MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

 „WeanNet“ – das Kompetenznetzwerk pneumologischer Weaningzentren 

 

Prof. Bernd Schönhofer

 

Hannover (17. März 2010) – Eine moderne und leistungsstarke Medizin ist ohne die Möglichkeiten der künstlichen Beatmung heute nicht mehr zu realisieren. In der überwiegenden Mehrzahl der beatmeten Patienten gelingt die Entwöhnung vom Respirator (Weaning) zügig und ohne größeren Aufwand. Allerdings nimmt die Anzahl der intensivmedizinisch zu versorgenden Patienten, die nicht oder nur sehr prolongiert vom Respirator entwöhnt werden können, in den letzten Jahren ständig zu.

 

Die Gründe hierfür sind in erster Linie die zunehmende Zahl von Patienten mit höherem Lebensalter und Polymorbidität sowie verbesserte intensivmedizinische Behandlungsmöglichkeiten, die zwar die Mortalität und der Grunderkrankung senken lässt, andererseits aber häufig zu eine prolongierte pulmonale Insuffizienz führt. Nicht nur wegen der steigenden Zahl, sondern auch wegen der höheren Intensität der Behandlung ist die Langzeitbeatmung zu einem Wirtschaftsfaktor geworden, obwohl es in weniger als 10 % der Patienten zur Langzeitbeatmung (LZB) kommt, absorbieren sie ca. 50 % der Ressourcen einer Intensivstation. In der Regel erlauben die Infrastruktur von nicht-spezialisierten Intensivstationen keine adäquate Therapie von Patienten mit schwierigem Weaning und/oder LZB. Eine auf Weaning spezialisierte Intensiveinheit erfordert im Vergleich zu einer allgemeinen Intensivstation eine andere Organisationsstruktur. Die wachsende Bedeutung der Beatmungsmedizin wird durch die Versorgungsrealität unterstrichen: In den vergangenen 15-20 Jahren haben sich immer mehr pneumologischen Kliniken und Abteilungen auf die schwierige Entwöhnung vom Respirator (Weaning) spezialisiert.

 

Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) wurde die Arbeitsgruppe (AG) „Kompetenznetzwerk pneumologischer Weaningzentren“ gegründet mit dem Ziel das bundesweit arbeitende Netzwerk „WeanNet“ zu realisieren. Das wesentliche Ziel von WeanNet ist die Verbesserung der Zusammenarbeit der spezialisierten Weaningzentren und die Qualitätssicherung. Wichtige Instrumente innerhalb von WeanNet sind das Weaning-Register und die Akkreditierung der Zentren. In der Entwicklungsphase des Registers kooperierte die AG eng mit dem Institut für Lungenforschung (ILF). Den Betrieb der Datenbank und die Benutzerverwaltung hat das ILF übernommen. Weniger als ein Jahr nach dem Start des Registers haben sich bereits ca. 60 Weaningeinheiten eingeschrieben. Schließlich wurde von der AG ein Akkreditierungskonzept für Weaningzentren mit dem Ziel der Verbesserung der medizinischen Behandlungsabläufe und externer Qualitätssicherung erarbeitet, das nach Abschluss der Pilotphase im Frühjahr 2010 gestartet wird.

 


Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. vom 17.03.2010 (tB).

MEDICAL NEWS

Meeting highlights from the Committee for Medicinal Products for Human…
Using face masks in the community: first update – Effectiveness…
Difficulties to care for ICU patients caused by COVID-19
Virtual post-sepsis recovery program may also help recovering COVID-19 patients
‘Sleep hygiene’ should be integrated into epilepsy diagnosis and management

SCHMERZ PAINCARE

Projekt PAIN2020: Wir nehmen Schmerzen frühzeitig ernst. Jetzt für alle…
Wechselwirkung zwischen psychischen Störungen und Schmerzerkrankungen besser verstehen
Wie ein Schmerz den anderen unterdrückt
Opioidtherapien im palliativen Praxisalltag: Retardierte Analgetika zeigen Vorteile
Krankenhäuser und Praxen müssen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen…

DIABETES

Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabetes: Neue Entdeckung könnte die Behandlung künftig verändern
Für Menschen mit Typ-2-Diabetes: Fixkombination aus Basalinsulin und GLP-1-Analogon

ERNÄHRUNG

Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…

ONKOLOGIE

Konferenzbericht: Aktuelle Daten aus der Hämatologie vom ASH 2020
Anzeige: Aktuelle Daten zur Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms
Aktuelle Daten zu Apalutamid und Abirateron in der Therapie des…
Forschende entwickeln neuen Ansatz, um Krebs der Bauchspeicheldrüse zu erkennen
Blasenkrebs: Wann eine Chemotherapie sinnvoll ist – Immunstatus erlaubt Abschätzung…

MULTIPLE SKLEROSE

Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei aktiver…

PARKINSON

Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung