Rat und Hilfe bei ihrem Arzt. HSDD ist eine weit verbreitete, aber unterdiagnostizierte gesundheitliche Störung. Sie kann die Lebensqualität von Frauen entscheidend beeinträchtigen und eine starke psychische Belastung mit negativen Auswirkungen auf das Beziehungsleben darstellen.

 

HSDD ist eine Form der sexuellen Dysfunktion bei Frauen, die im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV) der American Psychiatric Association folgendermaßen definiert wird: Ein vermindertes sexuelles Interesse oder Verlangen, wobei sexuelle Gedanken oder Fantasien und sexuelle Ansprechbarkeit ständig oder oft reduziert sind oder ganz fehlen. Die Störung führt zu deutlichem persönlichen Leiden oder zwischenmenschlichen Problemen und ist nicht auf die physiologischen Wirkungen einer Substanz (z. B. eines Medikaments) oder eine Allgemeinerkrankung zurückzuführen.

 

Die angesehene Sexualgesundheitsexpertin Dr. Sheryl Kingsberg vom MacDonald Women’s Hospital, Cleveland, USA, kommentierte: "In den Medien und der Gesellschaft insgesamt ist Sexualität zwar ein alltägliches Gesprächsthema, jedoch wird selten über die sexuellen Probleme von Frauen gesprochen. Ein Rückgang des sexuellen Verlangens hat reale und messbare negative Auswirkungen auf die Lebensqualität von Frauen. Die Störung beeinflusst fast jeden Aspekt ihres Lebens und kann zu einer ständigen Belastung werden. Es kann sowohl Patientinnen als auch Ärzten unangenehm sein, über die sexuelle Krankengeschichte einer Frau zu sprechen, aber wir müssen Frauen ermutigen, sich ärztlichen Rat einzuholen, wenn sie darunter leiden, dass sich ihr sexuelles Verlangen vermindert hat. Wir freuen uns, dass wir jetzt unsere Kollegen bei der Diagnose dieser gesundheitlichen Störung unterstützen können, da Boehringer Ingelheim einen Fragenbogen entwickelt hat, der es Ärzten ermöglicht, zuverlässig die Frauen zu identifizieren, die unter dieser belastenden Störung leiden."

 

Bei der normalen sexuellen Funktion spielen sowohl Neurotransmitter im Gehirn als auch Sexualhormone eine Rolle. Für das sexuelle Ansprechen ist das Gehirn von zentraler Bedeutung. Hormonelle Behandlungen mögen zwar für einige von HSDD betroffene Frauen von Nutzen sein, beispielsweise Frauen, bei denen die Menopause durch Entfernung von Uterus und Ovarien chirurgisch induziert wurde, aber dies ist keinesfalls die Antwort auf die Probleme der vielen Millionen Frauen, die unter HSDD leiden.

 

Boehringer Ingelheim setzt sich dafür ein, dass die Forschung auf diesem Gebiet vorangetrieben wird. Durch das eigene Studienprogramm mit dem Namen Bouquet® trägt das Unternehmen dazu bei, dass diese Indikation mit bisher nicht erfülltem medizinischem Bedarf weiter erforscht wird. Das Bouquet®-Studienprogramm umfasst sieben Phase-III-Studien, in denen der nicht hormonelle Wirkstoff Flibanserin als ein potenzielles, einmal täglich einzunehmendes Medikament für prämenopausale Frauen mit HSDD untersucht wird.

 

"Flibanserin wird zurzeit hinsichtlich seines Potentials untersucht, den Frauen zu helfen, die unter HSDD leiden. In meiner täglichen Praxis habe ich viele Frauen mit dieser Erkrankung kennen gelernt, die nach Hilfe suchen und für die Flibanserin neue Hoffnung bedeuten könnte", erklärte Hauptstudienleiter Dr. Evan Goldfischer, Research Director, Hudson Valley Urology, P.C.; Poughkeepsie, New York, USA. "Boehringer Ingelheim geht mit seinem Einsatz in der Erforschung neuer möglicher Behandlungsoptionen wie Flibanserin mit gutem Beispiel voran. Ich bin zuversichtlich, dass dieses Engagement einen echten Durchbruch bei dieser gesundheitlichen Störung, über die selten gesprochen wird, bringt."

 

Die Ergebnisse der Bouquet®-Studien werden Ende 2008 / Anfang 2009 zur Verfügung stehen. Sie werden einen entscheidenden Beitrag zum tieferen Verständnis dieser belastenden Störung leisten und können den vielen Millionen Frauen und ihren Partnern, die von HSDD betroffen sind, Hoffnung bringen.

 

Die Bouquet®-Studien

Das Bouquet®-Studienprogramm von Boehringer Ingelheim umfasst mehrere klinische Studien der Phase III, die Flibanserin zur Behandlung von prämenopausalen Frauen mit HSDD ("Hypoactive Sexual Desire Disorder" oder "Sexuelle Störung mit vermindertem Verlangen") untersuchen. Dieses anerkannte gesundheitliche Leiden ist durch ein vermindertes sexuelles Verlangen gekennzeichnet. Zusammen sollen die Bouquet®-Studien die Wirksamkeit und Sicherheit von Flibanserin nachweisen und die behördliche Zulassung des Wirkstoffs zur Behandlung dieser verbreiteten und belastenden Störung unterstützen.

 

Die Bouquet®-Studien umfassen die sieben Studien ROSE™, DAHLIA®, VIOLET®, DAISY®, ORCHID®, SUNFLOWER® und MAGNOLIA® und werden von Boehringer Ingelheim in Nordamerika und Europa durchgeführt. Mehr als 5.000 prämenopausale Frauen nehmen daran teil. Die Studien sollen Ende 2008 / Anfang 2009 abgeschlossen sein.

 

Die Endpunkte der Studien basieren auf den Empfehlungen der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA und umfassen Messungen der Steigerungen des sexuellen Verlangens, der Rückgänge der psychischen Belastung durch das verminderte Verlangen sowie der Anzahl der "zufrieden stellenden sexuellen Ereignisse". Diese Studien werden ein umfassenderes Verständnis dafür bieten, wie Flibanserin bei Frauen, die unter vermindertem sexuellem Verlangen leiden, helfen kann.

 

Flibanserin

Flibanserin ist ein sich in der Entwicklung befindlicher nichthormoneller Wirkstoff, dessen Potenzial als einmal täglich einzunehmende Therapie bei prämenopausalen Frauen mit HSDD ("Hypoactive Sexual Desire Disorder") geprüft wird. Die Substanz wirkt als ein 5-HT1A-Serotoninrezeptoragonist und 5-HT2A-Serotoninrezeptor-Antagonist auf das zentrale Nervensystem. Zurzeit werden weitere Forschungen durchgeführt, um zusätzliche Einblicke in den spezifischen Wirkmechanismus von Flibanserin zu erhalten.


Quelle: Pressemitteilung der Firma Boehringer Ingelheim vom 07.05.2008 (tB).

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