Neuer CCR-5 Inhibitor jetzt verfügbar
Maraviroc (Celsentri®) verbessert Therapieoptionen bei HIV

Karlsruhe / Berlin (6. November 2007) – In der HIV-Therapie stellt das jetzt erhältliche Medikament Maraviroc (Celsentri®) für Patienten mit CCR5-tropen HI-Viren eine grundlegend neue Option dar. Maraviroc blockiert den CCR5-Korezeptor, den das HIV-Virus für das Eindringen in CD4-Zellen benötigt und verhindert damit die Virus-Replikation. In den zulassungsrelevanten Studien MOTIVATE (Maraviroc plus Optimized Background Therapy in Viremic Antiretroviral Treatment-Experienced patients) 1 und 2 verringerte die Therapie mit Maraviroc zusätzlich zu einer optimierten antiretroviralen Basistherapie die Viruslast der Patienten mit CCR5-tropen Viren signifikant stärker als die optimierte Basistherapie alleine. Zudem erreichten beinahe dreimal so viele Patienten unter Maraviroc eine Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze. Maraviroc ist der erste Vertreter der neuen Substanzklasse der CCR5-Inhibitoren, für den Pfizer im September 2007 die Zulassung der EU-Kommission erhalten hat.

Da Patienten mit HIV in der Regel lebenslang behandelt werden müssen, sind Langzeittoxizitäten der Therapie sowie zunehmende Resistenzen des Virus von großer klinischer Bedeutung. Aus diesem Grund werden ständig Medikamente mit neuen antiretroviralen Wirkmechanismen benötigt, die gut verträglich sind. „Bei der Entwicklung von Maraviroc stand für uns im Vordergrund, den Patienten ein wirksames und gleichzeitig gut verträgliches Medikament zur Verfügung stellen zu können“, erklärte Dr. Tony Wood, Vice President, Head of Discovery Chemistry, Pfizer Laboratories Sandwich/England. Maraviroc wurde 1997 von Pfizer-Forschern entdeckt, in den folgenden 10 Jahren systematisch erforscht und zu einem neuen Medikament entwickelt, wie Wood erläuterte.Die Ergebnisse der MOTIVATE 1 und 2-Studien bestätigen den Erfolg dieser Forschungsarbeit. In die beiden doppelblinden und plazebokontrollierten klinischen Studien wurden mehr als 1000 Patienten mit CCR5-Tropismus eingeschlossen, die ein virologisches Therapieversagen (messbare HIV-1-RNA >5000 Kopien/ml) bei seit mindestens 4 Wochen unverändertem Behandlungsregime aufwiesen. Weiterhin lag eine Resistenz vor oder eine mindestens 6-monatige Behandlung mit jeweils mindestens einem Medikament aus den Substanzklassen PI, NRTI und NNRTI. Die Patienten erhielten eine optimierte Basistherapie (OBT) plus Plazebo oder Maraviroc.In einer Zwischenauswertung nach 24 Wochen sank die Viruslast der Patienten in der Maraviroc-Gruppe signifikant um fast das Hundertfache (-1,96 log-Stufen). „Nach 48 Wochen war der Unterschied zur Plazebo-Gruppe noch deutlicher“, so Dr. Michael Warmbold, Vice President Medical, Pfizer Deutschland. „Der Anteil der Patienten, deren Viruslast nach 48 Wochen unter die Nachweisgrenze gesunken war, lag mit 45,5 % nahezu dreimal so hoch wie in der Plazebo-Gruppe. Vor der Therapie lag die Viruslast bei allen Patienten höher als 5.000 Kopien/ml.“

„Damit belegt diese Studie eindrucksvoll, dass bei vorbehandelten Patienten eine erneute HIV-Behandlung mit Maraviroc und bestmöglicher Auswahl von zusätzlichen antiretroviralen Kombinationspartnern nach Resistenztestung mit einer realistischen Chance verbunden ist, erneut eine dauerhafte Kontrolle der HIV-Vermehrung zu erreichen“, sagte Prof. Jürgen Rockstroh, Immunologische Abteilung des Medizinischen Klinik I am Universitätsklinikum Bonn. Rockstroh ergänzte, dass sich auch ein deutlich höherer Anstieg der CD4-Zellen unter der Maraviroc-Therapie (mehr als 100 Zellen im Maraviroc-Arm; etwa 50 Zellen unter Placebo) zeigte. Die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen zwischen den mit Maraviroc und Plazebo behandelten Patienten unterschied sich nicht signifikant. Insgesamt war die Behandlung mit Maraviroc gut verträglich.

Rockstroh: „Das günstige Verträglichkeitsprofil von Maraviroc in Verbindung mit der nachgewiesenen Wirksamkeit gibt dem HIV-Behandler die Chance, eine weitere wirksame Substanz in das Armentarium der HIV-Medikamente einzufügen. Dies gilt insbesondere für Patienten mit vorbehandelter HIV-Infektion mit CCR5-tropen Viren und der Notwendigkeit einer neuen Therapieumstellung“.


Quelle: Pressekonferenz der Firma Pfizer am 6. November 2007 in Berlin zum Thema „AIDS-Virus erfolgreich blockieren – Eine neue Option in der Behandlung der HIV-Infektion“ (Golin Harris).

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