DHL®-Kongress 2012 Berlin – Satellitensymposium von Daiichi Sankyo Deutschland

Olmesartan – eine wichtige Behandlungsoption für die effektive Blutdrucksenkung

 

Berlin (7. Dezember 2012) – Die arterielle Hypertonie ist einer der wichtigsten kardiovaskulären Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.1 Bluthochdruckpatienten sind häufig durch Komplikationen wie koronare Herzerkrankung, Schlaganfall oder Nierenschädigungen gefährdet, die von atherosklerotisch bedingten Gefäßwandschädigungen ausgehen. Um dieses Risiko zu senken und die Lebenserwartung der Hypertoniker zu verbessern, ist eine rasche, effektive Blutdrucksenkung auf Zielwerte unter 140/90 mmHg mit modernen Antihypertensiva unabdingbar. Eine antihypertensive Therapie mit einem AT1-Antagonisten wie Olmesartan erweist sich hierbei als zielführend, da Olmesartan neben der effektiven Blutdrucksenkung2,3 zudem antiatherosklerotische, d.h. gefäß- und nephroprotektive4–9 Effekte zu bieten scheint. Über die positiven Auswirkungen einer adäquaten antihypertensiven Therapie auf Herz und Gefäßsystem und inwiefern eine effektive Blutdrucksenkung möglicherweise auch das Demenzrisiko senkt, diskutierten Experten auf einem von Daiichi Sankyo Deutschland unterstützten Satellitensymposium anlässlich des 36. Wissenschaftlichen Kongresses der Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention in Berlin.

 

Schlaganfall und Myokardinfarkt (major adverse cardio- and cerebrovascular events, MACCE) aufgrund von funktionellen und strukturellen arteriosklerotischen Gefäßveränderungen sind mit die häufigsten Todesursachen vor allem in den Industrieländern. Diese Veränderungen betreffen die gesamte Arterienwand: Intima, Media und Adventitia.

 

 

Rechtzeitig mit ADAM gegen EVA vorgehen

 

Die Störung der protektiven Funktionen des Endothel gehört zu den frühen funktionellen Veränderungen. Dabei kommt es zur Vasokonstriktion und Aktivierung pro-inflammatorischer und -thrombotischer Faktoren. Zu den frühen strukturellen Veränderungen zählt ein Gefäßumbau (Remodeling) mit Hypertrophie und Fibrose, der besonders die Media betrifft. Prof. Reinhold Kreutz, Berlin, betonte, dass die frühen vaskulären Veränderungen, die heute als Ausdruck des frühen vaskulären Alterns (Early Vascular Aging, EVA) gelten10, aus einem komplexen Zusammenspiel von Umweltfaktoren, Risikofaktoren (Rauchen, Hypertonie, Dyslipidämie, Hyperglykämie) und genetischer Prädisposition resultieren. EVA beginne häufig bereits im Jugendalter, so Kreutz. Bei der Entwicklung dieser frühen Veränderungen spielt die Aktivierung des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) ebenso eine große Rolle wie bei der chronischen Progression bis hin zur Manifestation von großen cerebro- und kardiovaskulären Ereignissen. Aus klinischer Sicht sei es laut Kreutz wichtig, EVA rechtzeitig zu verhindern bzw. zu bremsen – und zwar durch eine nicht-medikamentöse Senkung des kardiovaskulären Risikos mittels Lebensstiländerungen (z.B. regelmäßiges körperliches Training, niedriger Kochsalzkonsum, Einstellen des Rauchens) und/oder durch eine pharmakologische Intervention (Aggressive Decrease of Atherosclerosis Modifiers, ADAM). Der Blutdruckkontrolle komme bei der Implementierung von ADAM gegen EVA eine herausragende Bedeutung zu, wie Kreutz betonte.10

 

Bei der antihypertensiven Therapie hat sich die RAS-Inhibition mit Angiotensin-Rezeptorblockern in diesem Zusammenhang als vielversprechend erwiesen, erklärte Kreutz. In der OLIVUS-Studie beispielsweise konnte bei Patienten mit arterieller Hypertonie und stabiler koronarer Herzerkrankung für den AT1-Inhibitor Olmesartan eine Verzögerung der Atheromprogression in den Koronargefäßen nachgewiesen werden.8 Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Ergebnissen der 4-jährigen Follow-up-Periode (OLIVUS-Extension) wider: Die relative Risikoreduktion für das Auftreten von schwerwiegenden kardio- und cerebrovaskulären Ereignissen unter Olmesartan betrug 54% (p = 0,04).11

 

 

Effektive Blutdruckkontrolle zum Schutz vor Demenz

 

