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Kardiovaskuläres Risikomanagement

Innovative Therapieoptionen in der Sekundärprävention

 

Frankfurt am Main (3. März 2011) – In der Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse mangelt es an effektiven Therapiestrategien, die das gesamte Risikoprofil der betroffenen Patienten berücksichtigen. Selbst bei einer leitliniengerechten medikamentösen Behandlung bleibt ein erhebliches residuales Risiko bestehen. Als vielversprechende Optionen zur weiteren Reduktion des Restrisikos gelten die Erhöhung des HDL-Cholesterins durch CETP-Inhibitoren sowie die Modulation des Stoffwechsels durch duale PPAR-α/γ-Agonisten. Mit dem selektiven CETP-Inhibitor Dalcetrapib und dem balancierten, dualen PPAR-α/γ-Agonisten Aleglitazar hat die Roche Pharma AG dafür zwei Substanzen in der Produkt-Pipeline.

 

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und akute kardiovaskuläre Ereignisse sind in Deutschland für fast die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich.[1] Infolge des demografischen Wandels ist mit einer weiteren Zunahme der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität in den kommenden Jahren zu rechnen. „Als eines der führenden forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland stehen wir in der Verantwortung, uns verstärkt um die großen Zivilisationskrankheiten unserer Zeit zu kümmern“, so Dr. Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma AG. „Das kardiovaskuläre Risikomanagement ist dabei einer unserer zentralen Forschungsschwerpunkte. Mit Dalcetrapib und Aleglitazar haben wir zwei Substanzen in klinischen Phase-III-Studien, die das Potenzial haben, das residuale kardiovaskuläre Risiko von Patienten nach einem akuten Koronar-Ereignis weiter zu reduzieren.“

 

 

HDL-Erhöhung als therapeutisches Target

 

Der Einsatz von Lipidsenkern – in erster Linie Statinen – ist leitliniengerechter Standard in der Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse. Der günstige Einfluss der Statin-Therapie auf das Folgerisiko ist umfassend belegt. Dennoch bleibt ein erhebliches residuales Risiko von bis zu 78 Prozent bestehen.[2] Als innovativer Ansatz zur weiteren Reduktion des Restrisikos gilt die Erhöhung des HDL-Cholesterins. Epidemiologische Daten belegen, dass ein niedriger HDL-Cholesterin-Spiegel mit einer höheren kardiovaskulären Ereignisrate korreliert.[3] Eine aktuelle Metaanalyse zeigt, dass diese Korrelation auch unter der Statin-Therapie bestehen bleibt.[4]

 

Eine spezifische Möglichkeit zur Anhebung des HDL-Cholesterins ist die Inhibition des Cholesterinester-Transferproteins (CETP). Der CETP-Inhibitor Dalcetrapib konnte in Phase-II-Studien den HDL-Cholesterin-Spiegel um circa 30 Prozent anheben.[5] „Experimentelle Studien zeigen, dass Dalcetrapib im Gegensatz zu anderen CETP-Inhibitoren keine komplette Inhibition der CETP-Aktivität zu bewirken scheint“, so Prof. Ulrich Laufs, Universitätsklinikum Homburg. „Über eine selektive Inhibition der CETP-Aktivität unterbindet Dalcetrapib in diesen Experimenten den unerwünschten Cholesterintransport von HDL auf pro-atherogene LDL und VLDL. Der erwünschte Lipidtransfer innerhalb der anti-atherogenen HDL-Fraktionen bleibt dagegen erhalten.“ Der Wirkstoff Dalcetrapib wird zurzeit in der Phase-III-Studie dal-OUTCOMES mit über 15.600 Patienten untersucht. Erste Ergebnisse aus dem dal-HEART-Programm werden noch für dieses Jahr erwartet.[6]

 

 

Stoffwechselmodulation statt Blutzuckerkontrolle

 

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 haben – auf Grund der typischen Konstellation verschiedener Risikofaktoren – ein zusätzlich gesteigertes kardiovaskuläres Risiko.[6] Die aktuell verfügbaren Medikamente in der Therapie des Typ-2-Diabetes wurden ausschließlich auf Grund einer verbesserten glykämischen Kontrolle zugelassen. Die effektive Reduktion der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität von Patienten mit Typ-2-Diabetes ist jedoch an multimodale Therapieoptionen gebunden, die neben der glykämischen Kontrolle weitere Risikofaktoren wie Dyslipidämie und Insulinresistenz günstig beeinflussen. Das gilt insbesondere für die Hochrisikogruppe der Diabetiker nach einem akuten Koronarsyndrom.

 

Die Stoffwechselmodulation über duale PPAR-α/γ-Agonisten ist ein möglicher Therapieansatz zur Reduktion des kardiovaskulären Folgerisikos bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. Der duale PPAR-α/γ-Agonist Aleglitazar verbesserte in Phase II die glykämische Kontrolle bei Typ-2-Diabetikern. Gleichzeitig nahm er einen günstigen Einfluss auf verschiedene kardiovaskuläre Risikofaktoren wie das Lipidprofil, die Insulinresistenz und Entzündungsmarker.[8] „Auf Grund seiner spezifischen molekularen Eigenschaften bindet Aleglitazar mit nahezu identischer Affinität an den PPAR-α- und PPAR-γ-Rezeptor und induziert ein individuelles Genexpressionsprofil“, erklärt Prof. Andreas Pfützner, Institut für klinische Forschung und Entwicklung, Mainz. „Es besteht Grund zur Hoffnung, dass Aleglitazar das kardiovaskuläre Folgerisiko von Patienten nach einem akuten Koronarsyndrom mit Diabetes mellitus Typ 2 günstig beeinflussen kann.“ Diese Hypothese wird aktuell in der Phase-III-Endpunktstudie ALECARDIO mit über 6.000 Patienten getestet.[6]

 

 

Quellen

 

[1]        Statistisches Bundesamt Deutschland: Pressemitteilung Nr. 371, 18.10.2010

[2]        Libby P: J Am Coll Cardiol. 2005; 46: 1225-1228

[3]        Barter P et al.: N Engl J Med 2007; 357: 1301-1310

[4]        Jafri H et al.: Ann Int Med 2010; 153: 800-808

[5]        Stein EA et al.: Am J Cardiol. 2009; 104: 82-91

[6]        www.ClinicalTrials.gov

[7]        Sacks FT et al.: N Engl J Med 1996; 335: 1001-1009

[8]        Henry R et al.: Lancet (Online) 8. Juni 2009

 


 

Quelle: Presse-Workshop der Firma Roche Pharma zum Thema „Kardiovaskuläres Risikomanagement: Innovative Therapieoptionen in der Sekundärprävention“ am 03.03.2011 in Frankfurt am Main (medical relations) (tB).

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