Monotherapie bipolar affektiver Störung

Seroquel Prolong® ermöglicht kontinuierliche Therapie über alle Phasen

 

Bonn (8. März 2010) – Mit der Zulassung von Seroquel Prolong® (Quetiapin) zur Phasenprophylaxe steht in Deutschland seit Kurzem ein Medikament zur Behandlung aller Phasen einer bipolar affektiven Störung zur Verfügung. Damit ist erstmals eine Behandlung der Erkrankung in Monotherapie möglich. Für Ärzte und Patienten bietet dies die Chance für eine stabilere Therapie ohne phasenabhängige Wechsel der Medikation.

 

„Bipolare Erkrankungen erfordern differenzierte diagnostische und therapeutische Kenntnisse“, erklärte Professor Stephanie Krüger von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte. „Neben der Behandlung akuter Episoden sind bei bipolaren Erkrankungen ein effektiver Rückfallschutz und damit die dauerhafte Episodenfreiheit von großer Bedeutung.“ Bislang mussten Ärzte und Patienten in den verschiedenen Krankheitsphasen häufig Wechsel in der Medikation in Kauf nehmen, da die meisten Präparate entweder antimanisch oder antidepressiv wirken. Insbesondere in der Behandlung der bipolaren Depression ist die Auswahl der zugelassenen Substanzen sehr begrenzt. Zudem ist es sinnvoll, die Psychopharmakotherapie mit einer Substanz zu beginnen, die nach erfolgreicher Akutbehandlung auch für die Rezidivprophylaxe eingesetzt werden kann. Die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg in der Langzeittherapie ist dann höher und es muss keine erneute Medikationsumstellung erfolgen.

 

Gute Ergebnisse zur Monotherapie mit Quetiapin liefert eine aktuelle Langzeitstudie (1), in der Quetiapin sowohl manische als auch depressive Episoden effektiv verhindern konnte, unabhängig davon, ob die Patienten in einer depressiven oder einer manischen Phase auf das Medikament eingestellt wurden. Außerdem konnten Patienten, die zuvor auf die Behandlung mit Quetiapin angesprochen hatten, in der Phasenprophylaxe nicht von einer Umstellung von Quetiapin auf Lithium profitieren. In die Analyse eingeschlossen waren 1.172 Patienten (ITT). Innerhalb dieser Studienpopulation war die Zeit bis zum Wiederauftreten einer affektiven Episode bei Fortführung der Therapie mit Quetiapin signifikant länger als bei einer Umstellung auf Placebo: Hazard Ratio (HR) 0.29; 95% CI, 0,23-0,38; p<0,0001. Auch im Vergleich zu einer Umstellung auf Lithium war die Zeit bis zum Wiederauftreten einer affektiven Episode bei Weiterführung der Therapie mit Quetiapin signifikant länger: HR 0,66; 95% CI, 0,49-0,88; p=0,005.

 

„Die aktuellen Daten bestätigen die exzellente Wirksamkeit von Quetiapin bei der Vermeidung sowohl manischer als auch depressiver Rückfälle“, erklärte Professor Lakshmi Yatham von der University of British Columbia, Kanada, einer der Mitautoren der Leitlinie des Canadian Network for Mood and Anxiety Treatments (CANMAT). „Darüber hinaus hebt Quetiapin sich von anderen atypischen Neuroleptika durch seine nachgewiesene Wirksamkeit bei der Behandlung akuter depressiver Episoden einer bipolar affektiven Störung ab.“ Auch in der Behandlung akuter manischer Episoden ist Quetiapin bereits seit längerem eine gut etablierte Therapieoption.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Etwa zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer bipolaren affektiven Störung. Charakteristisch für die Erkrankung sind starke Stimmungsschwankungen mit Phasen extremer Hochstimmung (Manie) und Phasen tiefer Niedergeschlagenheit (Depression). Im Unterschied zu der „klassischen“ Bipolar-I-Erkrankung fallen die manischen Phasen in der Bipolar-II-Erkrankung als Hypomanie weniger stark aus. Außerdem können manische und depressive Symptome in sogenannten Mischphasen auch parallel auftreten. Die Unterschiede in der Symptomatik der verschiedenen Krankheitsphasen stellen eine große Herausforderung für die Behandlung der Erkrankung dar und machen bei manchen Patienten häufige Wechsel in der medikamentösen Therapie notwendig.

 

Therapieziel in der Akutbehandlung ist immer eine möglichst schnelle Regulierung der affektiven Symptomatik. Darüber hinaus ist aber eine wirksame Rezidivprophylaxe wichtig, um die Patienten langfristig zu stabilisieren und das erneute Auftreten einer affektiven Episode zu vermeiden. Bei der Einleitung einer Psychopharmakotherapie ist es deshalb sinnvoll, die Therapie mit einer Substanz zu beginnen, für die neben der Wirksamkeit in der Akutbehandlung auch eine Wirksamkeit in der Langzeittherapie gegeben ist.

                                              

Seroquel Prolong® ist seit Januar 2009 in Deutschland zur Behandlung von schweren depressiven Phasen und mittelschweren bis schweren manischen Phasen einer bipolar affektiven Störung zugelassen. Seit November 2009 ist Seroquel Prolong® außerdem für die Prävention von Rückfällen bei Patienten mit bipolar affektiven Störungen zugelassen, die in manischen und depressiven Phasen auf die Behandlung mit Quetiapin angesprochen haben. Damit ist erstmals eine Behandlung der Erkrankung in Monotherapie möglich.

 

Die Zulassungserweiterung zur Rezidivprohylaxe stützt sich u. a. auf eine aktuelle Langzeitstudie, in der Patienten, die zuvor auf die Behandlung mit Quetiapin angesprochen hatten, bis zu zwei Jahre entweder mit Quetiapin in Monotherapie weiterbehandelt oder auf Lithium oder Placebo umgestellt wurden.(1) Primärer Endpunkt war das Wiederauftreten eines affektiven Ereignisses. In die Analyse eingeschlossen waren 1172 Patienten (ITT). In dieser Studienpopulation zeigte Quetiapin deutliche Vorteile gegenüber den Vergleichssubstanzen.

 

 

Anmerkung

 

(1) Nolen et al. Quetiapine or lithium versus placebo for maintenance treatment of bipolar I disorder after stabilization on quetiapine. Poster presented at the 17th European Congress of Psychiatry, 24-28 January 2009, Lisbon, Portugal

 

 

Abbildung

 

 

 

 

Monotherapie bipolar affektiver Störungen: Unter Quetiapin-Monotherapie konnten in einer Langzeitstudie bei Patienten, die zuvor auf die Therapie mit Quetiapin angesprochen hatten, sowohl manische als auch depressive Episoden effektiv verhindert werden. In der ITT- Studienpopulation war die Zeit bis zum Wiederauftreten einer affektiven Episode bei Fortführung der Therapie mit Quetiapin signifikant länger als bei einer Umstellung auf Placebo: Hazard Ratio (HR) 0.29; 95% CI, 0,23-0,38; p<0,0001. Auch im Vergleich zu einer Umstellung auf Lithium war die Zeit bis zum Wiederauftreten einer affektiven Episode bei Weiterführung der Therapie mit Quetiapin signifikant länger: HR 0,66; 95% CI, 0,49-0,88; p=0,005.

 


 

Quelle: AstraZeneca, 05.03.2010 (tB).

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