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Nationale Leitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

 

Berlin (26. November 2009) – Die Nationale Versorgungsleitlinie / S3-Leitlinie zur Unipolaren Depression wird heute, am 26. November 2009, auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Experten aus insgesamt 28 Fachgesellschaften und Organisationen sowie Vertreter von zwei Patientenorganisationen haben seit 2005 gemeinsam die neue NVL / S3-Leitlinie "Unipolare Depression" erarbeitet. Die Organisation übernahmen dabei die Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg und das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Die Finanzierung des Projekts erfolgte durch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Insgesamt beruht die Leitlinie jetzt auf 1.232 Publikationen, deren methodische Güte diskutiert und bewertet wurde. Aus der aufbereiteten Evidenz leiten die Autoren 107 Empfehlungen und Statements zu folgenden Themen ab: Prävention und Screening, Diagnostik, Psycho- und Pharmakotherapie, Komorbidität und Suizidalität. Auch Fragen der Versorgungskoordination werden behandelt, zum Beispiel Einweisungskriterien, Nahtstellen, Rehabilitation und Qualitätsmanagement.

Depressionen nehmen weltweit zu. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden unipolare Depressionen im Jahr 2030 die höchste Krankheitslast in der Weltbevölkerung verursachen – noch vor den Herzerkrankungen. Das Bundesgesundheitsministerium nimmt an, dass vier Millionen Deutsche von einer Depression betroffen sind. Dabei ist die Dunkelziffer hoch: Nach den Ergebnissen einer WHO-Studie werden depressive Erkrankungen in etwa der Hälfte der Fälle nicht diagnostiziert, und selbst die diagnostizierten Fälle werden oft nicht adäquat behandelt. In den vergangenen Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Depression in Deutschland zwar verbessert, optimal abgestuft und abgestimmt zwischen haus-, fachärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung sind Diagnostik und Therapie aber immer noch nicht.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) wird von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) getragen. Ziel ist es, eine optimale fach- und sektorenübergreifende Versorgung chronischer Krankheiten über die gesamte Versorgungskette zu definieren.


Die Leitlinie zur Unipolaren Depression ist die erste Leitlinie, die gleichzeitig als NVL und S3-Leitlinie entwickelt wurde. Durch die enge Kooperation konnten evidenzbasierte Grundlagen und Praxisanforderungen optimal verbunden werden.

 

Weitere Informationen

 

 

 


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde vom 26.11.2009 (tB).

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