Herzinsuffizienz-Patienten mit Vorhofflimmern

Herzrhythmus-Medikamente nicht immer zu empfehlen

 

Mannheim (9. April 2010) – Eine routinemäßige Verschreibung von Herzrhythmus-kontrollierenden Medikamenten bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern kann nicht empfohlen werden, sagte heute Prof. Dr. Stefan Hohnloser (Frankfurt/M.) auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Mannheim. An diesem großen Kardiologenkongress nehmen von Donnerstag bis Samstag mehr als 7.000 Experten aus 25 Ländern teil.

Die Experten-Empfehlung stützt sich auf die so genannte AF-CHF-Studie, in der fast 1.400 Herzinsuffizienz-Patienten untersucht wurden. Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern treten häufig gemeinsam auf, je nach Schweregrad der Herzschwäche leiden bis zu 50 Prozent der Betroffenen auch an Vorhofflimmern. Bei diesen Patienten wird häufig angestrebt, durch Medikamente wieder einen stabilen Sinusrhythmus herzustellen, was aber nicht unproblematisch ist: Patienten mit Herzinsuffizienz haben ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Wirkungen der dabei eingesetzten Antiarrhythmika.

 

Gründe für fehlenden Nutzen noch unklar

 

In der AF-CHF wurde eine Gruppe von Patienten mit Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern mit einem Herzrhythmus-Medikament (Amiodaron) behandelt, die andere nicht. Fazit der Untersuchung: Sowohl hinsichtlich der Sterblichkeit, als auch hinsichtlich des Auftretens von Schlaganfällen oder einer Verschlechterung der bestehenden Herzinsuffizienz zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. "Die Ergebnisse belegen, dass eine routinemäßige Strategie einer Rhythmuskontrolle bei herzinsuffizienten Patienten mit Vorhofflimmern nicht empfohlen werden kann", so Prof. Hohnloser. "Die Gründe für die fehlenden günstigen Effekte einer solchen Behandlung sind nicht offensichtlich und Gegenstand weiterer Forschung."

 


 

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) vom 10.04.2010.

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