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Ergänzend zur evidenzbasierten Medizin:

Unkonventionelle Therapieansätze bei Schlaganfall

Von Prof. Dr. Martin Grond, Kreiskrankenhaus Siegen

Leipzig (22. Januar 2009) – Stroke Unit Behandlung, Thrombolyse, frühe Sekundärprävention mit ASS und Hemikraniektomie sind nachgewiesen effektive Therapieverfahren beim akuten Schlaganfall. Daneben gibt es einige therapeutische Maßnahmen, die pathophysiologisch plausibel erscheinen für die es jedoch keinen Wirksamkeitsnachweis gibt, jedoch oft auch keinen Nachweis einer Unwirksamkeit. Hierzu gehören z.B. Therapieverfahren zur Verbesserung der Hämodynamik. Unter der Vorstellung, die kritischen Perfusionverhältnisse in der Pänumbra zu optimieren kommen sehr unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz. Studien zur hypervolämischen Hämodilution waren nicht erfolgreich, Studien zur Verbesserung der Mikrozirkulation mit Albumin laufen aktuell, ebenso eine Studie zur Defibrinogenisierung mit Ancrod. Der Versuch einer arteriovenösen Retroperfusion ist historisch, der Ansatz einer Rheopherese mit nachweisbaren Effekten auf hämorheologische Parameter wurde nicht weiter verfolgt.

Sehr aktuell sind dagegen Versuche, über eine partielle Aorten-Okklusion bzw. über eine Stimulation des Ganglion sphenopalatinum eine hämodynamische Verbesserung zu erreichen. Eine rasche und effektive Rekanalisation des verschlossenen Gefäßes ist und bleibt das höchste Ziel in der Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls. Die Thrombolyse ist nachgewiesen effektiv, jedoch nicht in allen Fällen und es vergeht einige Zeit bis zu einer effektiven Reperfusion. Mittels Ultraschall und ggf. zusätzlicher Applikation von Mikrobubbles könnte es möglich sein, an den Thrombus gezielt Medikamente hochkonzentriert zu applizieren bzw. den Thrombus durch lokal verstärke Energieeinwirkung zu fragmentieren, so dass das Thrombolytikum dann eine größere Angriffsfläche hat und so den Thrombus schneller auflösen kann.

Wie die Nah Infrarot Laser Therapie funktionieren könnte, kann nur spekuliert werden. Diskutiert werden u.a. eine Verbesserung des Energiemetabolismus, eine Prävention von Apoptose sowie eine Verstärkung neuro-reparativer Prozesse. Derartige Prozesse zu verstärken ist auch ein mögliches Ziel von Stammzell-Therapien. Hierzu gibt es jedoch noch keine tragfähigen klinischen Daten, wenngleich ein unseriöser Fallbericht über eine Teebeutel-Stammzell-Therapie hier falsche Hoffnungen wecken könnte. Welche regenerationsfördernde Wirkung der frühe Einsatz von Dopa-Präparaten hat, welche neuroprotektive Wirkung EPO hat, ob hyperbare Oxygenierung hilfreich ist, das alles sind Fragen, die wissenschaftlich angestoßen, aber bisher nicht suffizient beantwortet wurden. In asiatischen Ländern wird die westliche Medizin von großen Teilen der Bevölkerung nicht akzeptiert, hier wird auch in der Akutbehandlung des Schlaganfalls traditionelle Medizin eingesetzt, eine Metaanalyse bescheinigt dieser Medizin eine hohe Effektivität.

Besser als jede Akuttherapie ist Prophylaxe: Lachen, angenehme Musik hören, Rote Beete Saft trinken, Fisch essen und… Beten.

 

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Quelle: „Neuroprotektion bei Schlaganfall – Traum oder Trauma“. Satellitensymposium im Rahmen der ANIM 2009 (26. Arbeitstagung für Neurologische Intensiv- und Notfallmedizin), 22. Januar 2009, Leipzig. Unterstützt von Trommsdorff GmbH & Co KG Arzneimittel (Signum PR).

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