MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Kognitive Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung und ihre Erfassung

 

Von Prof. Dr. Herman Stefan, Erlangen und Dr. Elisabeth Pauli, Erlangen

 

Rostock (22. Mai 2009) – In der medikamentösen Behandlung chronischer Epilepsien ist neben der Anfallsfreiheit die Erhaltung der psychosozialen und kognitiv‑mnestischen Leistungsfähigkeit und die Vermeidung psychisch‑psychiatrischer Nebenwirkungen von zentraler Bedeutung. Besonders bei Patienten, die in Schule, Studium oder Beruf hohen Anforderungen ausgesetzt sind, ist hinsichtlich möglicher kognitiver Nebenwirkungen Vorsicht geboten.

 

Insbesondere die älteren, aber auch einige neuere AE können eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit mit sich bringen. Vorrangig mindern Antiepileptika die kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit (Kwan & Brodi, 2001), aber auch das gesamte Spektrum der kognitiven Leistungsfähigkeit kann betroffen sein.

 

Die Kontrolle dieser Nebenwirkungen setzt eine sorgfältige Erfassung des individuellen Nebenwirkungsspektrums voraus. Neuropsychologische und psychologische Untersuchungen dieser Funktionen und Störungen sind hoch zeitaufwändig und so nur schwer in den klinischen Ablauf einer Epilepsieambulanz zu integrieren. Deshalb entwickelten wir in Zusammenarbeit mit einer Softwarefirma eine neue computergesteuerte kognitive Testbatterie für Epilepsien (CCTEE) die die Prüfung der kognitiven Funktionen zeit‑ und personalökonomisch erlaubt. Die Veränderung der kognitiven Leistungsfähigkeit unter antiepileptischer Medikation lässt sich so an einem Labtop mit angeschlossenem Touchscreen als Präsentations‑ und Eingabe ‑ Device für den Patienten prüfen. Das Testsystem ist geeignet, das kognitive Leistungsspektrum hinsichtlich aller relevanten Parameter reliabel und veränderungssensitiv zu erfassen. Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeits‑ und Konzentrationsfunktionen, verbales und nichtverbales Arbeitsgedächtnis, anterograde Gedächtnisfunktionen und Lernkapazität hinsichtlich des verbalen Gedächtnisses, des bildhafttopographischen Gedächtnisses, des inzidentellen Gedächtnisses des Sprachverständnisses und der exekutiven Funktionen von Problemlösen und Planen können modular zu spezifischen Testbatterien zusammengestellt werden. Die Testaufgaben werden auditiv und visuell dargeboten, die Ergebnisse in relationalen Datenbanken verwaltet. Nach Testende steht sofort die automatisierte Auswertung mit Alters‑ und geschlechtsspezifischen Normwerten zur Verfügung. Auf diese Weise ist eine Dokumentation kognitiver Veränderungen bei Medikamentenumstellungen und Veränderungen der Dosis praktikabel.

 


 

Quelle: Symposium der Firma Pfizer zum Thema „Einblicke in folgenreiche Facetten der Epilepsie: Alter, Kognition und Angststörungen – Was muss ich als Spezialist beachten?“ am 22.05.2009 in Rostock (Medical Consulting Group-MCG) (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…