Neuer Fragebogen hilft Monatsbeschwerden erkennen

 

Basel, Schweiz (17. Januar 2011) – Vier von fünf Frauen leiden in den Tagen vor ihrer Monatsblutung an Beschwerden. Die meisten sind dadurch kaum eingeschränkt, doch wäre bei rund jeder zehnten Frau eine Therapie angezeigt. Forschende der Universität Basel haben nun mit Kollegen aus Kanada einen Fragebogen entwickelt, mit dem diese Frauen schneller erkannt und früher behandelt werden können, wie sie in der neuesten Ausgabe des Fachmagazins «Der Nervenarzt» berichten.

 

Die meisten Frauen kennen Beschwerden in den Tagen vor der Monatsblutung. Diese sind jedoch oft nur leicht und von kurzer Dauer, sodass sie das Alltags- und Berufsleben nicht oder nur wenig beeinträchtigen. Bei 4 bis 20 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter sind die Symptome jedoch so stark, dass sie in ihrem privaten oder beruflichen Leben massiv eingeschränkt sind. Dabei machen ihnen körperliche Beschwerden wie Schmerzen, aber auch psychische Beschwerden wie Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen zu schaffen.

 

 

Betroffene oft unerkannt

 

Leider werden viele Betroffene von Ärzten und anderen Therapeuten nicht erkannt und bleiben daher unbehandelt, obwohl wirksame Therapiemöglichkeiten vorhanden sind. Bisherige Diagnosemethoden sehen eine tägliche Einschätzung der Beschwerden über zwei Menstruationszyklen hinweg vor; dieser Aufwand ist jedoch oft sowohl Betroffenen als auch Ärzten zu gross.

 

PD Dr. Gunther Meinlschmidt und Dipl.-Psych. Dorothée Bentz von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel haben nun in Kooperation mit Prof. Meir Steiner von der McMaster-Universität in Hamilton, Kanada, einen Weg gefunden, wie Frauen mit behandlungsbedürftigen prämenstruellen Symptomen schneller erkannt werden können. Dafür übersetzten sie einen im englischsprachigen Raum bereits häufig eingesetzten Kurzfragebogen ins Deutsche und wiesen dessen Brauchbarkeit nach, in dem sie ihn von Frauen mit und ohne Beschwerden ausfüllen liessen und die Ergebnisse mit täglichen internetbasierten Einschätzungen verglichen.

 

Mit dem neuen «Screening-Instrument für Prämenstruelle Symptome» (SIPS), in dem Betroffene die Schwere der einzelnen Symptome angeben, ist es nun möglich, in der klinischen Praxis innerhalb weniger Minuten einfach und schnell Hinweise auf Frauen zu erhalten, deren prämenstruelle Beschwerden eine Behandlung nötig machen.

 

 

Originalbeitrag

 

Dorothée Bentz, Meir Steiner und Gunther Meinlschmidt Screening-Instrument für Prämenstruelle Symptome (SIPS): Die deutsche Version des «Premenstrual Symptoms Screening Tool (PSST)» zur Erfassung klinisch relevanter Beschwerden Nervenarzt 2011 | doi: 10.1007/s00115-010-3210-6

 

 

Weitere Auskünfte

 

  • PD Dr. Gunther Meinlschmidt, Universität Basel, Fakultät für Psychologie, Abteilung für Klinische Psychologie und Epidemiologie, Tel. +41 (0)61 267 02 75, E-Mail: gunther.meinlschmidt@unibas.ch
  • Dipl.-Psych. Dorothée Bentz, Universität Basel, Fakultät für Psychologie, Abteilung für Kognitive Neurowissenschaften, Tel. +41 (0)61 267 02 33, E-Mail: dorothee.bentz@unibas.ch

 

 


Quelle: Universität Basel, 17.01.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Nahrungsergänzungsmittel während der Krebstherapie: Es braucht mehr Bewusstsein für mögliche…
Fusobakterien und Krebs
Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Pembrolizumab verlängert Leben
Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…