Ribomustin® (Bendamustin) kann sich mit den Therapiestandards messen

Bewährung im klinischen Alltag

 

Berlin (27. Februar 2010)- Bendamustin hat als Monotherapie hohe Aktivität bei malignen Lymphomen sowie der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) bewiesen und sich im klinischen Alltag bewährt.

 

Neue Studien mit Bendamustin in Kombination mit Rituximab (B-R) zeigen nun, dass sich B-R mit den alten Standards mindestens messen kann oder sogar   überlegen ist. Eine Studie der Studiengruppe indolente Lymphome (StiL), die auf dem letzt jährigen amerikanischen Hämatologenkongress (ASH) für großes Aufsehen sorgte, ergab bei Patienten mit follikulären, indolenten und Mantelzell-Lymphomen, dass B-R dem bisherigen Standard CHOP-R hinsichtlich der Wirksamkeit signifikant überlegen ist bei bekannt besserer Verträglichkeit von B-R. Diese sensationellen Daten wurden nun auch auf einem Symposium der Mundipharma GmbH beim Deutschen Krebskongress 2010 in Berlin vorgestellt. Darüber hinaus belegen aktuelle Studienergebnisse, dass Bendamustin auch bei der CLL einen wichtigen Stellenwert besitzt und sich in Kombination mit Rituximab ebenfalls mit den aktuellen Standards messen kann.

 

Bisheriger Therapiestandard für Patienten mit indolenten Lymphomen ist das so genannte CHOP-R-Schema, eine Polychemotherapie bestehend aus Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison (CHOP) plus das Immuntherapeutikum Rituximab (R). Um die Rolle von B-R bei diesen Patienten zu evaluieren, verglich die randomisierte multizentrische Phase-III-Studie der StiL das B-R-Schema bei Patienten mit unvorbehandelten follikulären, indolenten und Mantelzell-Lymphomen direkt mit CHOP-R.  Die auf dem ASH 2009 präsentierten Resultate ergaben, dass  B-R signifikant wirksamer war als CHOP-R und darüber hinaus auch noch besser verträglich [Rummel MJ et al. Blood 2009; 114(22): ASH Annual Meeting Abstract 405, oral presentation]. 549 Patienten mit unvorbehandelten follikulären, indolenten und Mantelzell-Lymphomen erhielten randomisiert entweder maximal 6 Zyklen Rituximab (375 mg/m²) an Tag 1 plus Bendamustin (90 mg/m²) an Tag 1 und 2 (B-R) alle 28 Tage oder Standard-CHOP plus 375 mg/m² Rituximab alle 21 Tage (CHOP-R). Die Patienten im B-R-Arm lebten im Median 20,1 Monate länger progressionsfrei als die Patienten, die CHOP-R erhalten hatten: Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) im B-R-Arm betrug 54,9 Monate, dagegen nur 34,8 Monate im CHOP-R-Arm (p=0,00012). Die Gesamtansprechraten waren mit 92,7 % unter B-R und 91,3 % unter CHOP-R vergleichbar, jedoch war die Rate an kompletten Remissionen (CR) von 39,6 % unter B-R signifikant höher als unter CHOP-R mit 30,0 % (p=0,0262). Auch die Zeit bis zur nächsten Behandlung (Time to next treatment, TTNT) war unter B-R signifikant länger. Sie lag unter CHOP-R median bei 37,5 Monaten, unter B-R war der Median bei der Auswertung noch erreicht (p=0,000022). Wie erwartet war B-R deutlich besser verträglich als CHOP-R mit signifikant weniger Hämatotoxizität und darüber hinaus deutlich weniger Alopezie, peripherer Neuropathie und Stomatitis. Studienleiter PD Dr. Mathias J. Rummel, Leiter des Schwerpunkts Hämatologie an der Universität Gießen, betonte daher: „Mit dieser Studie wurden die Vorausstetzungen geschaffen, dass CHOP-R durch B-R in der First-Line-Therapie des NHL abgelöst werden muss, weil es effektiver und besser verträglich ist.“

 

 

CLL: Bendamustin bietet gegenüber Chlorambucil substanzielle Vorteile

 

