Vorbericht zu Screening auf Gestationsdiabetes veröffentlicht

IQWiG sieht indirekten Hinweis auf Nutzen

 

Berlin (21. Januar 2009) – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat die vorläufigen Ergebnisse seiner Nutzenbewertung einer Reihenuntersuchung (Screening) auf Schwangerschaftsdiabetes vorgelegt. In dem vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beauftragten Projekt geht es um die Frage, ob Schwangeren routinemäßig ein Test angeboten werden soll, um diejenigen Frauen zu erkennen, die im Verlauf der Schwangerschaft erhöhte Blutzuckerwerte entwickeln. Denn mit dem Blutzucker können auch die Risiken für Komplikationen bei der Geburt steigen. Seinen Vorbericht hat das IQWiG am 21. Januar 2009 publiziert. Bis zum 18. Februar können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen dazu abgeben.

 

Test ist zeitaufwändig

Manche Fachgesellschaften empfehlen bereits seit längerem, dass Frauen im 6. bis 7. Schwangerschaftsmonat Tests machen sollen, die messen, wie der Körper auf die Aufnahme einer größeren Zuckermenge reagiert. Für eine dieser Untersuchungen, auch Glukosebelastungs- oder -toleranztest (oGTT) genannt, soll die Schwangere morgens nüchtern in die Praxis kommen. Ihr wird dann ein erstes Mal Blut abgenommen, um den Blutzuckerspiegel zu bestimmen. Dann soll sie ein Glas mit einer konzentrierten Traubenzuckerlösung (Glukose) trinken und sich nach zwei Stunden erneut Blut abnehmen lassen.

 

Diese Reihenuntersuchung wird bereits heute vielen Frauen empfohlen, weil Ärzte vermuten, dass schon mäßig erhöhte Blutzuckerwerte unter Umständen das Wachstum des Kindes anregen und dass ein höheres Geburtsgewicht häufiger zu Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen führt.

 

Therapie zeigt einen Effekt

Dieser Zusammenhang wurde zuletzt im Mai 2008 durch eine große internationale Studie (HAPO: Hyperglycemia and Adverse Perinatal Outcome) bestätigt, die im Vorbericht des IQWiG ausführlich analysiert wird. Danach nimmt mit steigenden Blutzuckerwerten das Risiko zu, dass es zu bestimmten Geburtskomplikationen kommt.

 

Das Institut bestätigt auch die Vermutung, dass einige negative Folgen vermieden werden können, wenn Schwangere mit erhöhten Blutzuckerwerten rechtzeitig ihre Ernährung umstellen und manchmal sogar Insulin spritzen, um ihre Blutzuckerwerte zu senken. Aus Therapiestudien ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass eine Blutzuckerkontrolle die Rate von Komplikationen verringert. Daraus leitet das Institut indirekt einen Hinweis ab, dass auch eine Reihenuntersuchung einen Nutzen haben kann, wenn sie dazu führt, dass Frauen mit ausgeprägten Blutzuckerhöhungen erkannt und behandelt werden.

 

Das IQWiG wird die bis zum 18. Februar 2009 eingehenden schriftlichen Stellungnahmen sichten und würdigen. Sofern die Kommentare Fragen offen lassen, kann eine mündliche Erörterung im Institut stattfinden. Danach wird der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht an den G-BA weitergeleitet.

 


 

Quelle: Pressemitteilung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vom 21.01.2009.

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