Orale Therapie der chronischen Hepatitis B

144-Wochen-Daten bestätigen hohe antivirale Potenz von Viread®

 

Wien, Österreich (15. April 2010) – Auf einer Veranstaltung im Rahmen der Jahrestagung 2010 der European Association for the Study of the Liver (EASL) wurden am 15. April in Wien1 unter anderem die aktuellen 144-Wochen-Daten der Zulassungsstudien für Tenofovirdisoproxil (TDF, Viread®) zur Therapie der chronischen Hepa­titis B präsentiert. Fazit der Experten: Bei den meisten Patienten lässt sich mit dem Nukleotidanalogon eine dauerhafte virolo­gische Kontrolle erzielen und so eine Progression der Erkran­kung verhindern. Dabei wurde auch die gute Verträg­lichkeit so­wie die Sicherheit von Viread®, das bereits seit neun Jahren in der HIV-Therapie etabliert ist, unterstrichen. Ein wei­terer wichtiger Aspekt war das bessere Kosten-Nutzen-Verhält­nis von Viread® im Vergleich zu anderen oralen antiviralen Therapie­optionen zur Behandlung der chronischen Hepatitis B.

 

Gemäß den aktuellen EASL-Guidelines sollte bei einer chronischen HBV-Infektion mit einer Behandlung begonnen werden, wenn die Viruslast über 2.000 IU/ml liegt, erhöhte Leberwerte und/oder Histologie >A1/F1 vorliegen. Für die orale First-Line-Therapie werden wegen ihrer hohen antiviralen Potenz und ihrer hohen Resistenz­barriere von der EASL zwei Wirkstoffe bevorzugt empfohlen: Tenofovirdisoproxil (TDF, Viread®) und Entecavir.2

 

 

Viread®: Hohe antivirale Wirksamkeit

 

Die aktuelle Auswertung der Zulassungsstudien mit insgesamt über 600 Patienten unterstreicht Professor Dr. Jörg Petersen, Hamburg3, zufolge erneut die effektive Wirkung von TDF: Nach inzwischen 144 Wochen sind immer noch über 85 Prozent der HBeAg-negativen Patienten – unabhängig davon, ob sie von Anfang an Viread® ein­ge­nommen hatten oder erst nach 48 Wochen von Adefovir auf Viread® umgestellt wurden – unter der Nachweisgrenze (Serum-HBV-Titer < 400 Kopien/ml).4 Bei HBeAg-positiven Patienten waren nach 144 Wochen immer noch über 70% der Patienten virussuppprimiert.5 Besonders erfreulich ist laut Petersen der steigende Anteil an Patienten mit einem Verlust des HBs-Antigens – der Nachweis für eine dauerhafte immunologische Kontrolle. Nach 144 Wochen lag die kumulative Wahrscheinlichkeit für einen HBsAg-Verlust unter TDF bei acht Prozent.5

 

 

Keine Resistenzen unter Viread®

 

Petersen zufolge bestätigen die aktuellen 3-Jahresdaten außerdem erneut die hohe genetische Barriere des Nukleotidana­logons: Unter Viread® ist bisher keine einzige Resistenzmutation auf­getreten.6 Daten von van Bömmel et al. zeigen darüber hinaus, dass auch Patienten mit einer Lamivudin-Resistenz gut auf eine Mono­therapie mit Viread® ansprechen.7

 

Abgesehen davon kann sich hinter einer wieder ansteigenden Virus­last eine mangelnde Therapieadhärenz verbergen. „Um ein dauer­haftes virologisches Ansprechen sicherzustellen, muss neben der Auswahl potenter Wirk­stoffe zusätzlich die anhaltende Therapie­adhärenz des Patienten gesichert werden“, betonte Petersen.

 

Er machte außerdem deutlich, dass eine erfolgreiche Langzeittherapie auch eine bereits bestehende Fibrose der Leber rückgängig machen kann: „Der Patient profitiert von einer dauerhaften Senkung der Viruslast auch mit einer histologischen Regeneration der Leber. So zeigen Daten von Marcellin et al., dass unter der Behandlung mit TDF 72 Prozent der Patienten innerhalb eines Jahres eine histologische Verbesserung erfahren“ 8.

 

 

Langzeitdaten bestätigen die Sicherheit von TDF

 

Petersen ging weiterhin auf das bewährte Sicherheitsprofil von Viread® ein, das durch den langjährigen Einsatz in der HIV-Therapie mit über zwei Millionen Patientenjahren sehr gut dokumentiert ist. Auch die 144-Wochen-Auswertungen der Zulassungsstudien be­stätigen erneut die gute Verträglichkeit der Substanz..


 

Kosten-Effektivität oraler Therapien

 

Abschließend ging Petersen noch auf das gute Kosten-Nutzen-Ver­hältnis von Viread® ein und präsentierte dazu aktuelle Studien­ergebnisse von Buti et al.:9 Diese zeigen, dass eine Therapie mit Viread® im Vergleich zu anderen oralen Therapien für die Patienten mehr Lebensjahre bei höherer Lebensqualität (Quality Adjusted Life Years, QALYS) bedeutet und diese Effizienz im Vergleich zu Entecavir, Telbivudin und Adefovir mit niedrigeren Kosten einhergeht.

 

 

Gilead Sciences GmbH (Nasdaq: GILD) ist ein biopharmazeutisches Unter­nehmen, das Therapeutika erforscht, entwickelt und vertreibt, die weltweit einer Verbesserung der Behandlung von Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankun­gen dienen. Das Unternehmen vertreibt derzeit in den USA 12 Produkte und konzentriert sich in Forschung und klinischer Entwicklung auf den Bereich Infektiologie insbesondere auf HIV, chronische Hepatitis B, systemische Pilz­infektionen, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Gilead Sciences Inc., mit Firmenhauptsitz in Foster City, Kalifornien, unterhält Niederlassungen in den USA, Europa und Australien. Der deutsche Firmensitz befindet sich in Martinsried bei München. In Deutschland besteht das Gilead Sciences Portfolio aus derzeit sieben Produkten für die Indikationen HIV, HBV, Pseudomonas aeroginosa bei Mukoviszidose und systemische Pilzinfektionen.

 

 

 

Quellen

 

  1. Symposium „Getting it right from the start: Advancing patient outcomes in CHB“, anlässlich The International Liver Congress 2010 by the European Association for the Study of the Liver (EASL), 15. April 2010, Wien, Österreich
  2. European Association for the Study of the Liver B J Hepatol 2009;50:227-242
  3. Gilead Presse-Kaffee “Viread – Langzeitdaten einer effektiven Firstline-Therapie”, 15. April, Wien, Österreich
  4. Marcellin P et al. Poster #481, 60th AASLD, 2009, Boston, USA
  5. Heathcote J et al. Poster #483, 60th AASLD, 2009, Boston, USA
  6. Snow-Lampart A. et al. Poster #480 60th AASLD, 2009, Boston, USA
  7. van Bömmel F et al. Hepatology 2010; Jan;51(1):73-80
  8. Marcellin P et al. N Engl J Med 2008;359:2442-2455
  9. Buti M et al. J of Hepatology 2009;51:640-646

 

 


Quelle: Symposium der Firma Gilead zum Thema „Getting it right from the start: Advancing patient outcomes in CHB“, anlässlich The International Liver Congress 2010 by the European Association for the Study of the Liver (EASL), 15. April 2010, Wien, Österreich (3K-Agentur für Kommunikation) (tB).

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