Auch auf dem Gebiet der CLL gibt es entscheidende neue Therapieverbesserungen. Dazu gehört laut Professor Dr. Wolfgang Knauf, Frankfurt, die Option, Bendamustin bei diesen Patienten einzusetzen. Es ist in der Praxis der CLL von nicht unerheblichem Wert über eine Substanz zu verfügen, die über eine hohe Effektivität bei guter Verträglichkeit und einfacher Anwendung verfügt, da die meisten Patienten mit CLL zum Zeitpunkt des Beginns der Erstlinientherapie älter als 65 Jahre sind und daher altersbedingt viele Komorbiditäten aufweisen. Im Rahmen einer europäischen „Intergroup“ CLL-Studie wurde Bendamustin mit Chlorambucil bei 319 CLL-Patienten im Stadium Binet B/C verglichen (Knauf WU et al. J Clin Oncol 2009; 27(26):4378-4384). Bendamustin war signifikant wirksamer als Chlorambucil. Die Gesamtremissionsrate unterschied sich mit 68% im Bendamustin-Arm und 31 % im Chlorambucil-Arm in der Intention to Treat (ITT)-Analyse signifikant (p<0,0001). Das Knochenmark-histologisch verifizierte komplette Ansprechen betrug unter Bendamustin 31 %, unter Chlorambucil dagegen nur 2 %. Auch das mediane PFS war unter Bendamustin mit 21,6 Monaten gegenüber 8,3 Monaten im Chlorambucil-Arm signifikant länger (p<0,0001). Insgesamt waren die Daten laut Knauf so überzeugend, dass Bendamustin ohne weitere Studien von der amerikanischen Behörde für die Therapie der CLL in den USA zugelassen wurde. Auf dem ASH-Kongress wurde eine neue Analyse der Studie speziell bei Patienten älter als 65 Jahre und in klinisch definierten Risikogruppen [Knauf W, et al. Blood 2009; 114(22): ASH Annual Meeting Abstract 2367] vorgestellt. Auch hier zeigte sich Bendamustin hinsichtlich des Ansprechens und des PFS dem Chlorambucil in allen analysierten Subgruppen (Alter größer 65 Jahre, Stadium Binet C versus Binet B, erhöhte LDH) als überlegen. Bedeutsam für die Gruppe der älteren Patienten ist es, dass weder die Hämatotoxizität noch die Rate an schweren Infektionen höher ist als bei den jüngeren Patienten. Knauf resümierte: „Damit hat sich Bendamustin auch in den für den klinischen Alltag relevanten Patientengruppen gegenüber Chlorambucil als überlegen gezeigt.“

 

 

CLL: B-R fordert FCR in der CLL heraus

 

Diese Daten aus der Monotherapie machen Bendamustin auch als Kombinationspartner für Rituximab interessant. Professor Dr. Clemens M. Wendtner von der Uniklinik Köln stellte aktuelle Studienergebnisse vor, die eine hohe Wirksamkeit von Bendamustin in der Kombinationstherapie mit Rituximab (B-R) bei der CLL demonstrieren. Im CLL2M-Protokoll der Deutschen CLL Studiengruppe (DCLLSG) wurde die Kombination aus Bendamustin und Rituximab (B-R) sowohl bei rezidivierten Patienten mit CLL, als auch in der Erstlinientherapie untersucht. Zunächst waren 81 vorbehandelte Patienten mit CLL, darunter auch Fludarabin–refraktäre Patienten, eingeschlossen worden [Fischer K. et al. Blood 2008;112(11); ASH Annual Meeting Abstract 330, oral presentation]. Bei 77 % der Patienten konnte ein Ansprechen erzielt werden [Fischer K. et al. Blood 2009; 114(22: ASH Annual Meeting Abstract 205].  Im zweiten Teil der Studie erhielten 117 unvorbehandelte Patienten 90 mg/m2 Bendamustin an Tag 1 und 2 kombiniert mit 375 mg/m2 Rituximab im ersten Zyklus und 500 mg/m2 Rituximab ab dem 2. Zyklus (insgesamt Gabe von 6 Therapiezyklen). Durch B-R konnte eine Gesamtansprechrate von 90,9 % bei 110 hinsichtlich des Ansprechens auswertbaren Patienten erzielt werden. Ein Drittel der Patienten erreichte eine komplette Remission. Wendtner betonte, dass auch Patienten mit Risikokonstellationen (11q-, IGHV unmutiert) von der Therapie profitierten. Als Nebenwirkungen traten im Wesentlichen eine beherrschbare Myelosuppression und Infektionen auf. Der Kölner Experte fasste zusammen: „B-R ist eine hochwirksame Therapie in der Erstlinientherapie der CLL und zeigt ein günstiges Toxizitätsprofil.“ Damit zeigt B-R eine Alternative zu Fludarabin, Cyclophosphamid und Rituximab (FC-R) in der Primärtherapie der CLL auf. Basierend auf diesen Daten wird derzeit das B-R-Schema im Vergleich mit FC-R in einer internationalen Phase-III-Studie der DCLLSG in der Erstlinientherapie (CLL10 Protokoll)  überprüft. C.  Wendtner kündigte an, dass in Kürze eine weitere Studie beginnen wird, die B-R in Kombination mit Lenalidomid (BRL, CLL2P-Protokoll der DCLLSG) untersucht.

 


 

Quelle: Lunch-Symposium der Firma Mundipharma zum Thema “Bendamustin – Paradigmenwechsel in der Behandlung hämatologischer Neoplasien“ anlässlich des 29. Deutschen Krebskongresses vom 24. bis 27. Februar 2010 in Berlin (tB).

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