Praxisdaten bestätigen gutes Gesamtüberleben unter Bevacizumab beim kolorektalen Karzinom

 

Grenzach-Wyhlen (24. Februar 2010) – Neue Studiendaten zum Einsatz von Bevacizumab (Avastinâ) in der klinischen Praxis, die auf dem diesjährigen ASCO GI präsentiert wurden, bestätigen eindrucksvoll die Stellung des Angiogenese-Hemmers als Therapiestandard beim metastasierten kolorektalen Karzinom (mCRC): In zwei großen Beobachtungsstudien mit über 3.200 Patienten wurden hohe Ansprechraten und Gesamtüberlebens-zeiten von mehr als 2 Jahren erzielt, wenn Bevacizumab mit einer Standardchemotherapie kombiniert wurde.

 

In eine prospektive Kohortenstudie, die nach der Zulassung von Bevacizumab in Europa im Jahr 2005 initiiert wurde, wurden ins-gesamt 1.620 Patienten aus 261 deutschen Kliniken einge-schlossen (1). Das mediane Alter der Patienten betrug 64 Jahre, wobei 26 % der Patienten älter als 70 Jahre waren. 89 % der Patienten hatten einen Performance-Status von 0-1, 10 % von 2 und 1 % von > 2. Die in Kombination mit Bevacizumab einge-setzten Chemotherapiepartner waren XELIRI oder FOLFIRI (n=1.075), XELOX oder FOLFOX (n=312), 5-FU oder Capecitabin (n=186) und andere (n=35). Die Ansprechrate betrug in der ITT-Population 60 % (FOLFIRI/XELIRI = 60 %; FOLFOX/XELOX = 65 %, 5-FU/Capecitabin = 55 %). Die Patienten erreichten ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von 10,2 Monaten und ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 25,5 Monaten. Insgesamt wurde die Behandlung mit Bevacizumab gut vertragen. Die häufigsten schweren Nebenwirkungen waren Blutungen (1,2 %), Lungenembolien (0,5 %) sowie venöse oder arterielle Thromboembolien (0,8 bzw. 0,4 % aller Patienten).

 

 

Auch ältere Patienten profitieren von Bevacizumab

 

Eine tschechische Registerstudie, mit 1.658 mCRC-Patienten an 22 Zentren, untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab im Zeitraum Oktober 2005 bis Oktober 2009. Insgesamt hatten 1.394 Patienten Bevacizumab in der First-line erhalten. Besonderes Augenmerk wurde auf die Unterschiede zwischen den älteren (> 65 Jahre; n=366) und jüngeren Patienten (< 65 Jahre; n=1.023) gelegt. Die am häufigsten mit Bevacizumab eingesetzten Chemotherapieregime waren XELOX (< 65: 34,0 %; > 65: 35,2 %), FOLFOX-4 (< 65: 32,6 %; > 65: 32,5 %), FOLFIRI (< 65: 11,1 %; >65: 7,4 %) und XELIRI (< 65: 7,0 %; > 65: 5,2 %). Weder im PFS noch im Gesamtüberleben wurden Unterschiede zwischen den mit Bevacizumab behandelten Altersklassen beobachtet: Im Median betrug das PFS in der jüngeren Patientengruppe 11,7 Monate, gegenüber 12,8 Monaten bei den älteren Patienten (HR=0,89; p=0,274). Auch das OS war mit 29,3 und 29,5 Monaten (HR=0,94; p=0,709) in beiden Altersklassen vergleichbar. Im Sicherheitsprofil zeigten sich ebenfalls keine Unterschiede zwischen den älteren und jüngeren Patienten. Bevacizumab-bezogene Grad 3/4-Ereignisse wurden insgesamt bei 55 Patienten beobachtet, davon 67,9 % in der Patientengruppe der unter 65-jährigen.

 

Erfahrungen mit über 500.000 Patienten

 

Mit den auf dem ASCO GI präsentierten Studien liegen nunmehr Praxisdaten aus nationalen und internationalen Beobachtungs-studien mit fast 7.000 Patienten vor, die eine Bevacizumab-haltige First-Line-Therapie erhalten haben. Die konsistenten Daten zeigen, dass mit Bevacizumab auch im klinischen Alltag Gesamtüberlebenszeiten vergleichbar mit denen in den kontrollierten Studien beobachtet werden (1-4). Trotz Alltags-bedingungen und der Vielzahl der Therapieregime war die Inzidenz unerwünschter Ereignisse gering. Über alle zuge-lassenen Indikationen hinweg liegen mittlerweile Erfahrungen mit weltweit über 500.000 Bevacizumab-Patienten vor (5).

 

 

 

Quellen

 

  1. Arnold D et al., ASCO GI 2010, Poster/Abstract #439
  2. Kubala E et al., ASCO GI 2010, Poster/Abstract #467
  3. Van Cutsem E et al., Ann Oncol 2009; 20: 1842–1847
  4. Kozloff M et al., The Oncologist 2009; 14: 862–870
  5. EMEA, Summary Bridging Report 04/2009

 

 


Quelle: Pressemitteilung der Firma Roche Pharma vom 24.02.2010 (medical relations) (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung