Gute Ergebnisse in Akutbehandlung und Langzeittherapie

Die aktuelle Studienlage zu SeroquelÒ Prolong

 

Von Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Möller, Direktor der Psychiatrischen Klinik Ludwig-Maximilians-Universität München

 

München (26. Februar 2008) – Seroquel Prolong wurde im vergangenen Jahr von der FDA (Food and Drug Administration) in den USA und im Januar dieses Jahres auch in Deutschland durch das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) für die Behandlung von erwachsenen Schizophreniepatienten zugelassen. Die Zulassung schließt sowohl die Akuttherapie als auch die Rückfallprophylaxe ein und basiert auf einem umfassenden Studienprogramm mit 20 abgeschlossenen Studien, in die insgesamt 3231 Patienten eingeschlossen wurden.

 

In einer randomisierten Doppelblindstudie mit 588 Patienten, die an akuter Schizophrenie litten, konnte der PANSS-Score in allen drei verwendeten Dosierungen von Seroquel Prolong deutlich reduziert werden: 24,8 Punkte bei 400 mg pro Tag (p=0,03), 30,9 Punkte bei 600 mg pro Tag (p<0,001) und 31,3 Punkte bei 800 mg pro Tag (p<0,001) verglichen mit 18,8 Punkten in der Placebogruppe.(1) Zudem verbesserten sich die CGI-S- und CGI-I-Scores (Clinical Global Impression-Severity und -Improvement) unter Seroquel Prolong im Vergleich zu Placebo deutlich.

 

Die Wirksamkeit in der Rückfallprophylaxe konnte in einer Studie mit 197 Patienten, die bereits in der Akuttherapie gut auf Seroquel Prolong angesprochen hatten, nachgewiesen werden. Seroquel Prolong veringerte im Vergleich zu Placebo das Rückfallrisikos um 84 Prozent (hazard ratio 0,16; p<0,0001).(2) Die Rückfallwahrscheinlichkeit nach sechs Monaten betrug 14,3 Prozent unter Seroquel Prolong und 68,2 Prozent in der Pla­cebo-Gruppe (p<0,0001). Der Unterschied in der Rückfallrate zwischen Wirkstoff- und Placebo-Gruppe war so groß, dass die Studie vorzeitig beendet wurde.

 

Dass Patienten, die auf ihre bisherige Medikamententherapie unzureichend ansprechen, von einer Umstellung auf Seroquel Prolong profitieren, zeigt eine 12-wöchige, multizentrische, Open-Label-Studie mit 477 Schizophreniepatienten.(3) Die Umstellung von einer anderen Medikation auf Seroquel Prolong erfolgte bei 315 (66 Prozent) Patienten aufgrund unzurei­chender Wirksamkeit und bei 162 (34 Prozent) aufgrund unzureichender Verträglichkeit der antipsychotischen Medikation. Bei 62,8 Prozent (p<0,0001) der Patienten verbesserte sich der klinische Gesamteindruck gemessen an den CGI-CB-Scores. Im Mittel änderte sich der Ausgangswert um -1,9 Punkte (p<0,001). Positive Effekte zeigten sich auch bei der Positiv- und Negativsymptomatik gemessen anhand des PANSS-Scores. Die Veränderung betrug hier im Mittel -12,3 Punkte und war unabhängig von der vorherigen antipsychotischen Medi­kation der Patienten.

 

Seroquel und Seroquel Prolong haben sich in den Studien als äquivalent in Wirkung und Dosierung erwiesen. So ist Seroquel Prolong z. B. in der Dosierung von 600 mg einmal täglich genauso wirksam wie Seroquel in der Dosierung von 300 mg zweimal täglich.(4) Insgesamt zeigte Seroquel Prolong in dem gesamten Studienprogramm ein sehr günstiges Verträglichkeitssprofil, das mit dem von Seroquel vergleichbar ist.

 

Seroquel Prolong ermöglicht die bedarfsgerechtere Behandlung mit dem potentiellen Ziel der Verbesserung der Compliance. Neben der starken Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit tragen hierzu insbesondere die tägliche Eimalgabe zur Nacht und die schnelle Aufdosierung, mit dem Erreichen der therapeutischen Dosis von 600 mg bereits am zweiten Tag bei. Gestützt wird diese Einschätzung durch die nachhaltige Effektivität, die Seroquel Prolong in der Rezidivprophylaxe unter Beweis gestellt hat.

 

Anmerkungen

 

  1. Kahn RS et al.: „Efficacy and tolerability of once-daily extended release quetiapine fumarate in acute schizophrenia: a randomized, double-blind, placebo-controlled study“, J Clin Psychiatry 2007; 68: 832-842
  2. Peuskens J et al.: „Prevention of schizophrenia relapse with extended release quetiapine fumarate dosed once daily: A randomized, placebo-controlled trial in clinically stable patients“, Psychiatry 2007; 4(11): 34-50
  3. Ganesan S et al.: „Switching from other antipsychotics to once-daily extended release quetiapine fumarate: clinical benefit in patients with schizophrenia, Curr Med Res Opin 2008; 24, No. 1: 21-32
  4. Möller HJ et al.: „Poster vorgestellt auf dem 15. European Congress of Psychiatry; 17.-21. März 2007; Madrid, Spanien. Zitat: Eur Psychiatry 2007; 22 (suppl 1) 126–127; Möller HJ et al.: Poster vorgestellt auf dem 11. Biennial International Congress on Schizophrenie Research; 28. März – 01. April 2007; Colorado Springs, Colorado, USA. Zitat: Schizophr Bull 2007; 33: 201–610

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma AstraZeneca zum Thema "Neue Therapieoption in der Schizophreniebehandlung: Seroquel® Prolong zur täglichen Einmalgabe" am 26.02.2008 in München (GCI HealthCare).

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