HPV-Infektion durch Oral- und Analsex möglich

Humane Papilloma-Viren im Halsbereich auf dem Vormarsch

 

Bochum (6. Juni 2013) – Humane Papilloma Viren (HPV) können durch Sexualkontakte übertragen werden und in der Spätfolge Tumore verursachen. Nicht jeder HPV-Typ ist gefährlich, doch Hochrisikotypen verbreiten sich zunehmend, immer häufiger durch Anal- und Oralverkehr. „Bei circa 30 Prozent der bei uns in der Bochumer Immunologischen Ambulanz untersuchten Patienten können wir eine HPV-Infektion im Halsbereich nachweisen“, sagt Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer, Leiter des Zentrums für Sexuelle Gesundheit an der Bochumer Universitätsklinik. Der Fall Michael Douglas macht deutlich, wie brisant die HPV-Infektion sein kann.



Sexualpraktiken wandeln sich – zunehmend Männer von HPV betroffen

Ein Grund für die steigende Zahl von HPV-Erkrankungen, insbesondere im Halsbereich, liegt in den sich ändernden Sexualpraktiken: Durch Oral- und Analverkehr übertragene HP-Viren können Tumore nicht nur am Gebärmutterhals der Frau auslösen, sondern auch im Anal- und Kehlkopfbereich. Daher sind zunehmend auch Männer betroffen. HPV-bedingte Tumore im Halsbereich scheinen allerdings besser auf eine Therapie anzusprechen als Karzinome, die beispielsweise durch Rauchen oder hochprozentigen Alkoholkonsum ausgelöst werden; dennoch stellen sie eine wachsende Gefahr dar.


Infektion ohne Symptome – Prävention ist entscheidend

Ärzte im St. Josef-Hospital in Bochum behandeln und beraten Patienten mit immunologischen Erkrankungen und sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Da das HP-Virus sehr leicht übertragbar ist, zählt die HPV-Infektion in Deutschland neben Chlamydien-Infektionen zu der weit verbreitetsten STI. „Wichtig zu wissen ist, dass eine HPV-Infektion – ähnlich wie die meisten STI – symptomlos verläuft. Nur durch regelmäßige Untersuchungen lässt sich daher eine Infektion feststellen“, erklärt Brockmeyer, der sich als Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft zur Förderung der sexuellen Gesundheit für die Prävention stark macht. Nicht selten entwickeln sich HPV-bedingte Tumore erst 20 oder 30 Jahre nach der Infektion. „Unsere Präventionsbotschaft muss auf die Verwendung von Kondomen und eine erhöhte Impfbereitschaft abzielen“, empfiehlt der STI-Experte Brockmeyer. Denn bei jedem neuen Sexualkontakt besteht das Risiko, sich mit HPV oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion anzustecken, wenn kein Kondom verwendet wird. Ob eine Infektion vorliegt, können Ärzte während einer dermatologischen, gynäkologischen oder urologischen Untersuchung testen. Junge Frauen und junge Männer sollten sich möglichst bereits im Kindesalter gegen HPV impfen lassen.

 

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Quelle: Ruhr-Universität Bochum, 06.06.2013 (tB).

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