MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Fortschritte in der Behandlung von Patienten mit Morbus Crohn

 

Von Prof. Dr. Stefan Schreiber

 

Berlin (2. Oktober 2008) – Der langjährig verlaufende Krankheitsprozess des M. Crohn wird nach den Anfangsjahren zunehmend auch von nicht-entzündlichen chronisch-destruierenden Komplikationen wie Strikturen, Abszessen und Fisteln geprägt. Trotz des stetig zunehmenden Einsatzes oraler Immunsuppressiva wie Azathioprin, bleibt jedoch die Häufigkeit der deshalb notwendigen Operationen unverändert. Ursache hierfür ist, dass mit der heutigen Standardtherapie für CED-Patienten nur eine inkomplette Remission erzielt werden kann, d. h. obwohl die Patienten symptomfrei werden, schreitet die zerstörende Erkrankung weiter fort. Hierdurch kommt es früher oder später zu einer „intestinalen Invalidität“ mit permanenten Schäden.

 

Um eine Progression der Erkrankung zu verhindern, muss die entzündliche Aktivität früh und dauerhaft ausgeschaltet werden. Ein erster, geeigneter Ansatzpunkt hierfür ist die Inhibition des Zytokins TNF-alpha, dessen erhöhte Produktion unmittelbar mit der Rezidivrate beim M. Crohn assoziiert ist. Seine spezifische Blockade durch TNF-alpha-Inhibitoren ermöglicht selbst bei bisher therapierefraktären Patienten eine komplette Reduktion der entzündlichen Aktivität und Symptomatik über einen langen Zeitraum.

 

Daten der CHARM-Studie mit dem TNF-alpha-Inhibitor Adalimumab belegen darüber hinaus, dass eine erzielte Langzeit-Remission auch ohne den zusätzlichen Einsatz von Glukokortikoiden aufrecht erhalten werden kann. Die Studie zeigte zudem, dass Adalimumab sowohl die Hospitalisierungsrate als auch die Operationsinzidenz im Vergleich zur Plazebogruppe signifikant senkte.

 

Eine anti-TNF-Therapie verändert den natürlichen Verlauf des M. Crohn und vermindert die Entwicklung einer intestinalen Invalidität. Daher sollte bei einem komplizierten Verlauf des M. Crohn ein früher Einsatz einer solchen Behandlung erfolgen.

 

Referent

Prof. Dr. Stefan Schreiber

Klinik für Allgemeine Innere Medizin,

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 


 

Quelle: Pressegespräch der Firma Abbott Immunology im Rahmen der 63. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten zum Thema „Versorgung von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) in Deutschland – Wo stehen wir?“ am 02.10.2008 in Berlin (Weber Shandwick).

MEDICAL NEWS

Perinatal patients, nurses explain how hospital pandemic policies failed them
Johns Hopkins Medicine expert creates comprehensive guide to new diabetes…
An amyloid link between Parkinson’s disease and melanoma
Ultrasensitive, rapid diagnostic detects Ebola earlier than gold standard test
Paranoia therapy app SlowMo helps people ‘slow down’ and manage…

SCHMERZ PAINCARE

Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: Schmerzmediziner, Politiker und…
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: COVID-19-Pandemie belastet Schmerzpatienten…

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ meldet…
Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabeloops Ziel: Baldige Marktpräsenz mit ​individuellen Lösungen zum Diabetes-Management für​ verschiedene…

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?
Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop Supportive Therapie in der Onkologie
Wie neuartige Erreger die Entstehung von Darmkrebs verursachen können
Onkologische Pflegekräfte entwickeln Hörspiel für Kinder: Abenteuer mit Alfons
Krebsüberleben hängt von der Adresse ab

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Salzkonsum reguliert Autoimmunerkrankung
Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…