54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

Neue multimediale Ansätze zur Verbesserung der Adhärenz bei fehlerhafter Inhalationstechnik

Hannover (20. März 2013) – Die Inhalationstherapie ist der entscheidende Therapiebaustein bei obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD. Die Inhalationstherapie ist wirksam und nebenwirkungsarm, weil die Medikamente direkt am ihrem Bestimmungsort, der Lunge, deponiert werden. Die inhalative Applikation von Medikamenten sowie die unterschiedliche Funktionalität der verfügbaren Inhalationsgeräte führen in der Praxis aber häufig zu Anwendungsfehlern, die mit einem vollständigen Wirkverlust einhergehen können. „Die einmalige Einweisung durch den behandelnden Arzt oder ärztliches Fachpersonal reicht in der Regel nicht aus, Anwendungsfehlern nachhaltig vorzubeugen“, so Prof. C.-P. Criée, Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga, anlässlich des 54. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Mit pragmatischen, rund um die Uhr im Internet verfügbaren Videosequenzen zur korrekten Inhalation mit allen gängigen Inhalationssystemen unterstützt die Atemwegsliga Patienten beim Erlernen und Kontrolle der Inhalationstherapie.  

„Nicht abgenommene Verschlusskappen, Mehrfachinhalationen ohne Mundschluss und die falsche Beladung von Pulverinhalationen sind nur ein paar wenige Highlights, die mir in meiner mehr als 13-jährigen Praxistätigkeit regelmäßig begegnet sind“, berichtet Dr. Roland Doepner, niedergelassener Pneumologe aus Dortmund. Dabei verursacht die ausbleibende Wirkung der Medikamente immense Kosten und führt zu Notsituationen sowie frustrierten Patienten und Therapeuten. Erschwerend komme hinzu, dass viele Patienten einer Dauertherapie grundsätzlich kritisch gegenüber stünden und schon deshalb eine schlechte Compliance zeigten. Doepner setzt deshalb auf wiederholte Kontrollen der Inhalation, um die häufig vorkommenden Fehler zu erkennen und zu eliminieren. 

Im Jahr 2011 hat die Deutsche Atemwegsliga die Produktion von Videos zur korrekten Inhalation initiiert, um eine effiziente und ubiquitär verfügbare Aufklärungsplattform zu schaffen. Heute umfasst die Videothek 21 Videosequenzen aller gängigen Inhalationsgeräte sowie Informationsfilme zur Peak-Flow-Messung, Spirometrie und Bodyplethysmografie. Die Videos zeigen die korrekte Inhalationstechnik Schritt für Schritt von der Vorbereitung des Inhalators, über die Durchführung bis hin zur Reinigung soweit dies erforderlich ist.

Für Prof. Wolfram Windisch von der Lungenklinik Köln-Merheim überwiegen die Vorteile der Internet-basierten Einweisung in die korrekte Inhalationstechnik durch Videosequenzen bei weitem deren Nachteile. „Die flächendeckende und zeitlich unbegrenzte Verfügbarkeit der Informationen, die beliebige Wiederholbarkeit und ein zumutbarer Zeitrahmen von 1 – 3 Minuten sind nur einige wenige Vorteile der Aufklärungsplattform“, meint Windisch. Das Fehlen einer Kontrolle der Inhalationstechnik und die Berücksichtigung individueller Fragen und Probleme von Patienten könne durch eine Kombination aus Videoaufklärung und Einweisung durch ärztliches und medizinisches Fachpersonal ausgeglichen werden.

Dr. Peter Kardos, Frankfurt, hält die Videos der Atemwegsliga für eine sinnvolle Ergänzung zur Schulung durch den Arzt oder Apotheker und für eine zusätzliche Hilfe zum Beipackzettel. „In der täglichen Praxis bedarf es einer harten Überzeugungsarbeit und Schulung, um eine akzeptable Langzeitadhärenz bei chronischen Erkrankungen wie Asthma oder COPD zu erreichen“, stellt Kardos fest. Dabei sei die fehlerhafte Anwendung der Inhalatoren in der Praxis fast die Regel.
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Die Videosequenzen der Atemwegsliga sind im Internet abgelegt auf 

  • Facebook: facebook.com/atemwegsliga.de

und können in der Geschäftsstelle auf DVD angefordert werden. Die Videos können bei vorhandenem Internetzugang auch zur Einweisung in der Arztpraxis oder Apotheke vorgeführt werden.

Weitere Informationen: www.atemwegsliga.de  


Quelle: Deutschen Atemwegsliga e.V., 20.03.2013 (tB).

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