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Therapieziele bei Rheumatoider Arthritis: Wie weit sind wir heute?

 

Von Prof. Dr. Herbert Kellner

 

Berlin (12. November 2008) – Von der Autoimmunerkrankung Rheumatoide Arthritis (RA) sind in Deutschland etwa 0,5 bis ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Inzidenz liegt bei zirka 0,1 Prozent, was etwa 30.000 bis 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr entspricht. Bei der RA greifen, vereinfacht gesprochen, körpereigene Stoffe die Gelenk-Innenhaut an, was zu chronischen Entzündungen führt. Die Gelenke sind druckempfindlich, schmerzen und schwellen an. Durch progressiv verlaufende Entzündungsprozesse können sich die Gelenke verformen und mit der Zeit versteifen. Dies kann unbehandelt bis zum Verlust der Beweglichkeit führen.

 

Hohe Krankheitskosten, die mit der Krankheitsprogression dramatisch zunehmen, und die hohe Rate an Arbeitsausfällen und Invalidisierungen führen dazu, dass die RA von zentraler ökonomischer Bedeutung ist. Untersuchungen zeigen, dass 85 Prozent der Patienten nach 10 Jahren erwerbsunfähig sind. Umso schwerer wiegt, dass enorme Versorgungsdefizite in Deutschland vorliegen. Im europäischen Vergleich steht die Bundesrepublik mit nur einem Rheumatologen auf 921 Patienten hinter einer „guten Versorgung“ weit zurück.

 

Die RA ist fortschreitend, zerstörerisch, lebensverkürzend und invalidisierend. Da Gelenkschäden bereits früh im Krankheitsverlauf eintreten, ist auch eine frühzeitige intensive therapeutische Intervention notwendig. Die wichtigsten therapeutischen Ziele sind die Verhinderung von Gelenkerosionen, signifikante Symptomverbesserungen – bis zur Remission, definiert als DAS28 < 2,6 – und die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen.

 

Aktuell etablierte Behandlungsoptionen der RA sind Kortikosteroide und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), Basistherapien wie Methotrexat sowie die Biologika-Klasse der TNF-Hemmer. Viele Patienten sprechen jedoch nicht oder nur ungenügend auf herkömmliche antirheumatische Medikamente an, daher ist der Bedarf an neuen Behandlungsoptionen groß. Auch bei frühem Einsatz von TNF-Hemmern ist das Therapieziel Remission zudem nur teilweise erreichbar. Für Patienten mit fortgeschrittener aktiver RA stehen wirksame Behandlungsoptionen auch nach Versagen eines TNF-Hemmers zur Verfügung. Die Infusionstherapie mit

 

Rituximab, die seit Juli 2006 europaweit zugelassen ist, kann nach Versagen eines TNFHemmers eingesetzt werden. Der Wirkstoff greift als bisher einzige Therapie an den B-Zellen an, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der RA spielen. Durch zwei Infusionen innerhalb von 14 Tagen, die alle sechs Monate gegeben werden können, wird die Gelenkzerstörung bei vielen Patienten aufgehalten und Schmerzen und Schwellungen gehen zurück.

 

In der Phase III-Studie REFLEX wurden Wirksamkeit und Sicherheit des B-Zell- Antikörpers untersucht. Aktuell auf dem internationalen ACR-Kongress 2008 veröffentlichte Daten zur Behandlungsfortführung belegen, dass Rituximab mit weiteren Kursen die Remissionsrate signifikant erhöht. 6-Jahres-Daten bestätigen zusätzlich, dass die B-Zell-Therapie eine sichere Langzeitbehandlung ist. Das Sicherheitsprofil des Antikörpers blieb über die Zeit konsistent bei niedriger Rate von unerwünschten Ereignissen und Infektionen. Außerdem traten weder opportunistische Infektionen noch Tuberkulosefälle auf.

 

Für uns als Behandler sind die Ergebnisse zukunftsweisend, denn die RA erfordert idealer Weise eine Therapie, die krankheitsbegleitend über Jahre hinweg erfolgreich und sicher eingesetzt werden kann. Auch aus pharmaökonomischer Perspektive ist die Therapie mit Rituximab interessant, da die Jahrestherapiekosten des B-Zell-Antikörpers (bei einem erwachsenen Patienten, ausgehend von 67 kg Körpergewicht) im Vergleich mit anderen aktuell verfügbaren Biologika am niedrigsten sind.

 

Fazit: Die B-Zell-Therapie ist eine effektive Option im Kampf gegen die RA. Für die Betroffenen bedeutet dies vor allem mehr Freiheit und mehr Lebensqualität durch lange Therapieintervalle. Empfohlen wird ein Therapieintervall von sechs Monaten.

 


 

Quelle : Pressekonferenz der Firma Roche Pharma zum Thema „Ziele erreichen bei Rheumatoider Arthritis: B-Zell – Terapie mit  Mabthera®. Aktuelle Informationen vom ACR-Kongress 2008“ am 12.11.2008 in Berlin (medical relations).

 

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