PD Dr. Florian Masuhr, Berlin, berichtete über einen in der heutigen Gesellschaft immer wichtiger werdenden Punkt: die Zunahme der Demenzerkrankungen. Gerade die vaskuläre Demenz ist nach der Alzheimer-Erkrankung die wichtigste Demenzform, wobei es zahlreiche Mischformen gibt.12,13 Die u.a. durch eine Hypertonie verursachten vaskulären Veränderungen würden zuerst nur die kleinsten cerebralen Gefäße betreffen, ohne dass sich kognitive Symptome zeigten, erläuterte Masuhr. „Erst die Summe einer Vielzahl solcher Veränderungen führt schließlich zu einer klinisch relevanten Demenz“, so Masuhr. Inzwischen weiß man aus vielen Observations- und Interventionsstudien, dass durch eine konsequente antihypertensive Therapie das Auftreten von Schlaganfällen signifikant reduziert werden kann. Mit Blick auf die hohe Prävalenz der arteriellen Hypertonie in der Bevölkerung stellt die Behandlung der Hypertonie die wichtigste Intervention zur Senkung der Schlaganfallinzidenz – bezogen auf die Gesamtbevölkerung – dar, erläuterte Masuhr. „Wir wissen auch, dass eine konsequente antihypertensive Therapie das Auftreten einer Post-Stroke-Demenz verhindern kann“, so Masuhr weiter.14 Dabei versteht man unter einer Post-Stroke-Demenz jede kognitive Verschlechterung – unabhängig von ihrer Ätiologie –, die nach einem Schlaganfall auftritt. Laut Masuhr weisen zahlreiche Observationsstudien und Metaanalysen ebenfalls eindeutig darauf hin, dass im mittleren Lebensalter die arterielle Hypertonie den wichtigsten Risikoprädiktor für die Entwicklung einer Demenz im hohen Lebensalter darstellt.15 Schätzungen zufolge seien bis zu 30 % aller Demenzfälle auf einen Hypertonus im mittleren Lebensalter zurückzuführen. Metaanalysen hätten ergeben, so Masuhr, dass wahrscheinlich durch eine antihypertensive Therapie im mittleren Lebensalter eine Risikoreduktion von 10 – 20 % für das Auftreten einer kognitiven Leistungsminderung im höheren Alter erreicht werden könne. Eine effektive Blutdrucksenkung leiste einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion demenzieller Syndrome beim älteren Menschen, erklärte Masuhr, denn „kein Organ ist so stark von der Hypertonie betroffen wie das Gehirn“.

 

 

Umstellung auf Fixkombination Olmesarten/Amlodipin

 

Die Wichtigkeit einer effektiven Blutdrucksenkung unterstrich auch PD Dr. Peter Bramlage, Mahlow. Für eine potente antihypertensive Therapie stehe beispielsweise der AT1-Inhibitor Olmesartan in fixer Kombination mit Amlodipin (Sevikar®) bzw. mit Amlodipin und Hydrochlorothiazid (Sevikar HCT®) zur Verfügung. Der Einsatz der Fixkombination Olmesartan/Amlodipin ist, falls eine Monotherapie nicht ausreichend ist, von der Zulassung auf die Umstellung von entweder Olmesartan oder Amlodipin beschränkt. Nun sollten in zwei parallel laufenden Studien mit insgesamt 167 Hypertonikern die Wirksamkeit und die Sicherheit einer Umstellung untersucht werden.

 

In der Studie SEVICONTROL-116 wurden Hypertoniepatienten direkt von einer Candesartan-Monotherapie, wenn sie damit die Blutdruckzielwerte nicht erreicht hatten, auf die Fixkombination Olmesartan 40 mg/ Amlodipin 10 mg umgestellt (Cave: off-label!), und in SEVICONTROL-217 erfolgte die Umstellung über die Zwischenschaltung einer Olmesartan-Monotherapie, berichtete Bramlage. Primärer Endpunkt beider Studien war die Blutdrucksenkung der Fixkombination im Vergleich zur Candesartan-Monotherapie gemessen als systolischer Mittelwert am Tag in der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung.

 

Für die Auswertung des primären Endpunktes standen in SEVICONTROL-1 insgesamt 44 Patienten, in SEVICONTROL-2 23 Patienten zur Verfügung. In beiden Studien war die systolische Blutdrucksenkung der Fixkombination mit -9,4 mmHg bzw. -11,6 mmHg ausgeprägt (jeweils p = 0,0003). Korrespondie4 rende signifikante Senkungen zeigten sich zur Nacht und im 24-Stunden-Mittelwert sowohl systolisch als auch diastolisch. Die Blutdrucksenkung in der Gelegenheitsmessung (systolisch -9,4 bzw. -10,9 mmHg; p = 0,0003 bzw. p = 0,002) waren mit den systolischen Tagabsenkungen vergleichbar (R2 linear 0,300 bzw. 0,398). Die Blutdruckkontrolle bei zuvor unter Candesartan unkontrollierten Patienten betrug in vielen Messparametern mehr als 80 %. Bis auf die erhöhte Ödemrate, erklärte Bramlage, waren Nebenwirkungen insgesamt selten, unspezifisch und zwischen den beiden Studien vergleichbar. „Sowohl die sequenzielle als auch die direkte Umstellung auf die Fixkombination Olmesarten/Amlodipin haben sich als effektiv und sicher erwiesen“, lautete das Fazit von Bramlage.

