MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

G-BA-Therapiehinweis

Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe bei Niereninsuffizienz zurückhaltend verordnen

 

Berlin (22. September 2011) – Bei der Verordnung von Arzneimitteln mit „blutbildenden“ (Erythropoese-stimulierenden) Wirkstoffen (ESAs) zur Behandlung einer symptomatischen Blutarmut bei chronischer Niereninsuffizienz gelten ab heute verbindliche Therapiehinweise. Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 23. Juni 2011 ist nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 22. September 2011 in Kraft getreten.

 

Der Therapiehinweis beinhaltet Aussagen zu einem zurückhaltenden Einsatz der ESAs und deckt sich mit der Warnung der US-amerikanischen Arzneibehörde FDA, die im Juni die Dosierungsempfehlungen für Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz modifiziert hatte. So sollen die Indikationsstellung und die Festlegung der therapeutischen Zielwerte sowie des Behandlungsbeginns kritisch überprüft und die Patientinnen und Patienten im Sinne einer Nutzen-Risiko-Abwägung in die Therapieentscheidung einbezogen werden.

 

Aufgrund erhöhter Risikobedenken mit steigenden Hämoglobin-Zielwerten (Hb-Wert,Hämoglobin: Protein zum Sauerstofftransport) wird im Therapiehinweis empfohlen, abhängig von der individuellen klinischen Symptomatik ab Hämoglobinwerten ≤ 10,0 g/dl den Einsatz von ESAs lediglich zu erwägen. Die generelle Notwendigkeit eines Therapiebeginns ab Hämoglobinwerten ≥ 10,0 g/dl sowie das Erreichen von Hämoglobinwerten bis zu 12,0 g/dl wird vom G-BA aufgrund der Risiken nicht gesehen. Durch klinische Studien wurden ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko bei zu hohen Hb-Werten, thromboembolische Komplikationen, ein erhöhtes Schlaganfallrisiko sowie die mögliche Begünstigung des Tumorwachstums belegt, die diese medikamentöse Behandlung mit sich bringen kann.

 

Mit der Erstellung von Therapiehinweisen erfüllt der G-BA seinen gesetzlichen Auftrag (§ 92 Abs. 2 SGB V), eine therapie- und praxisgerechte Auswahl von Arzneimitteln zu ermöglichen. Therapiehinweise sollen Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, Arzneimittel so gezielt und wirtschaftlich wie möglich zu verordnen. Sie enthalten Informationen unter anderem zur arzneimittelrechtlichen Zulassung, Wirkung und Wirksamkeit eines Wirkstoffs bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen sowie zu Risiken und Vorsichtsmaßnahmen.

Der Beschluss wurde auf folgender Internetseite veröffentlicht:

http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-aufgabenbereich/11/

 


 

Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss, 22.09.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…
Suliqua®: In komplexem Umfeld – einfach besser eingestellt
Suliqua®: Überlegene HbA1c-Senkung  im Vergleich zu Mischinsulinanalogon
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…