Fortgeschrittenes Melanom

Erste Phase-III-Daten bestätigen das Potenzial der Kombinationstherapie Cobimetinib/Vemurafenib

 

Grenzach-Wyhlen (1. September 2014) – Trotz aller Weiterentwicklungen in der Therapie des malignen Melanoms bleibt der fortgeschrittene schwarze Hautkrebs eine schwer zu behandelnde und bösartige Erkrankung, für die weitere Behandlungsmöglichkeiten notwendig sind. Die Therapie Cobimetinib in Kombination mit Vemurafenib (Zelboraf®) hat das Potenzial, die Prognose der Betroffenen entscheidend zu verbessern. Bei Patienten mit einem BRAFV600-Mutations-positiven und inoperablen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Melanom führte die Kombinationstherapie nun zu einem signifikant längeren progressionsfreien Überleben. Das belegen die ersten Ergebnisse der Phase-III-Studie coBRIM, die erstmals auf dem diesjährigen Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO, 26. – 30. September 2014) präsentiert werden. Damit gibt es berechtigten Anlass zur Hoffnung, dass sich die Behandlungsmöglichkeiten weiter verbessern werden.


An der internationalen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie coBRIM nahmen 495 Patienten mit BRAFV600-Mutations-positivem, inoperablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Melanom teil, deren fortgeschrittene Erkrankung zuvor nicht behandelt wurde. Der primäre Studienendpunkt, das von unabhängigen Prüfärzten beurteilte progressionsfreie Überleben (PFS), wurde nun erreicht: Die Kombinationstherapie Cobimetinib/Vemurafenib zeigte, im Vergleich zur alleinigen Gabe von Vemurafenib, ein signifikant längeres PFS.1 Sekundäre Endpunkte waren Gesamtüberleben (OS) sowie Gesamtansprechen (ORR), Dauer des Ansprechens (DOR) und Sicherheit. Das Sicherheitsprofil entsprach dem aus der open-label Phase-Ib-Studie BRIM-7.2

 

 

Vemurafenib: Durchbruch in der Melanomtherapie

Die Monotherapie Vemurafenib hat sich mittlerweile als Standardtherapie bei Patienten mit BRAF-positivem, malignem Melanom etabliert. Der BRAF-Inhibitor bekam im Feburar 2012 seine europaweite Zulassung und gilt – als das erste zielgerichtete Medikament für die Therapie von Patienten mit BRAFV600-Mutations-positivem, inoperablem oder metastasiertem Melanom – als Durchbruch in der Melanomtherapie.3 Durch den innovativen Wirkstoff gelang es, das Sterberisiko im Vergleich zur Chemotherapie mit Dacarbazin um 30 % zu verringern und bei guter Verträglichkeit ein Gesamtüberleben von median 13,6 Monaten zu erzielen.4, 5

 

 

Zielgerichtete duale Hemmung des MAPK-Signalwegs

Die häufigsten somatischen Mutationen in den Melanomzellen betreffen mit 40 % bis 60 % das BRAF-Gen, ein Zellprotein des MAPK-Signalwegs. Vemurafenib setzt am MAPK-Signalweg an und hemmt dort selektiv die BRAFV600-Kinase. Auf diese Weise wird das Wachstum der Melanomzellen effektiv gestoppt. Nach einer gewissen Zeit kann es jedoch zu einer Reaktivierung des MAPK-Signalweges kommen, sodass alternative Therapiemaßnahmen erforderlich sind.6 Genau hier, am MAPK-Signalweg, setzt auch Cobimetinib an.6, 7 Durch die selektive Hemmung des Zellproteins MEK, das im MAPK-Signalweg dem BRAFV600-Protein nachgeordnet ist, wird die überaktive Signalgebung, die zum Tumorwachstum führt, unterdrückt. Dieser duale Wirkmechanismus der Kombinationstherapie kann zu einer neuen und zugleich hocheffektiven Behandlungsmöglichkeit beim malignen Melanom führen. Die ersten aktuellen Ergebnisse der coBRIM-Studie, die signifikante Steigerung des PFS, deuten bereits auf eine Verbesserung des Therapieerfolgs für Patienten mit BRAFV600-Mutation hin.

 

Auf Basis der überzeugenden Resultate der coBRIM-Studie plant Roche noch in diesem Jahr Zulassungsgesuche für die Kombinationstherapie Cobimetinib/Vemurafenib für die Behandlung des malignen Melanoms bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) einzureichen.

 

 

Literatur

  1. Roche data on file
  2. Ribas A et al., 10th European Association of Dermato-Oncology (EADO); Vilnius, Lithuania, 7.-10. May 2014; Oral Presentation
  3. Fachinformation Zelboraf, Februar 2014
  4. Chapman PB et al., J Clin Oncol 2012; 30 (Suppl. Abstr. 8502)
  5. Hauschild A et al., Pigment Cell Melanoma Res. 2013; 26: 958
  6. Daud A et al., 10th International Meeting of the Society for Melanom Research (SMR); Philadelphia, PA, US, 17-20 November 2013; Poster Presentation
  7. Johnston S; AACR-NCI-EORTC Symposium on Molecular Targets and Cancer Therapeutics; October 22, 2007; San Francisco, CA., Abstract C209

  

Über Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist eines der führenden Unternehmen im forschungsorientierten Gesundheitswesen. Es vereint die Stärken der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics und entwickelt als weltweit größtes Biotech-Unternehmen differenzierte Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Neurowissenschaften. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind Ziel der Perso-nalisierten Medizin, einem zentralen strategischen Ansatz von Roche. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 hat Roche über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren wichtige Beiträge zur Gesundheit in der Welt geleistet. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen 24 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Chemotherapeutika.

 

Die Roche-Gruppe beschäftigte 2013 weltweit über 85.000 Mitarbeitende, investierte 8,7 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 46,8 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan.

 

 

Roche Pharma AG, Deutschland

Die Roche Pharma AG in Grenzach-Wyhlen beschäftigt über 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von hier aus werden alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland koordiniert. Darüber hinaus werden auch Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte durchgeführt. Von Grenzach-Wyhlen aus erfolgen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung für den gesamten europäischen Raum. Außerdem ist die Roche Pharma AG für das Marketing und den Vertrieb verschreibungspflichtiger Arzneimittel auf dem gesamten deutschen Markt zuständig. Weitere Informationen zur Roche Pharma AG finden Sie unter www.roche.de.

 

 


Quelle: Roche Pharma, 01.09.2014 (tB).

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