 

 

Referenzen 

  1. WHO, FS 317: Cardiovasc Dis. http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs317/en/index.html (Dezember 2012)
  2. Püchler et al. J Hypertens 2001; 19 (Suppl 1): S41–S48
  3. Neutel et al. Am J Cardiol 2001; 87 (Suppl): 37C–43C
  4. Fliser D et al. Circulation 2004; 110: 1103–1107
  5. Bahlmann FH et al. Hypertension 2005; 45: 526–529
  6. Smith RD et al. Am Soc Hypertens 2008; 2: 165–172
  7. Stumpe KO et al. Ther Adv Cardiovasc Dis 2007; 1(2): 97–106
  8. Hirohata A et al. J Am Coll Cardiol 2010; 55: 976–982
  9. Menne J et al. J Hypertens 2012; 30(4): 811–818
  10. Nilsson PM et al. Hypertension 2009; 54: 3–10
  11. Hirohata A et al. Atherosclerosis 2012; 220(1): 134–138
  12. Bosser M. Dementia. In: Diseases of the Nervous System; Philadelphia 1992
  13. Moorhouse P and Rockwood K. Lancet Neurol 2008; 7: 246–255
  14. Forette F et al. Lancet 1998; 352: 1347–1351
  15. Kloppenborg RP et al. Eur J Pharmacol 2008; 585: 97–108

  

Über Sevikar HCT®

 

Sevikar HCT® ist eine fixe Kombination von drei antihypertensiven Wirkstoffen in einer Tablette zur Behandlung von Patienten mit Hypertonie.

 

Olmesartanmedoxomil (OLM) – ein lang wirksamer selektiver Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker

• Amlodipin (A) – ein Kalziumkanalblocker

• Hydrochlorothiazid (HCT) – ein Diuretikum

 

Sevikar HCT® ist indiziert zur Behandlung der essenziellen Hypertonie.

 

Zusatztherapie: SEVIKAR HCT ist indiziert bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck mit einer Kombination von Olmesartanmedoxomil und Amlodipin, eingenommen in Form einer Zweierkombination, nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

 

Substitutionstherapie: SEVIKAR HCT ist indiziert zur Substitutionstherapie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck mit einer Kombination von Olmesartanmedoxomil, Amlodipin und Hydrochlorothiazid, eingenommen in Form einer Zweierkombination (Olmesartanmedoxomil und Amlodipin oder Olmesartanmedoxomil und Hydrochlorothiazid) und eines Monopräparates (Hydrochlorothiazid oder Amlodipin), ausreichend kontrolliert wird.

 

 

Über Daiichi Sankyo

 

Daiichi Sankyo entwickelt und produziert innovative Arzneimittel, um wirksame Therapien für bislang unzureichend behandelte Krankheitsbilder anbieten zu können. Das gilt für Patienten in Industriestaaten ebenso wie für Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Der Konzern ist 2005 aus der Fusion der beiden japanischen Traditionsunternehmen Daiichi und Sankyo entstanden und gehört heute mit einem Jahresumsatz von über 8,6 Milliarden Euro zu den 20 führenden Pharmakonzernen der Welt. Das Unternehmen vermarktet Arzneimittel gegen Hypertonie, Hyperlipidämie und bakterielle Infektionen. In seiner Forschung und Entwicklung konzentriert sich Daiichi Sankyo auf neuartige Therapien in den Bereichen thrombotische Erkrankungen, Onkologie, Herz/Kreislauf und Stoffwechselerkrankungen. Mit dem „Hybridmodell“ hat Daiichi Sankyo eine Konzernstrategie entwickelt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patienten in den verschiedenen Arzneimittelmärkten gerecht werden und Wachstumsmöglichkeiten nutzen soll.

 

Der Hauptsitz des Unternehmens ist Tokio. Seine Europazentrale befindet sich in München. Daiichi Sankyo Europe besitzt Niederlassungen in zwölf europäischen Ländern sowie eine globale Fertigungsstätte in Pfaffenhofen, Deutschland.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.daiichi-sankyo.de

 

 


Quelle: Daiichi Sankyo Deutschland, 18.12.2012 (tB).

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